Rekrutierung

Hinweis: Die Angaben auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information über das Rekrutierungsverfahren der Französischen Fremdenlegion. Dies ist keine „Rekrutierungsseite“ der Legion und diese Seite soll auch nicht für den Beitritt zur Fremdenlegion „werben“. Die Redaktion von „LaLegion“ bietet auch keinerlei Unterstützung bei einer ggf. geplanten Bewerbung. Von entsprechenden Anfragen bitten wir daher von vornherein abzusehen.

Die Voraussetzungen für eine Bewerbung

Förmliche Voraussetzungen:

Alter:  Mindestens 17 Jahre und 6 Monate und höchstens 39 Jahre und 6 Monate (Alter am Tag der Bewerbung) – Es werden keine Ausnahmen hinsichtlich des Mindest- oder Höchstalters gemacht. Unter 18jährige benötigen eine beglaubigte Einverständniserklärung beider Eltern / Personensorgeberechtigten, welche bei Nicht-Franzosen durch einen vereidigten Übersetzer von der jeweiligen Landessprache ins Französische übersetzt und amtlich beglaubigt sein muss) Es muss die Bereitschaft bestehen, einen Erstvertrag über 5 Jahre zu unterzeichnen. Eine kürzere oder längere Verpflichtungsdauer ist beim Erstvertrag -ausnahmslos- nicht möglich. Folgeverträge können in aller Regel für Zeitspannen von 6 Monaten bis zu 3 Jahren abgeschlossen werden.  

Ausweisdokument: Alle Bewerber müssen einen gültigen REISEPASS vorlegen. Ausnahme: Bei Staatsangehörigen von Schengen-Staaten ist der Personalausweis ausreichend. Staatsangehörige von Bulgarien und Rumänien müssen einen Reisepass vorlegen, da diese Länder noch nicht Vollmitglieder des Schengenraumes sind. Bei Staatsangehörigen der Nicht-Schengenstaaten Irland und Großbritannien ist der Personalausweis ausreichend, ebenso wie bei den Nicht-EU Ländern Island, Norwegen und der Schweiz 

Visum: Bewerber mit einer Staatsangehörigkeit eines Landes außerhalb des Schengenraumes, die zur Bewerbung nach Frankreich einreisen (und keine Aufenthaltserlaubnis für Frankreich, bzw. die EU/Schengen besitzen) benötigen zur Einreise ein gültiges Visum, insofern keine entsprechenden Regelungen über visafreien Reiseverkehr zwischen Frankreich und dem jeweiligen Herkunftsland bestehen. Die Ausstellung eines Visums alleine für den Zweck der Bewerbung bei der Fremdenlegion ist nicht möglich. Die Fremdenlegion kann auch keine Hilfestellung bei der Erlangung eines Einreisevisums geben. Alle Kosten die in Zusammenhang mit der Einreise stehen (also auch Visagebühren) sind vom Bewerber selbst zu tragen.

Strafrechtliches Vorleben

Eines der großen Mythen bei der Fremdenlegion („die nehmen doch jeden…“). „Jeder“ wurde bei der Fremdenlegion noch nie genommen. Wahr ist, dass in früheren Zeiten teilweise nicht so genau hingeschaut wurde, und vor allem auch nicht die heutigen Möglichkeiten für die Legion bestanden Informationen über Straftaten der Bewerber aus deren Heimatländern zu bekommen. Heute -in Zeiten von Interpol, Europol, Schengener Informationssystem (SIS)- sieht das gänzlich anders aus, vor allem bei Bewerbern aus Europa. Es gibt keinen verbindlichen „Katalog“ (jedenfalls keinen öffentlich bekannten), in dem festgelegt ist ab welcher „Anzahl und Güte“ von Straftaten man nicht angenommen wird. Gemäß der bekannten Auskünfte der Fremdenlegion stellt sich folgende Situation dar:

Mörder und Vergewaltiger werden -wie schon eh und je- nicht angenommen

Gewalttäter (auch Räuber etc.) werden nicht angenommen

Drogenhändler werden nicht angenommen

Deserteure aus anderen Armeen werden grundsätzlich nicht angenommen (wobei es in Einzelfällen dennoch vorkam)

Personen die zur Fahndung ausgeschrieben sind, werden nicht angenommen (bzw. sogar ggf. an die franz. Polizei überstellt zur Weiterüberstellung an die Behörden des Heimatlandes, bzw. des Staates der die Fahndung ausgelöst hat) 

Personen gegen die noch offene Strafverfahren laufen (auch wenn sie nicht zur Festnahme ausgeschrieben sind) oder Personen, die im Heimatland unter Bewährungsaufsicht stehen, werden im Regelfall nicht angenommen. Insbesondere Letztere sollten vor einer Bewerbung zunächst ihre Bewährungszeit zu Ende bringen und den entsprechenden Gerichtsbeschluss über den Straferlass abwarten.

In allen anderen Fällen entscheidet die Legion individuell. Leichtere Vergehen (z.B. Diebstahl eines Autos, Trunkenheitsfahrten, Schwarzfahren mit Bus&Bahn;, leichte Fälle von Betrug, und ähnliches) stellen in der Regel keinen Hinderungsgrund dar, soweit die Verfahren abgeschlossen sind und die entsprechenden Strafen verbüßt oder erlassen sind.

Insbesondere deutsche Bewerber sollten davon ausgehen, dass der Sicherheitsdienst der Legion (D.S.P.L.E.) sowohl einen Bundeszentralregisterauszug von ihnen von den deutschen Behörden bekommen kann, sowie auch Auskünfte aus den Datensystem der Bundespolizei, sowie den Landespolizeien (z.B. POLAS, INPOL usw.)  

Körperliche Voraussetzungen:

Body-Mass-Index (BMI): zwischen 20 und 30 – BMI = Gewicht geteilt durch (Körpergröße mal Körpergröße).

Beispiel: Gewicht: 72 KG, Körpergröße: 1,75m = 72 / (1,75 * 1,75) = 23,51

Gesunde und gepflegte Zähne (max. fehlende Zähne: 4-6 je nach „Zahnwert“). Sichtbare Zahnlücken sollten durch eine Prothese ersetzt sein. Grundsätzlich empfiehlt sich eine gründliche Zahnsanierung vor der Bewerbung. Mastikatorischer Koeffizient (Zahnarzt fragen) größer oder gleich 40%

Gesundheitliche Voraussetzungen:

Ausreichendes Sehvermögen (Brille ist kein Problem), etwa auf dem Niveau eines Führerschein-Sehtests

Ausreichendes Hörvermögen

Falls es in der Vergangenheit chirurgische Eingriffe gab, ist es von Vorteil die entspr. Röntgenbilder dabei zu haben, sowie ein Attest, dass die Behandlung abgeschlossen ist, und keine Folgeeingriffe notwendig sind.

Ausschlussgründe sind andauernde chronische Krankheiten oder lfd. psychiatrische Behandlung. Beispiele: TBC, Diabetes, Hepatitis,  Krebs, Blutarmut, Knie-/Meniskusbruch, wiederkehrende Luxation der Kniescheibe, nicht korrekt verheilte Knochenbrüche.

Ganz allgemein muss ein Legionär körperlich/gesundheitlich in der Verfassung sein, überall auf der Welt eingesetzt werden zu können, sei es in der Wüste, im tropischen Regenwald oder im Gebirge

Tests:

Folgende Tests müssen bestanden werden:

Mindestens 7 sauberst ausgeführte Klimmzüge

Es muss Niveau 7 beim Luc-Leger-Test („Beep-Test“) erreicht werden

Logik- und Psychotechniktest (wird am PC in Muttersprache absolviert – ähnlich den Einstellungstests bei Bewerbungen um einen Arbeitsplatz)

Mindestens 25 Meter Schwimmen, ohne jegliche Hilfsmittel [NEU] 

Offiziell nicht mehr getestet/angewendet werden der Cooper-Test, sit-up’s, Seilklettern, Liegestütze …  Da bei der Legion jedoch nichts unmöglich ist, werden auch diese Tests ab und zu gerne mal „eingestreut“.

Sonstige Voraussetzungen:

Sprache: Kenntnisse der französischen Sprache sind nicht erforderlich (jedoch natürlich vorteilhaft). Ein Grundstock der französischen Sprache wird während der Grundausbildung vermittelt, um die elementarsten Dinge und auch gegebene Befehle verstehen zu können. Jeder nicht Französisch sprechende Bewerber bekommt für die Dauer der Grundausbildung einen frankophonen Bewerber (meist Muttersprachler) als sogenannten „Buddy“ zur Seite gestellt, der ihm übersetzt. Dieser „Buddy“ hat ein eigenes Interesse daran, dass sein „Schüler“ möglichst viel und schnell lernt, da da die Erfolge des Schülers in die Grundausbildungs-Bewertung des Buddy’s einfließen. Das weitere Erlernen der französischen Sprache ergibt sich aus dem alltäglichen Dienst, da dort -natürlich- Französisch die „Kommandosprache“ ist und sich die Legionäre verschiedener Nationalitäten untereinander ebenfalls auf Französisch verständigen. 

Militärische Vorbildung: Militärische Vorbildung (z.B. Wehrdienst im Heimatland) ist ebenfalls nicht erforderlich, da die Ausbildung für jeden neuen Legionär bei „null“ beginnt. Vorteilhaft ist eine entsprechende Vorbildung dahingehend, dass bestimmte „Basics“ (z.B. Leben im Felde, Kameradschaft, Prinzip von Befehl und Gehorsam) bei denjenigen Bewerbern bereits vorhanden sind.

Mitbringen und Nicht-Mitbringen

Mitzubringen sind in jedem Fall folgende Dinge:
– Ausweisdokument (siehe oben)
– 1 Paar Laufschuhe
– jeweils 3 Unterhosen, T-Shirts und Paare Socken
– Handtuch und Badelatschen
– jeweils 1mal Duschgel/Schampoo, Rasierschaum, Einwegrasierer 
– etwas Bargeld (max. 50,00 bis 70,00 €)

Keinesfalls mitzubringen sind folgende Dinge:
– Waffen jeglicher Art (auch Messer etc.)
– Hausschlüssel
– Autoschlüssel

Nicht zwingend notwendig, aber nützlich sind folgende Dinge:
– Aktuelle Röntgenaufnahmen von verheilten, alten Knochenbrüchen
– Diplome/Zeugnisse über bestandene Ausbildungen (militärisch oder zivil)

Abgenommen werden -zumindest vorübergehend- in jedem Fall folgende Dinge:
– jegliche Art von Bankkarten/Kreditkarten
– Bücher
– MP3-Player und ähnliches (Playstation etc.)
– Handy/Smartphone (Rückgabe idR. am Ende der Grundausbildung)

Der erste Kontakt…

… eines Bewerbers zur Fremdenlegion findet ausschließlich per persönlicher Vorstellung in einem der 12 über Frankreich verteilten Informationsbüros (Poste d’information de la Legion Etrangere – P.I.L.E.) oder über eines der 2 Vorausauswahlzentren (Centre de preselection – C.P.S.) statt. Die Standorte der P.I.L.E.’s sehen Sie unterhalb. Das Vorauswahlzentrum-Nord befindet sich in Paris (Fort de Nogent), wo sich gleichermaßen auch ein P.I.L.E. befindet, sowie ein zweites im Fort Neuf de Vincennes. Das Vorauswahlzentrum-Süd befindet sich gemeinsam mit einem P.I.L.E. und dem Hauptauswahlzentrum (Centre de Selection et Incooperation – C.S.I.) in Aubagne, im Hauptquartier der Fremdenlegion. Eine andere Art der Vorstellung (schriftlich, telefonisch, digital) ist nicht möglich. 

Das Bewerbungsverfahren

Hat ein Bewerber in einem P.I.L.E. oder C.P.S. seinen Wunsch bekundet der Fremdenlegion beizutreten, beginnt das offizielle Bewerbungsverfahren, welches auch nicht mehr unterbrochen werden kann. Es ist also NICHT möglich, nach Beginn des Verfahrens noch einmal „nach Hause“ zu fahren, um dort irgendwelche Dinge zu erledigen, wie die Kündigung einer Wohnung o.ä. Der Bewerber („engagé volontaire“ – E.V. = „freiwilliger Bewerber“) durchläuft nun verschiedene Testverfahren und Untersuchungen. Stellt sich der Bewerber in einem P.I.L.E. vor, sind dort z.B. direkt einige Klimmzüge zu absolvieren. Scheitert der E.V. schon daran, ist das Bewerbungsverfahren bereits nach wenigen Minuten wieder beendet.

Weitere Tests und erste medizinische Untersuchungen, sowie die Unterzeichnung des „Vorvertrages“ über 5 Jahre Dienstzeit finden im Vorauswahlzentrum (C.P.S.) statt, in das der E.V. nach 1-3 Tagen vom P.I.L.E. aus transportiert wird, wenn er sich nicht schon direkt im C.P.S. vorgestellt hat, was möglich ist. Besteht der E.V. alle diese Tests und Untersuchungen, wird er nach etwa 7 Tagen ins Hauptauswahlzentrum (C.S.I.) nach Aubagne transportiert, wo die eigentlichen und abschließenden Tests (siehe weiter oben unter „Tests“) und Untersuchungen stattfinden, und -soweit diese bestanden werden-  der E.V. der „Auswahl- und Verpflichtungskommission“ vorgestellt wird, welche letztendlich darüber entscheidet, ob der Bewerber angenommen wird. Es folgt dann die Unterschrift und die Übergabe des entgültigen Vertrages über (zunächst) 5 Jahre Dienstzeit. Weitere Informationen zum Bewerbungs- und Auswahlverfahren finden Sie in unseren „F.A.Q.“ (in Bearbeitung), sowie unter „Regimenter – G.R.L.E.“

Das Bewerbungsverfahren grafisch dargestellt:
Die Grundausbildung

Hat der Bewerber in Aubagne seinen entgültigen Vertrag erhalten, erfolgt direkt die Versetzung in das Grundausbildungsregiment der Fremdenlegion in Castelnaudary (4e Regiment Etranger – 4e R.E.), wo er die rd. 4monatige Grundausbildung absolviert.


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