Rekrutierung

Hinweis: Die Angaben auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information über das Rekrutierungsverfahren der Französischen Fremdenlegion. Dies ist keine “Rekrutierungsseite” der Legion und diese Seite soll auch nicht für den Beitritt zur Fremdenlegion “werben”. Die Redaktion von “LaLegion” kann, darf (§ 109h StGB) und wird keinerlei Unterstützung bei einer ggf. geplanten Bewerbung leisten. Von entsprechenden Anfragen bitten wir daher von vornherein abzusehen.

Rekrutierung während der COVID-19 Pandemie

Seit dem 15.07.2020 sind die Rekrutierungsbüros der Fremdenlegion wieder normal geöffnet und die Rekrutierung/Bewerbung findet wie eh und je durch persönliche Vorstellung statt. Die zwischenzeitlich gültige Voranmeldungsregelung per mail/Formular ist nicht mehr in Kraft.

Die Voraussetzungen für eine Bewerbung

Form der Bewerbung:

Eine Bewerbung bei der Fremdenlegion kann ausschließlich persönlich durch Vorsprache in einem Rekrutierungsbüro oder Vorauswahlzentrum in Frankreich erfolgen. Eine Bewerbung auf anderem Weg (schriftlich, telefonisch, per eMail usw.) ist also nicht möglich. Mehr dazu siehe weiter unten unter “der erste Kontakt…” sowie in den F.A.Q. Die Dauer des Bewerbungsverfahrens (wenn man nicht zwischenzeitlich ausscheidet) beträgt rd. 3 Wochen, insoweit man sich direkt im Vorauswahlzentrum Aubagne vorstellt. Stellt man sich im Vorauswahlzentrum Paris oder einem der Informationsbüros vor, kann das Bewerbungsverfahren, bedingt durch Wartezeiten und Transportwege, bis zu 4 Wochen dauern. Eine weitere Verlängerung kann dadurch bedingt sein, dass man sich während des Auswahlverfahrens eine leichte Erkrankung/Verletzung zuzieht und daher bestimmte Tests nicht absolvieren kann. Wenn absehbar ist, das die Erkrankung/Verletzung in wenigen Tagen auskuriert ist, wird dies in der Regel abgewartet und man kann die Tests nachholen.

Förmliche Voraussetzungen:

Alter:  Mindestens 17 Jahre und 6 Monate und höchstens 39 Jahre und 6 Monate (Alter am Tag der Bewerbung) – Es werden keine Ausnahmen hinsichtlich des Mindest- oder Höchstalters gemacht. Unter 18jährige benötigen eine beglaubigte, handgeschriebene Einverständniserklärung beider Eltern / Personensorgeberechtigten, welche bei Nicht-Franzosen durch einen vereidigten Übersetzer von der jeweiligen Landessprache ins Französische übersetzt und amtlich beglaubigt sein muss, sowie weitere beglaubigte Dokumente, die wir an dieser Stelle nicht einzeln aufzählen.

Es muss die Bereitschaft bestehen, einen Erstvertrag über 5 Jahre zu unterzeichnen. Eine kürzere oder längere Verpflichtungsdauer ist beim Erstvertrag -ausnahmslos- nicht möglich. Vertragsverlängerungen (natürlich auch mehrere in Folge) können dann mit Laufzeiten von jeweils 6 Monaten bis 3 Jahren abgeschlossen werden, unter bestimmten Umständen bis 5 Jahre.

Ausweisdokument: Alle Bewerber müssen einen gültigen REISEPASS vorlegen. Ausnahme: Bei Staatsangehörigen von Schengen-Staaten ist der Personalausweis ausreichend. Staatsangehörige von Bulgarien und Rumänien müssen einen Reisepass vorlegen, da diese Länder nicht Vollmitglieder des Schengenraumes sind. Bei Staatsangehörigen der Nicht-Schengenstaaten Irland und Großbritannien (mglw. geändert seit EU-Austritt) ist der Personalausweis ausreichend.

Visum: Bewerber mit einer Staatsangehörigkeit eines Landes außerhalb des Schengenraumes, die zur Bewerbung nach Frankreich einreisen (und keine Aufenthaltserlaubnis für Frankreich, bzw. die EU/Schengen besitzen) benötigen zur Einreise ein gültiges Visum, insofern keine entsprechenden Regelungen über visafreien Reiseverkehr zwischen Frankreich und dem jeweiligen Herkunftsland bestehen. Die Ausstellung eines Visums alleine für den Zweck der Bewerbung bei der Fremdenlegion ist nicht möglich. Die Fremdenlegion kann auch keine Hilfestellung bei der Erlangung eines Einreisevisums geben. Alle Kosten die in Zusammenhang mit der Einreise stehen (also auch Visagebühren) sind vom Bewerber selbst zu tragen.

Anonymat (neue Identität) – siehe F.A.Q.

Strafrechtliches Vorleben

Eines der großen Mythen bei der Fremdenlegion (“die nehmen doch jeden…”). “Jeder” wurde bei der Fremdenlegion noch nie genommen. Wahr ist, dass in früheren Zeiten teilweise nicht so genau hingeschaut wurde, und vor allem auch nicht die heutigen Möglichkeiten für die Legion bestanden Informationen über Straftaten der Bewerber aus deren Heimatländern zu bekommen. Heute -in Zeiten von Interpol, Europol, Schengener Informationssystem (SIS)- sieht das gänzlich anders aus, vor allem bei Bewerbern aus Europa. Es gibt keinen verbindlichen “Katalog” (jedenfalls keinen öffentlich bekannten), in dem festgelegt ist ab welcher “Anzahl und Güte” von Straftaten man nicht angenommen wird. Gemäß der bekannten Auskünfte der Fremdenlegion stellt sich folgende Situation dar:

Mörder und Vergewaltiger werden -wie schon eh und je- nicht angenommen

Gewalttäter (auch Räuber etc.) werden nicht angenommen

Drogenhändler werden nicht angenommen

Deserteure aus anderen Armeen werden grundsätzlich nicht angenommen (wobei es in Einzelfällen dennoch vorkam)

Personen die zur Fahndung ausgeschrieben sind, werden nicht angenommen (bzw. sogar ggf. an die franz. Polizei überstellt zur Weiterüberstellung an die Behörden des Heimatlandes, bzw. des Staates der die Fahndung ausgelöst hat) 

Personen gegen die noch offene Strafverfahren laufen (auch wenn sie nicht zur Festnahme ausgeschrieben sind) oder Personen, die im Heimatland unter Bewährungsaufsicht stehen, werden im Regelfall nicht angenommen. Insbesondere Letztere sollten vor einer Bewerbung zunächst ihre Bewährungszeit zu Ende bringen und den entsprechenden Gerichtsbeschluss über den Straferlass abwarten.

In allen anderen Fällen entscheidet die Legion individuell. Leichtere Vergehen (z.B. Diebstahl eines Autos, Trunkenheitsfahrten, Schwarzfahren mit Bus&Bahn, leichte Fälle von Betrug, und ähnliches) stellen in der Regel keinen Hinderungsgrund dar, soweit die Verfahren abgeschlossen sind und die entsprechenden Strafen verbüßt oder erlassen sind.

Insbesondere deutsche Bewerber sollten davon ausgehen, dass der Sicherheitsdienst der Legion (D.S.P.L.E.) sowohl einen Bundeszentralregisterauszug von ihnen von den deutschen Behörden bekommen kann, sowie auch Auskünfte aus den Datensystemen der Bundespolizei, sowie den Landespolizeien (z.B. POLAS, INPOL usw.)  

Körperliche Voraussetzungen:

Körpergröße: Die Fremdenlegion hat für ihre Bewerber keine Mindest- oder Höchstmaße hinsichtlich der Körpergröße definiert. Da in der Legion sowohl 1,50m große Chinesen, als auch 2,20m große Norweger dienen, ist das Spektrum weit gefächert.

Body-Mass-Index (BMI): zwischen 20 und 30 – BMI = Gewicht geteilt durch (Körpergröße mal Körpergröße). Selbst leichtes Übergewicht zum Zeitpunkt der Bewerbung wird also toleriert.

Beispiel: Gewicht: 72 KG, Körpergröße: 1,75m = 72 / (1,75 * 1,75) = 23,51

Ein kleines Programm zur Berechnung des eigenen BMI findet man hier (Seite außerhalb von LaLegion)

Gesunde und gepflegte Zähne (max. fehlende Zähne: 4-6 je nach “Zahnwert”). Sichtbare Zahnlücken sollten durch eine Prothese ersetzt sein. Grundsätzlich empfiehlt sich eine gründliche Zahnsanierung vor der Bewerbung. Mastikatorischer Koeffizient (Zahnarzt fragen) größer oder gleich 40%

Tätowierungen / Tattoos: siehe F.A.Q.

Körperschmuck aller Art wie piercings, Ohrringe, usw. müssen abgenommen/entfernt werden.

Gesundheitliche Voraussetzungen:

Ausreichendes Sehvermögen (Brille ist kein Problem, solange man ohne Brille nicht nahezu “blind” ist), etwa auf dem Niveau eines Führerschein-Sehtests

Ausreichendes Hörvermögen

Falls es in der Vergangenheit chirurgische Eingriffe gab, ist es von Vorteil die entspr. Röntgenbilder dabei zu haben, sowie ein Attest (idealerweise in französischer Sprache, bzw. als beglaubigte Übersetzung durch einen staatl. anerkannten Übersetzer), dass die Behandlung abgeschlossen ist, und keine Folgeeingriffe notwendig sind.

Ausschlussgründe sind andauernde chronische Krankheiten oder lfd. psychiatrische Behandlung. Beispiele: TBC, Diabetes, Hepatitis,  Krebs, Blutarmut, Knie-/Meniskusbruch, wiederkehrende Luxation der Kniescheibe, nicht korrekt verheilte Knochenbrüche.

Ein positiver Drogentest (gleich auf welche Art von Drogen, also auch Cannabis) ist selbstverständlich ein “NoGo”. Es wird jeder Bewerber getestet.

Ganz allgemein muss ein Legionär körperlich/gesundheitlich in der Verfassung sein, überall auf der Welt eingesetzt werden zu können, sei es in der Wüste, im tropischen Regenwald oder im Gebirge

Tests:

Folgende Tests müssen bestanden werden:

Sport:

Mindestens 5 sauberst ausgeführte Klimmzüge (Arme gestreckt, Kinn über der Stange – siehe Videoclip). Teilweise werden -je nach Laune des Prüfers- auch 6 oder 7 Klimmzüge verlangt. Bestanden hat man jedoch mit 5 korrekt ausgeführten. Im Jahr 2018 lag der Durchschnitt bei 10 Klimmzügen je Bewerber.

Es muss Palier/Level 5 beim Luc-Leger-Test (“Beep-Test”) erreicht werden (relativ neu – bisher wurde Palier 7 verlangt).

Mindestens 25 Meter Schwimmen, ohne jegliche Hilfsmittel [NEU] 

Ziel bei allen Sporttests ist es natürlich grundsätzlich, nicht nur das notwendige Minimum zu erreichen, sondern das individuell mögliche Maximum. Ein sehr guter Sporttest kann möglicherweise auch leichte Schwächen im Logik- und Psychotechniktest ausgleichen und umgekehrt. Wobei zu beachten ist, dass die einzelnen Sporttests in der Regel unmittelbar aufeinander folgend, ohne wirkliche Pause, durchgeführt werden. Daher sollte es natürlich nicht passieren, dass ein Bewerber sich bei einem Test komplett verausgabt, um das Maximum zu erreichen und im Anschluss nicht mehr in der Lage ist, das Minimum beim nächsten Test zu schaffen.

Klimmzüge – wie man sie richtig macht … und wie nicht © Legion Etrangere /GRLE
Luc Leger Test mit Erklärung (in französisch und grafisch) © Legion Etrangere /GRLE
Tabelle Luc-Leger-Test

Im Auswahlverfahren nicht mehr getestet/angewendet werden der Cooper-Test, sit-up’s, Seilklettern, Liegestütze …  Auf alle diese Dinge wird dann jedoch bei der Grundausbildung wieder großer Wert gelegt und die entsprechenden Zielvorgaben müssen erreicht werden, um die Grundausbildung zu bestehen. Insbesondere Liegestütze wird man v.a. während der Grundausbildung so einige zu absolvieren haben.

Logik- und Psychotechniktest:

Der Logik- und Psychotechniktest wird am PC in Muttersprache absolviert. Es muss eine bestimmte Punktzahl erreicht werden. Der Logik- und Psychotechniktest ist sehr ähnlich aufgebaut, wie ein Einstellungstest für einen Arbeitsplatz (Zahlenreihen vervollständigen, Formen zuordnen usw.). Bei diesem Test sind 0 bis 20 Punkte erreichbar. Wer hier zu schlecht abschneidet, muss das Auswahlverfahren beenden. Ein besonders gutes Ergebnis ist später der “Türöffner” für die Lehrgänge zum Erlangen höherer technischer Zertifikate (CT), die einerseits für spezielle Verwendungen Voraussetzung sind, zum anderen auch Voraussetzung dafür, später die Unteroffizierslaufbahn einschlagen zu können.

Persönlichkeitstest (Ergänzungstest zum Psychotechniktest), sowie Motivations- und Sicherheitsgespräch:

Im Persönlichkeitstest geht es -einfach gesagt- darum, durch gezielte Fragen herauszufinden ob und inwieweit ein Bewerber aufgrund seiner Persönlichkeit zur Fremdenlegion passt, oder ob er gänzlich ungeeignet für den Dienst in der Legion ist. Auch hier werden erste Einschätzungen getroffen und in der Akte vermerkt, ob der Bewerber -falls er angenommen wird- von seiner Persönlichkeit her später für die Unteroffizierslaufbahn in Frage kommt. Das Motivations- und Sicherheitsgespräch wird durch einen Angehörigen der D.S.P.L.E. (Sicherheitsdienst der Legion) durchgeführt. Hier geht es hauptsächlich um das “Vorleben” des Bewerbers, insbesondere um Straftaten, sowie die Motivation zur Bewerbung bei der Fremdenlegion. Ehrlichkeit ist hier oberstes Gebot. “Blender” werden schnell enttarnt.

Sonstige Voraussetzungen:

Sprache: Kenntnisse der französischen Sprache sind nicht erforderlich (jedoch natürlich vorteilhaft). Ein Grundstock der französischen Sprache wird während der Grundausbildung vermittelt, um die elementarsten Dinge und auch gegebene Befehle verstehen zu können. Jeder nicht Französisch sprechende Bewerber bekommt für die Dauer der Grundausbildung einen frankophonen Bewerber (meist Muttersprachler) als sogenannten “Binôme” (Zwilling/Double) zur Seite gestellt, der ihm übersetzt. Dieser Binôme hat ein eigenes Interesse daran, dass sein “Schüler” möglichst viel und schnell lernt, da da die Erfolge des Schülers in die Grundausbildungs-Bewertung des Binôme einfließen. In den letzen Jahren wurde teilweise auch das Trinôme-Prinzip angewendet, so dass 1 Muttersprachler 2 andere Rekruten betreut. Das weitere Erlernen der französischen Sprache ergibt sich aus dem alltäglichen Dienst, da dort -natürlich- Französisch die “Kommandosprache” ist und sich die Legionäre verschiedener Nationalitäten untereinander ebenfalls auf Französisch verständigen. Ziel ist es, am Ende der Grundausbildung 400 französische Vokabeln in Wort und Schrift zu beherrschen.

Militärische Vorbildung: Militärische Vorbildung (z.B. Wehrdienst im Heimatland) ist ebenfalls nicht erforderlich, da die Ausbildung für jeden neuen Legionär bei “null” beginnt. Vorteilhaft ist eine entsprechende Vorbildung dahingehend, dass bestimmte “Basics” (z.B. Leben im Felde, Kameradschaft, Prinzip von Befehl und Gehorsam) bei denjenigen Bewerbern bereits vorhanden sind.

Der erste Kontakt…

… eines Bewerbers zur Fremdenlegion findet ausschließlich per persönlicher Vorstellung in einem der 9 über Frankreich verteilten Informationsbüros (Poste d’information de la Legion Etrangere – P.I.L.E.) oder über eines der 2 Vorausauswahlzentren (Centre de preselection – C.P.S.) statt. Die Standorte der P.I.L.E.’s sehen Sie unterhalb. Das Vorauswahlzentrum-Nord befindet sich in Paris (Fort de Nogent). Das Vorauswahlzentrum-Süd befindet sich gemeinsam mit dem Hauptauswahlzentrum (Centre de Selection et Incooperation – C.S.I.) in Aubagne, im Hauptquartier der Fremdenlegion. Eine andere Art der Vorstellung (schriftlich, telefonisch, digital) ist nicht möglich. 

Die Rekrutierungsbüros sind “rund um die Uhr” besetzt und stehen -zumindest offiziell, der alten Tradition folgend- 24 Std. pro Tag an 365 Tagen im Jahr den Bewerbern offen, so dass Bewerber jederzeit und ohne Termin vorsprechen können (Termine werden nicht vergeben). In der Praxis sollte man aber nicht unbedingt sehr spät abends oder gar mitten in der Nacht, oder an Tagen wie Weihnachten oder dem Camerone-Tag (30. April) dort vorsprechen. Auch die Abende an Wochenenden sollte man möglichst vermeiden, da gerade bei den kleinen PILEs in der Praxis durchaus die reale “Gefahr” besteht, dann auf den Montag (bzw. unter der Woche auf den nächsten Morgen) verwiesen zu werden, z.B. aufgrund von Unterbesetzung während der Nachtzeit. Auch bei der Legion haben sich heutzutage halbwegs normale Bürozeiten etabliert: Mo. bis Fr. – ca. 09:00 bis 17:00 Uhr.

Die Informations- und Bewerbungsbüros der Fremdenlegion – P.I.L.E. und C.P.S. (P.R.L.E.)

Während seit Bestehen der Fremdenlegion eine Bewerbung bei der Fremdenlegion nur im französischen Mutterland (France metropolitaine/Kontinentalfrankreich) möglich war* existiert seit 2018 ein weiteres Rekrutierungsbüro mit teilweisen Befugnissen eines C.P.S. auf Tahiti unter der Bezeichnung “Bureau d’Information et Recrutement de la Légion étrangère” (B.I.R.L.E.) in Pirae, einem Vorort von Papeete, der Hauptstadt von Tahiti. Hier können sich junge Männer aus Französisch-Polynesien bewerben und die ersten Testverfahren durchlaufen. Bei festgestellter Eignung werden sie -kostenlos- zum Hauptauswahlzentrum nach Aubage/Frankreich transportiert (und bei ggf. Ablehnung auch kostenlos zurück). Bewerber die die Tests auf Tahiti bestanden und ihr “Ticket nach Aubagne” haben, sind “so gut wie” bei der Legion angenommen. Nur falls in Aubagne noch gravierende Unzulänglichkeiten festgestellt werden sollten, werden diese Bewerber noch abgelehnt.

*auch “Überseefranzosen” aus den französischen Gebieten bspw. in der Karibik, Franz.-Polynesien, Neukaledonien mussten zur Bewerbung nach Frankreich reisen. Kurz nach Ende des 2. Weltkriegs warb die Legion für kurze Zeit auch in Deutschland (französische Besatzungszone) an, wobei es in Deutschland nur “Sammelstellen” gab (etwa in Landau und Offenburg), von wo aus die Bewerber dann zur eigentlichen Bewerbung gesammelt nach Strasbourg transportiert wurden.

Neuverpflichtungen im Jahr 2021

Für das Jahr 2021 sind weniger Neuverpflichtungen geplant, als in den Jahren zuvor. Dies wird dazu führen, dass die Annahmequote wieder auf -ungefähr- 1 zu 10 sinken wird. Mit 1.300 geplanten Neuverpflichtungen werden lediglich die zu erwartenden Abgänge (Rente/Vertragsende) kompensiert werden, so dass die Gesamtmannschaftsstärke der Legion gleich bleiben wird.

Das Bewerbungsverfahren im chronologischen Ablauf (Kurzversion)

Persönliche Vorstellung in einem Rekrutierungsbüro oder direkt in einem von 2 Vorauswahlzentren in Frankreich.

Bei Vorstellung in einem Rekrutierungsbüro: Nach Feststellung der grundlegensten Voraussetzungen (Alter, keine sichtbaren körperlichen Ausschlussgründe) folgen: erster sportlicher Test (Klimmzüge), erster kurzer Logiktest (9 Punkte/Fragen), Kurzinterview über die Motivation der Legion beitreten zu wollen. Soweit die Ergebnisse zufriedenstellend sind, Weitertransport in das zust. Vorauswahlzentrum (Paris oder Aubagne) – ansonsten Ende des Bewerbungsverfahrens.

Im Vorauswahlzentrum: Alle sportlichen und Belastungs-Tests (Klimmzüge, Luc-Leger) und grundlegende medizinische Untersuchungen, Logik- und Psychotechniktest, erstes ausführliches Interview zur Motivation der Legion beitreten zu wollen.

– Nach Bestehen dieser Tests/Untersuchungen: Transport/Verlegung in das Hauptauswahlzentrum (C.S.I.) in Aubagne. Bei Nicht-Bestehen: Ende des Bewerbungsverfahrens!

– Im Hauptauswahlzentrum (C.S.I.): gründliche medizinische Untersuchung, sowie Befragungen (Interview mit Militärpsychologen, Interview mit Sicherheitsdienst, weiteres Motivationsinterview, Persönlichkeitstest). Praxistest der Fähigkeit zum Leben in der Gruppe. Möglicherweise erneute Sport- und Logiktests (Wiederholung). Bei Nicht-Bestehen eines relevanten Tests: Ende des Bewerbungsverfahrens und Rückkehr ins Zivilleben. Bei Bestehen aller Tests: Vorstellung bei der “Auswahl- und Verpflichtungskommission”, welche ohne Anwesenheit des Bewerbers (“nach Aktenlage”) entscheidet.

– Bei positivem Entscheid: Sofortige(!) Versetzung ins Ausbildungsregiment (4e Regiment Etranger) in Castelnaudary, zur 4monatigen Grundausbildung.
Bei negativem Entscheid: Sofortige Rückkehr ins Zivilleben.

– Dauer des Bewerbungsverfahrens: Je nach Ort der Erstvorstellung ca. 3-4 Wochen.

Das Bewerbungsverfahren im chronologischen Ablauf (ausführlich)

Hat ein Bewerber in einem P.I.L.E. (Rekrutierungsbüro) oder C.P.S. (Vorauswahlzentrum) seinen Wunsch bekundet der Fremdenlegion beizutreten, beginnt das offizielle Bewerbungsverfahren, welches auch nicht mehr unterbrochen werden kann. Es ist also NICHT möglich, nach Beginn des Verfahrens noch einmal “nach Hause” zu fahren, um dort irgendwelche Dinge zu erledigen, wie die Kündigung einer Wohnung o.ä. Der Bewerber (“engagé volontaire” – E.V. = “freiwilliger Bewerber”) durchläuft nun verschiedene Testverfahren und Untersuchungen (siehe oberhalb). Stellt sich der Bewerber in einem P.I.L.E. vor, sind dort direkt einige Klimmzüge und ein erster, kurzer Logiktest zu absolvieren. Scheitert der E.V. schon daran, ist das Bewerbungsverfahren bereits nach wenigen Minuten wieder beendet. Für die Dauer des gesamten Bewerbungsverfahrens bekommt man Unterkunft und Verpflegung von der Fremdenlegion kostenlos gestellt.

Mitbringen und Nicht-Mitbringen

Mitzubringen sind in jedem Fall folgende Dinge:

Reisepass (für Bürger von Schengenstaaten, sowie GB und IRL reicht Personalausweis)
– 1 Paar Laufschuhe
– jeweils 3 Unterhosen, T-Shirts und Paare Socken
– Handtuch/Badetuch und Badelatschen
– jeweils 1mal Duschgel/Schampoo, Rasierschaum, Einwegrasierer 
– etwas Bargeld (max. 100,00 €)*

*Behalten davon darf man zunächst max. 50,00 EUR, jedoch sollte für den Fall des Ausscheidens die Finanzierung der Heimfahrt irgendwie gesichert sein. Es besteht natürlich ggf. auch die Möglichkeit sich von Verwandten/Freunden Geld für die Heimfahrt per z.B. Western Union, MoneyGram o.ä. an eine entsprechende Auszahlungsstelle in Aubagne oder Marseille senden zu lassen.

Keinesfalls mitzubringen sind folgende Dinge:

– Waffen jeglicher Art (auch Messer etc.)
– Kraftfahrzeuge jeglicher Art
– Fahrräder jeglicher Art / E-Bikes / E-Roller usw.
– Hausschlüssel
– Autoschlüssel

Nicht zwingend notwendig, aber nützlich sind -soweit vorhanden- ggf. folgende Dinge (vor allem die ersten 3 Punkte) :

– Aktuelle Röntgenaufnahmen von verheilten, alten Knochenbrüchen / chirurgischen Eingriffen
– Zusätzlich ggf. Attest (in Französisch, oder von staatl. anrkanntem Übersetzer ins Französische übersetzte Kopie), dass die Operation gut verlaufen und keine Nachbehandlung notwendig ist.
– Geburtsurkunde, internationale Version = mehrsprachig (nicht älter als 6 Monate)
– “Polizeiliches” Führungszeugnis (beim Einwohnermeldeamt zu beantragen)
– EU-Aufenthaltserlaubnis/Schengen (nur für Nicht-EU-Bürger die dauerhaft in einem EU-Land leben)
Diplome/Zeugnisse über bestandene (Berufs-)Ausbildungen (militärisch oder zivil).
Beispiele:
Gesellenbrief/Meisterbrief, Diplom, Fallschirmspringerschein (zivil oder militärisch), Taucherschein (zivil oder militärisch), Bootsführerschein, Bergführerlizenz, Urkunden von Sportabzeichen (DSB, ÖSTA o.a.), Nachweis über Ausbildung als Rettungsschwimmer, Nachweis über erreichte Grade in Kampfsportarten, KFZ-Führerschein(e) aller Art (auch ADR-Schein), Führerscheine für schwere Baumaschinen (Bagger etc.), Nachweis über geleisteten Militärdienst im Heimatland usw.
– gutes Wörterbuch: “Französisch/Muttersprache”

Abgenommen werden in jedem Fall folgende Dinge:

– jegliche Art von Bankkarten/Kreditkarten
– Bücher, Fotos, Briefe …
– MP3-Player und ähnliches
– Spielekonsolen in jeglicher Art und Größe (Playstation etc.)
– Laptop/Tablet
– Smartwatches (Uhren mit Internetverbindung)
– Schmuck jeglicher Art (klassische Uhren sind erlaubt)
– Handy/Smartphone (Rückgabe idR. gegen Ende der Grundausbildung)

Weitere Tests, Befragungen und erste medizinische Untersuchungen (siehe grau hinterlegte Kurzversion weiter oben), sowie die Unterzeichnung des “Vorvertrages” über 5 Jahre Dienstzeit finden im Vorauswahlzentrum (C.P.S.) statt, in das der E.V. nach 1-3 Tagen vom P.I.L.E. aus transportiert wird, wenn er sich nicht schon direkt im C.P.S. vorgestellt hat, was möglich ist.

Scheitert ein Bewerber bei einem signifikanten der nun folgenden Tests oder einer Untersuchung, wird er direkt an der Stelle des Bewerbungsverfahrens an der er sich gerade befindet, wieder ins Zivilleben entlassen und bekommt eine kostenlose Fahrkarte zu dem Ort, in dem das Rekrutierungsbüro liegt, in dem er sich ursprünglich vorgestellt hat. Diese Regelung gilt auch während der nächsten Testphase im Hauptauswahlzentrum.

Besteht der E.V. alle Tests und Untersuchungen im C.P.S. wird er nach etwa 7 Tagen ins Hauptauswahlzentrum (C.S.I.) nach Aubagne transportiert (insoweit die Vorauswahl im C.P.S. Paris stattgefunden hat), bzw. in Aubagne vom C.P.S. ins C.S.I. verlegt, wo die eigentlichen und abschließenden Tests (siehe weiter oben unter “Tests”), Befragungen und Untersuchungen stattfinden, und -soweit diese bestanden werden-  der E.V. der “Auswahl- und Verpflichtungskommission” vorgestellt wird, welche letztendlich darüber entscheidet, ob der Bewerber angenommen wird. Der Begriff “Vorstellung” ist hier nicht wörtlich zu verstehen. Die Kommission entscheidet anhand der Akte/der Beurteilungen, ohne den E.V. persönlich zu empfangen.

Bewerber die alle Tests und Untersuchungen bestanden haben, wechseln vom Status “bleu” (blau), den sie im Laufe des Bewerbungsverfahrens erreichen, in den Status “rouge” (rot), ersichtlich dadurch, dass sie einen quadtratischen roten Ärmelpatch an der Uniform tragen. Die “Rouges” sind bis zur Versetzung ins Grundausbildungsregiment (soweit sie nicht noch von der Auswahl- und Verpflichtungskommission abgelehnt werden) für die neuen “Bleus” mit verantwortlich, erklären ihnen z.B. wie ein Bett “á la Legion” gebaut wird, oder ein Spind eingeräumt. Es folgt dann die Übergabe des endgültigen Vertrages über (zunächst) 5 Jahre Dienstzeit. Weitere Informationen zum Bewerbungs- und Auswahlverfahren finden Sie in unseren “F.A.Q.“, sowie unter “Regimenter – G.R.L.E.”

Das Bewerbungs- und Auswahlverfahren grafisch dargestellt

Die Grundausbildung

Hat der Bewerber in Aubagne seinen entgültigen Vertrag erhalten, erfolgt direkt die Versetzung in das Grundausbildungsregiment der Fremdenlegion in Castelnaudary (4e Regiment Etranger – 4e R.E.), wo er die rd. 4monatige Grundausbildung absolviert.

Ein Teil der Grundausbildung (etwa 4 Wochen) findet auf einer von 3 “Fermes d’instruction” (Ausbildungsfarm/Bauernhof) statt, die im Besitz der Legion sind und sehr abgelegen in der Nähe von Castelnaudary liegen. Jede Grundausbildungskompanie hat ihre eigene Ferme:

1er CEV: Ferme “Bel Air”
2e CEV: Ferme “Le Cuin”
3e CEV: Ferme “Le Raissac”

Der Ausbildungsteil auf den Farmen wird von vielen Legionären als der anspruchsvollste Teil der Grundausbildung beschrieben. Weitere Informationen zur Grundausbildung finden Sie unter 4e Regiment Etranger.

Die 2 recht aktuellen Videoclips unterhalb zeigen einen Teil des Bewerbungs- und Auswahlverfahrens (Video Teil 1), sowie eine Section (Zug) der 2e CEV bei einem Teil der Grundausbildung auf der Farm “Le Cuin” (Video Teil 2). Zugführer ist der deutsche Adjudant (Hauptfeldwebel) Stefan R.

Grundausbildung auf Le Cuin, Teil 1
Grundausbildung auf Le Cuin, Teil 2

Unter folgendem Link finden Sie ebenfalls eine aktuelle, längere TV-Dokumentation (in Französisch) vom Juni 2019, in welcher der aktuelle Verlauf des Bewerbungsverfahrens und auch der Grundausbildung zwar nur umrissen, aber gut dargestellt wird.

Mit Plakaten/Grafiken wie diesen wirbt die Fremdenlegion heute um neue Rekruten


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