Das Wohnheim für ehemalige Legionäre
die „Domaine du Vede“ in Auriol
Aktueller Directeur (seit 01.01.2026):
Adjudant-Chef Tomi KINNUNEN
Anzahl der Wohnplätze: 70

Das „Maison du Legionnaire“ (Haus des Legionärs) mit dem Namen ‘Domaine du Vede’ liegt im Département „Bouches-du-Rhône“ in der Region „Provence-Alpes-Côte d’Azur“ ca. 25 Kilometer nordöstlich von Marseille und rund 12 Kilometer nördlich von Aubagne. Es wurde im Jahr 1934 auf Initiative von General Paul-Frédéric ROLLET gegründet, der sich als 1. Inspecteur der Fremdenlegion in seinen letzten Dienstjahren sehr für die sozialen Belange aktiver und auch vor allem pensionierter und im Dienst verwundeter Legionäre eingesetzt hat. Die heutige Abteilung für Sozialwesen der Fremdenlegion, F.E.L.E. (Foyer d’entraide de la Légion étrangère) früher D.E.S.L.E. (Division entraide et solidarité de la Légion étrangère), geht auf ihn zurück. Er trägt seither den Beinamen/Ehrentitel „Père de la Légion“ (Vater der Legion)


In Ergänzung zum Invalidenheim der Fremdenlegion (I.I.L.E.) in Puyloubier handelte es sich von der Gründung bis zum 31.12.2025 um eine nicht-militärische Einrichtung die allen ehemaligen Fremdenlegionären, gleich welcher Staatsangehörigkeit, welche Ihren Dienst in der Legion „ehrenhaft“ (mit dem Certificat de bonne conduite – Zeugnis über gute Führung) beendet haben offen steht, egal ob sie für 5 oder 30 Jahre, oder länger, der Fremdenlegion angehörten. Auch das Lebensalter des ehemaligen Legionärs spielt keine Rolle, es kann 25 oder 95 Jahre betragen. Die Bewohner können entweder nur kurzzeitig (z.B. einige Monate) oder auch dauerhaft (z.B. 30 Jahre) im Maison du Legionnaire wohnen. Es handelt sich bei der Einrichtung nicht um ein Pflege- oder Altenheim, sondern um ein reines Wohnheim mit Vollpension. Es verfügt über 70 (Einzel-)Wohnplätze verteilt auf 5 Wohngebäude. Besonderheit gegenüber herkömmlichen Wohnheimen ist, dass das Haus über eine „Infirmerie“ (eine Sanitätsstation) verfügt, die neben regulären Öffnungszeiten eine 24/7-Bereitschaft bietet. Diese wird durch einen Sanitätssoldaten der Legion gewährleistet. Dabei handelt es sich ausnahmslos um examinierte Fachkräfte, wie Krankenpfleger oder Rettungssanitäter.


Seit dem 01.01.2026 wird das Maison du Legionnaire direkt von der Fremdenlegion geführt, da die Finanzierung über den bisherigen Träger- und Betreiberverein nicht mehr zu realisieren war. Grundstück und Gebäude wurden vom Trägerverein an die Legion übertragen. Im Gegensatz zu bisher, wo die Führung und sonstige Posten von Fremdenlegionären im Ruhestand gestellt wurden, werden diese Aufgaben nun von noch im Dienst befindlichen Legionären und zum Teil Zivilangestellten der Legion wahrgenommen, so wie auch im Invalidenheim in Puyloubier. Neuer Leiter (Directeuer) des Maison du Legionnaire ist der Adjudant-Chef (Oberstabsfeldwebel) Tomi KINNUNEN
Hinweis: Die folgenden Angaben zu den Kosten beziehen sich auf die Zeit vor der Übernahme des Wohnheims durch die Legion. Wie die Kostenbeteiligung aktuell geregelt ist, ist uns noch nicht bekannt, jedoch ist davon auszugehen, dass sie sich etwa im selben Rahmen bewegt.
Die monatlichen Kosten, welche vom Bewohner zu tragen sind, betragen incl. Verpflegung und Wäscheservice etwas mehr oder weniger als 1.000,00 € monatlich, je nach Größe (15 bis 20m²) und Ausstattung des Appartements. Als Beispiel sei ein 2-Raum-Studio (Neubau) mit Dusche und WC, plus eigener Terrasse, genannt, dessen Kosten im Jahr 2023 = 1.040,00 € mtl. betragen haben (inclusive Vollverpflegung, 3 Mahlzeiten pro Tag, und Wäscheservice). Die Größe ist mit nur 20m² relativ klein, jedoch muss man dabei bedenken, dass man sich zum einen im Süden Frankreichs befindet, wo sich viel „draußen“ abspielt, zum anderen in einer Einrichtung, in der ausschließlich ehem. Fremdenlegionäre leben, die auch als „anciens“ („Alte“/Ehemalige) weiterhin den Familiengedanken der Legion leben. Ein Großteil des tägl. „gesellschaftlichen Lebens“ spielt sich in der Gemeinschaft ab. Für permanente Einzelgänger ist das „Maison du Legionnaire“ nicht unbedingt der richtige Ort, wenngleich selbstverständlich ist, dass es eine Zeit der Eingewöhnung braucht und man sich natürlich auch jederzeit in die eigenen 4 Wände zurückziehen kann, wenn man mal wenig oder keine Lust auf Gesellschaft verspürt. Die Zimmer sind grundsätzlich möbeliert, können von den Bewohnern aber nach eigenem Geschmack (ggf. ergänzend) eingerichtet und dekoriert werden.





Man nimmt die Mahlzeiten gemeinsam im „Restaurant“ (Kantine/Speisesaal) ein und verbringt einen guten Teil seiner Freizeit, wenn man nicht gerade z.B. direkt nach Auriol oder Aix-en-Provence hineinfährt, in den Gemeinschaftseinrichtungen des „Maison du Legionnire“, z.B. dem „Club du Legionnaire“, der wie eine Bistro-Bar aufgemacht ist und das Herz des Ganzen ist. Von kühlem Bier vom Fass, über die leckeren Weine aus eigenem Anbau der Legion, bis zu netten Gesprächen findet man dort alles. Die eigenen 4 Wände werden oft nur zum Schlafen/Ausruhen, oder wenn man tatsächlich mal ungestört sein möchte, z.B. zum Fernesehen oder im Internet surfen, aufgesucht. Täglich verkehrt ein Shuttle-Bus von der Domaine in den Ort Auriol und zurück.




Zugangsvoraussetzungen und Leitung
Neben einem Identitätsnachweis, einem Nachweis über den Dienst in der Fremdenlegion (z.B. „Carte de Combattant“) und dem „Zeugnis über gute Führung – Certificat de bonne conduite“ müssen Interessierte eine gültige Kranken-/Sozialversicherung vorweisen können. Staatsangehörige aus „Nicht-Schengen-Staaten“ benötigen eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis für Frankreich. Diese ist für einen ehemaligen Legionär mit gutem Leumund jedoch problemlos zu bekommen. Die Bewohner müssen in der Lage sein, die Kosten (incl. Vollverpflegung) von etwa 1.000,00 EUR monatlich tragen zu können und noch genügend finanzielle Mittel für den eigenen Bedarf (Freizeitaktivitäten, Telefonrechnungen, Einkauf von ergänzenden Lebensmitteln, Medikamente, die nicht von einer Krankenversicherung gezahlt werden, ggf. Tabakwaren, usw.) zur Verfügung haben. Außerdem müssen die Bewohner in soweit körperlich guter Verfassung sein, dass sie nicht auf dauerhafte Hilfe, etwa bei der täglichen Hygiene oder gar Pflege angewiesen sind. Für pflegebedürftige ehemalige Legionäre steht das Alten- und Pflegeheim (Invalidenheim – Institution des Invalides de la Légion Étrangère – I.I.L.E.) der Fremdenlegion zur Verfügung, welches ca. 25-30 KM nördlich von Auriol und ca. 20-25 KM östlich von Aix-en-Provence in Puyloubier beheimatet ist.
Geführt wird das Haus von einem „Directeur“, bei dem es sich um einen hohen Unteroffiziersdienstgrad der Fremdenlegion handelt. Aktuell ist der Posten durch den Adjudant-Chef Tomi KINNUNEN, einem gebürtigen Finnen, besetzt.
Bis zum 31.12.2025 handelte es sich beim Directeur in aller Regel um einen pensionierten Offizier der Fremdenlegion im Dienstgrad Capitaine (Hauptmann) oder höher, welcher von seinem „Adjoint“ (Stellvertreter), in der Regel ein pensionierter höherer Unteroffizier der Fremdenlegion, unterstützt wurde. Ab August 2012 wurde die Direktorenstelle in Auriol von Lieutenant-Colonel e.r. (Oberstleutnant im Ruhestand) Zlatko Sabljic besetzt, ein gebürtiger Kroate, der zuvor 38 Jahre bei der Fremdenlegion gedient hatte, davon 26 Jahre im 2eme R.E.P. Sein Vorgänger war der Commandant (Major) Morisot. Seine Nachfolger war der Capitaine (Hauptmann) Norbert DRELON und dessen Nachfolger und gleichzeitig letzter Directeur vor Übernahme durch die Legion der Capitaine Jean MICHON.
Stellvertreter der letzten 3 Direktoren (SABLJIC, DRELON, MICHON) war der Adjudant-Chef e.r. (Oberstabsfeldwebel im Ruhestand) Noel Noviot. Für die „geistliche Versorgung“ der Bewohner war bis zu seiner Pensionierung der Militärpfarrer Peré Yannick Lallemand zuständig, welcher ebenfalls Jahrzehnte im Dienste der Fremdenlegion stand und bereits 1978 -als Regimentspfarrer- mit dem 2e R.E.P. den Kampfabsprung auf Kolwezi mitgemacht hat. Auch nach seiner Pensionierung lässt es sich der Peré nicht nehmen, regelmäßig in Auriol bei seinen „Schäfchen“ vorbeizuschauen. Ein ebenso bescheidener wie beeindruckender Mensch.



(bis 2025)

(Directeur 2020-2022)

(Directeur 2012-2020)
Unterbringung der Bewohner & Gemeinschaftseinrichtungen
Neben ihren gemütlichen Wohneinheiten (s. weiter oben) stehen den Bewohnern Gemeinschaftseinrichtungen, wie der „Club du Legionnaire“, eine Bistro-Bar in der man sich zum geselligen Zusammensein bei einem Bier oder Pastis einfindet, zur Verfügung. Der Club ist mit einer großzügigen Terrasse ausgestattet, die auch über eine Grillmöglichkeit verfügt, welche im Sommer gerne genutzt wird. Ebenso gibt es eine Kapelle in der einer der Bewohner des „Maison du Legionnaire“, ein pensionierter Militärgeistlicher, Gottesdienste abhält. Auch ein Friseursalon ist vorhanden. Im August 2016 lebten bei seinerzeit noch 100 vorhandenen Wohnplätzen 68 ehemalige Legionäre (2021 = 51 und 2022 = 41) im Alter zwischen Mitte 40 und Anfang/Mitte 90 Jahren, aus vielen verschiedenen Nationen, darunter auch mehrere Deutsche, in der „Domaine du Vede“. Mitte 2014 wurde mit der Errichtung eines ersten, neuen, modernen Unterkunftshauses begonnen, dem „bâtiment Roux de Bezieux“. Nach dessen Fertigstellung in 2015 stehen nunmehr 12 neue, moderne Appartements zur Verfügung, die alle über ein eigenes Bad verfügen, was bei den ältesten der der damiligen Wohneinheiten nicht der Fall war. Weiterhin entstand 2023 ein weiteres, neues Gebäude, das „bâtiment Capitaine CATTANEO“. Nach dessen Fertigstellung standen weitere 14 moderne Studios zur Verfügung.
Die Gesamtkapazität beträgt aktuell 70 Einzelwohnräume (davon 44 Zimmer á 15m² und 26 Studios á 20m² mit eigener Terrasse).








La Maison du légionnaire
Adjudant-Chef Tomi KINNUNEN
68, chemin de Vède aux Estiennes
13 390 AURIOL
FRANCE
Unterhalb können Sie den Infoflyer des Maison du Legionnaire als .pdf-Datei herunterladen. Bitte beachten Sie, dass es sich dabei um die Version aus dem Jahr 2020 handelt, in der noch der verstorbene Lieutenant-Colonel (e.r.) SABLJIC als Direktor des Hauses angegeben ist und das Haus noch in privater Trägerschaft geführt wurde.
Download Infoflyer des Maison du Legionnaire


