Aufgestellt 1841 in Algerien
Standort heute: Quartier Viénot in Aubagne/Südfrankreich
Regimentsstärke (2026): 600 Mann – Regimentskommandeur (seit 2025):
Colonel Pierre GRANGER

Das 1er Régiment Etranger (1er R.E. ) ist das älteste Regiment der Fremdenlegion; zusammen mit dem Commandement de la Légion Etrangère (COM.LE) hat es seinen Sitz im südfranzösischen Aubagne, ca. 15 Kilometer östlich von Marseille.
Bis zum Abzug aus Algerien im Jahr 1962 war es in Sidi-Bel-Abbes, dem Hauptquartier der Fremdenlegion stationiert und nahm schon dort u.a. die selben Aufgaben wahr, die es auch heute noch erfüllt.



Das Regiment ist heute u.a. -zusammen mit dem COM.LE- verantwortlich für die Behütung und Wahrung der Traditionen der Legion. Dem Regiment angeschlossen ist das jüngst erweiterte Museum der Fremdenlegion, ebenso steht auf dem großen Paradeplatz in der Kaserne das Denkmal zu Ehren der Gefallenen der Fremdenlegion (Monument aux morts).

Das 1er R.E. ist in drei Kompanien gegliedert:

Compagnie de Commandements et des Services Régimentaires (CCSR)
Die CCSR sichert das Funktionieren der regimentsinternen Abläufe wie infrastrukturellen Kasernendienst, Verpflegung des Regimentes, die Fahrdienste mit Bussen und LKW, usw.

Compagnie des Services de la Légion Etrangère (CSLE)
Die CSLE stellt das Personal für übergreifende Dienste in der Fremdenlegion wie zum Beispiel Redakteure, Fotografen, Layouter etc. für die legionseigene Monatszeitschrift Képi Blanc, administratives Personal des COM.LE, das Personal des Sozialdienstes D.E.L.E./F.E.L.E., die Belegschaft des Museums der Fremdenlegion oder auch die Musiker der Musique de la Légion Etrangère (MLE).

Compagnie Administrative du Personel de la Légion Etrangère (CAPLE)
Die CAPLE ist zuständig für die Administration aller Soldaten, die aktiv in der Fremdenlegion dienen. Sie verwaltet neue Rekruten, bis diese einem Regiment zugeteilt werden, die administrativen Vorgänge bei Regimentswechseln, Legionäre auf Langzeiturlaub (nach Einsätzen), Langzeiterkrankte oder -verletzte usw.
Das 1er R.E. ist darüberhinaus mit der Verwaltung der Ferienzentren der Fremdenlegion in La Ciotat (CHALE) und La Malmousque (CPLEM) beauftragt. Das CHALE (Centre d‘Hébergement et d‘Accueil de la Légion Etrangère) in La Ciotat, ca. 25 Kilometer östlich von Aubagne am Mittelmeer gelegen, dient als Ferienzentrum für aktive Fremdenlegionäre, die Familie haben. Ebenso können ehemalige Legionäre, soweit es verfügbare Plätze gibt, dort einen Urlaubsaufenthalt verbringen. Das CHALE ist auch Anlaufpunkt für Legionäre und deren Familien, die aus Übersee zurückkommen und noch auf Wohnungssuche in ihrem neunen Standort/Regiment sind. Weitere Informationen zu diesen beiden Einrichtungen finden Sie in der Rubrik „Institutionen“.

M.L.E. – Das Musikkorps der Fremdenlegion

Auch das Musikkorps der Fremdenlegion, die „Musique de la Légion étrangère“ (M.L.E.), früher, als auch einzelne Regimenter noch über eine eigene „Musik“ verfügten, auch „Musique principale de la Légion étrangère“ – M.P.L.E. genannt (etwa: Hauptkapelle der Fremdenlegion), gehört zum 1er Regiment Etranger, genauer gesagt zur Compagnie des Services (CSLE).
Die M.L.E. verfügt über einen exzellenten und professionellen Ruf in der Welt der Militärmusik und nimmt mehrmals jährlich an den wichtigsten Miliärmusik-Festivals der Welt teil, und/oder tourt durch Europa. Bei der Parade zum französischen Nationalfeiertag am 14. Juli wird die Parade traditionell von der Musik der Legion angeführt. Ebenso ist die Musik bei den Feierlichkeiten zum Camerone-Tag (30. April) die erste Einheit, die auf den Paradeplatz im Quartier Vienot einmarschiert.
Bei den Musikern der M.L.E. handelt es sich grundsätzlich um ganz normale Legionäre, die wie alle anderen das Bewerbungsverfahren und die Grundausbildung durchlaufen müssen. Es ist aber kein Geheimnis, dass Bewerber die im Bewerbungsverfahren angeben, dass sie ein in einer Militärkapelle gefragtes Instrument halbwegs professionell beherrschen, bessere Chancen haben bei der Legion angenommen werden. Die Prüfung der Qualität findet durch ein Vorspielen beim Chef der M.L.E. statt. Diese Legionäre müssen dann jedoch damit rechnen, zumindest die ersten Jahre ihrer Dienstzeit tatsächlich ausschließlich im Musikkorps eingesetzt zu werden und nicht in eine Kampfkompanie versetzt zu werden. Bei langer Dienstzeit ist aber auch die Versetzung in eine Kampfeinheit möglich, da die Musiker -wie gesagt- die gleiche militärische Grundausbildung erhalten wie die übrigen Legionäre. Hinsichtlich der weiteren Fortbildungen z.B. zum Trupp- oder Gruppenführer gibt es für die Musiker (wie auch für Legionäre die in Verwaltungs- oder Versorgungseinheiten dienen), etwas „entschärftere“ Lehrgänge (Niveau 2). Sie können jedoch auch die regulären Lehrgänge (Niveau 1) absolvieren und erhalten dann exact die selbe Ausbildung wie ihre Kameraden aus den Kampfkompanien und sind somit später auch als „vollwertige“ Trupp- oder Gruppenführer in einer Kampfeinheit einsetzbar.

