Dienstgrade & Beförderung

Hier erhalten Sie Informationen zu den Dienstgraden und Aufstiegsmöglichkeiten in der Fremdenlegion 

Die Dienstgrade der Fremdenlegion entsprechen weitestgehend denen des “regulären” französischen Heeres (Armee de terre), wobei der Dienstgrad “Caporal-Chef 1° classe” (de facto vergleichbar mit dem Stabs-/Oberstabsgefreiten der Bundeswehr) bei der Legion nicht existiert und der Dienstgrad “Aspirant” (vergleichbar mit Oberfähnrich) im täglichen Dienst bei der Legion in der Regel nur im medizinischen Bereich (Ärzte, Zahnärzte, Psychologen der regulären Armee, die bei der Legion dienen) vorkommt. Weitere Besonderheit ist, dass es in der Legion lediglich 1 Soldaten im Generalsrang gibt, den Oberkommandierenden der Legion (COMLE = Commandant de Legion Etrangere). Dieser führt bei seiner Berufung zum Oberkommandierenden in der Regel den Rang eines “General de Brigade” (Brigadegeneral) oder “General de Division” (Generalmajor) und wird nach seiner -meist- 2-3jährigen Dienstzeit als Oberkommandierender in aller Regel um einen Grad befördert. Es gab jedoch auch auch schon Fälle, in denen der COMLE während seiner Dienstzeit 3 Generalsränge durchlief. So hatte General Christophe de Saint Chamas bei seiner Berufung zum COMLE des Rang eines “General de Brigade” inne, wurde kurz darauf zum “General de Division” befördert und erhielt kurz vor seinem Abschied als Oberkommandierender den Rang eines “General de corps d’armee” (Generalleutnant). Im Vergleich zur Bundeswehr führen die Generale des französischen Heeres jeweils 1 Stern mehr, da es in Frankreich keinen 1-Sterne-General (wie den Brigadegeneral der Bundeswehr) gibt, sondern der entsprechende Rang in Frankreich bereits mit 2 Sternen dekoriert ist.

Eine weitere Besonderheit ist die Unterscheidung der Dienstgrade zwischen Infanterie und Cavalerie. Alle Uniformteile bei den zur Infanterie zählenden Regimentern der Fremdenlegion (alle außer dem 1er R.E.C. ), welche in Gold ausgelegt sind (u.a. die 7-Flammige Granate,  das Barettabzeichen, das Mützenband, die Metallspitzen beim Fourragère, sowie die “Winkel” und “Balken” bei Caporaux-Chefs, Unteroffizieren und Offizieren, sind beim 1er Regiment Etranger de Cavalerie, welches zur “Arme blindée et cavalerie” gehört in Silber ausgelegt. Ein Unteroffizier mit einem breiten silbernen Balken auf dem Schulterstück, welcher in der Mitte durch einen roten Faden geteilt ist, kann also sowohl ein Adjudant (Hauptfeldwebel) der Infanterie sein, als auch ein Adjudant-Chef (Stabsfeldwebel) der Cavalerie. Dies erkennt man dann entsprechend an der Farbe der 7-Flammigen Granate auf dem Schulterstück. Ist diese gold, handelt es sich um einen Adjudant der Infanterie, ist sie silber, handelt es sich um einen Adjudant-Chef der Cavalerie. Das selbe gilt -entsprechend anders herum- bei einem breiten goldenen Balken, der mittig durch einen einen roten Faden geteilt ist.

Besonders ist ebenfalls, dass die Adjudants und Adjudant-Chefs der Cavalerie nicht mit “mon Adjudant/mon Adjudant-Chef” (Herr Hauptfeldwebel/Stabsfeldwebel) angesprochen werden, wie bei der Infanterie, sondern mit “mon Lieutenant” (Herr Leutnant, bzw. genau genommen: Herr Oberleutnant).

Auch werden einige Dienstgrade bei der Cavelerie anders benannt, als bei der Infanterie:

Infanterie Cavalerie
Caporal (CPL)Brigadier (BRI)
Caporal-Chef (CCH)Brigadier-Chef (BCH)
Sergent (SGT)Marechal des logis (MDL)
Sergent-Chef (SCH)Marechal des logis-Chef (MCH)

Nachfolgend sehen Sie eine Übersicht über die Dienstgrade der Fremdenlegion. Links sehen Sie das Abzeichen, das am Tarnanzug mittig auf der Brust getragen wird, in der Mitte das Schulterstück, sowie rechts das Abzeichen das am Oberarm z.B. von Hemd getragen wird. Letzteres ist nur vom Grad Legionnaire 1er classe bis zum Grad Sergent-Chef jeweils unterschiedlich. Alle anderen Grade tragen nur das Verbandsabzeichen der Fremdenlegion, die 3fache Raute mit der 7-flammigen Granate am Arm (bis Caporal in Grün, ab Caporal-Chef in Gold, bzw. bei der Cavalerie in Silber). Hinweis: Beim Grad Caporal-Chef wurde die Grafik des Abzeichens vom Tarnanzug durch eine Fotografie des farbigen Abzeichens ersetzt. Das Abzeichen existiert auch in einer -zu Tarnzwecken- in Schwarz und Grau gehaltenen Version.  

Bei der Abkürzung des Dienstgrades Adjudant-Chef sind die Schreibweisen ADC und ACH gebräuchlich. Vor Einführung der “neuen” Abkürzungen wurde der Dienstgrad mit A/C abgekürzt (entsprechend C/C = Caporal-Chef, S/C = Sergent-Chef)

Die Dienstgrade lassen sich nicht 1 zu 1 mit denen der Bundeswehr vergleichen, schon aus dem Grund nicht, weil es bei der Legion weniger Mannschafts- und Unteroffiziersdienstgrade gibt. Nachfolgend sehen Sie eine entsprechende Gegenüberstellung der Dienstgrade gemäß dem offiziellen NATO-Rank-Code, was zur Folge hat, dass 1 Dienstgrad bei der Fremdenlegion 2 Dienstgraden bei Bundeswehr entsprechen kann, oder umgekehrt. Bei der “Beförderungsgrafik” weiter unten auf der Seite wurde der Nato-Rank-Code insoweit nicht berücksichtigt, sondern eher die logische Entsprechung gewählt. Daher kommt es zu Diskrepanzen zwischen der Tabelle und der Grafik. Weiterhin ist zu beachten, dass es lt. Nato-Rank-Code in Frankreich keine Entsprechung für den deutschen Hauptfeldwebel (OR-7) gibt, weswegen er in der Tabelle fehlt.

Legionnaire 2e classeSchütze / Pionier usw.
Legionnaire 1er classeGefreiter (in F  kein eigentl. Dienstgrad)
Caporal (CPL)Obergefreiter / Hauptgefreiter
Caporal-Chef (CCH)Stabs- / Oberstabsgefreiter
Sergent (SGT)Unteroffizier / Stabsunteroffizier
Sergent-Chef (SCH)Feldwebel / Oberfeldwebel
Adjudant (ADJ)Stabsfeldwebel
Adjudant-Chef (ADC)Oberstabsfeldwebel
Major (MAJ)Oberstabsfeldwebel (durch bes. Ernennung)
Aspirant (ASP)Oberfähnrich
Sous-Lieutenant (SLT)Leutnant
Lieutenant (LTN)Oberleutnant
Capitaine (CNE)Hauptmann
Commandant (CDT)Major
Lieutenant-Colonel (LCL)Oberstleutnant
Colonel (COL)Oberst

Die Barettabzeichen der Regimenter

Nachfolgend sehen Sie die Abzeichen, die die Legionäre der einzelnen Regimenter am Beret vert tragen. Die Zahlen im Kreis geben das jeweilige Regiment an. Obwohl mehrere Regimenter die selbe Zahl tragen, lässt sich anhand des Abzeichens dennoch das Regiment genau ersehen. Die 3 Regimenter die eine “1” tragen (1er R.E., 1er R.E.C. und 1er R.E.G.) lassen sich wie folgt unterscheiden: Das 1er R.E. trägt die 1 im “durchbrochenen Kreis” des goldenen Abzeichens, ebenso das 1er R.E.C., wobei dessen Abzeichen -wie bei Cavalerieeinheiten üblich- in Silber gehalten ist. Das 1er R.E.G. trägt die 1 im “gefüllten Kreis” des goldenen Abzeichens. Auf die selbe Weise lassen sich das 2e R.E.I. (2 im durchbrochenen Kreis, gold) und das 2e R.E.G. (2 im gefüllten Kreis, gold) unterscheiden, ebenso wie das COM.LE und das D.L.E.M.

Eine Besonderheit besteht beim 2e R.E.P., den Fallschirmjägern. Diese tragen im Gegensatz zur übrigen Legion nicht die 7-flammige Granate am Beret, sondern “Schwinge und Dolch”, das Abzeichen aller französischen Heeres-Fallschirmjäger. Die Verbindung dieses Abzeichens mit dem “Beret vert” lässt auch hier eindeutig das Regiment erkennen, da keine andere Einheit der französischen Armee ein Beret im Grünton der Legion trägt.

Das Abzeichen der 13e D.B.L.E. war einmal in Gold und einmal in Silber (s. Abb. links) vorhanden. Getragen wird heute nur noch das goldene. Das silberne war dem “Escadron Reconnaissance” (E.R.), der Panzeraufklärer-Kompanie des Regiments, stationiert in Oueah/Dschibuti, vorbehalten, welches als Cavalerieeinheit traditionell silberne Abzeichen trägt (siehe auch 1er R.E.C.). Das Escadron wurde beim Abzug der 13e D.B.L.E. aus Dschibuti nach Abu Dhabi in 2011 aufgelöst.

Aufstieg / Beförderung

Unterhalb sehen Sie die Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb der Fremdenlegion. Im Gegensatz zu anderen Streitkräften (wie z.B. der deutschen Bundeswehr) ist es bei der Fremdenlegion nicht möglich, bei entsprechender schulischer und/oder beruflicher Vorbildung direkt mit einem höheren Mannschaftsdienstgrad oder als Unteroffizier(-sanwärter)/Feldwebelanwärter eingestellt zu werden. Jeder Legionär beginnt seine Laufbahn ausnahmslos als “Legionnaire 2°classe”. Lediglich die “naturalfranzösischen” Offiziere, welche nach Besuch der entsprechenden Offiziersschule des “regulären Heeres” als Leutnante (Sous-Lieutenants) zur Fremdenlegion versetzt werden, beginnen ihren Dienst mit ihrem entsprechenden Offiziersdienstgrad. Ausländische Offiziere (Officiers á titre etranger, sog. “Officiers Kepi Blanc”, siehe auch letzter Abschnitt unten) haben ihre Laufbahn ebenfalls ausnahmslos als “einfacher Legionär” begonnen und sich über die Mannschafts- und Unteroffiziersdienstgrade bis zum Offizier hochgedient. In bestimmten Fällen gibt es die Möglichkeit einzelne Dienstgrade zu “überspringen”. Zum Beispiel wird ein Caporal, der für die Unteroffizierslaufbahn vorgesehen ist, in der Regel als Caporal zum Unteroffizierslehrgang geschickt und kommt -unter Überspringung des Grades Caporal-Chef als Sergent zurück. Ausländische Unteroffiziere, die zu den seltenen Fällen gehören, für die Offizierslaufbahn ausgewählt zu werden, besuchen in der Regel mit dem Grad Adjudant (selten: Sergent-Chef) die entsprechende Offiziersschule, nachdem sie das französische Abitur und die französische Staatsbürgerschaft erworben haben. Sie kehren dann -unter Überspringung des/der Grade(s) Adjudant und/oder Adjudant-Chef als Leutnante zur Legion zurück. Auch höherrangige Offiziere (z.B. Oberstleutnante oder Oberste) werden ggf. von anderen Teilen des Heeres zur Legion versetzt, z.B. um dort das Kommando über ein Regiment, oder ein stellv. Regimentskommando zu übernehmen. In den allermeisten Fällen haben diese Offiziere bereits eine “Legionsvergangenheit”, waren z.B. als Leutnant Zugführer, und/oder als Hauptmann Kompaniechef in einem Regiment der Legion, bevor sie dann zunächst etliche Jahre in anderen Heeresteilen dienten, bevor sie schließlich zur Legion “zurückkehren”.

Die Spalte “Dienstjahre” in der Laufbahnübersicht unten stellt einen groben Überblick dar. Die angegebenen Dienstjahre bis zu einer möglichen Beförderung in den jeweiligen Dienstgrad stellen das theoretische Minimum dar. In der Praxis kann es durchaus länger dauern, bis der jeweilige Grad erreicht wird. Aktuell ist es keine Seltenheit, dass ein Legionär erst nach 3,5 Jahren Caporal wird. Für fast jeden Dienstgrad ist weiterhin das Bestehen diverser Lehrgänge (z.B. “Gruppenführer Infanterie”) und das Erwerben verschiedener Zertifikate (z.B. technische Zertifikate -je nach Verwendung- zum Bedienen bestimmter Maschinen und Anlagen, z.B. Wasseraufbereitungsanlage) erforderlich.

Caporaux

Bereits für den Dienstgrad Caporal (Mehrzahl: Caporaux) muss der 8wöchige sogenannte “Caporals-Lehrgang” (Stage Caporal F1) im Ausbildungsregiment der Legion in Castelnaudary absolviert werden. Die neuen Caporaux werden dann u.a. als Truppführer (Chef de Equipe) in einem Zug (section) einer Kampfkompanie eingesetzt. Neben dem Caporals-Lehrgang F1 existiert noch ein Caporals-Lehrgang F2, der etwas entschärfter und kürzer ist. Der Lehrgang wird teilweise nicht in Castelnaudary, sondern in den Regimentern selbst durchgeführt und ist für dienstältere Legionäre vorgesehen, die idR. nicht für die Unteroffizierslaufbahn vorgesehen sind und meist Posten in Verwaltungs-, Versorgungs-, Logistikeinheiten usw. innehaben.

Ein Legionär, der nicht nach spätestens 6 Dienstjahren den Rang Caporal erreicht hat, muss die Legion verlassen (keine Vertragsverlängerung). Da -jedenfalls nach inoffizieller Handhabung in einigen Regimentern- um für den entsprechenden Caporals-Lehrgang (den F1) zugelassen zu werden noch 2 zukünftige Dienstjahre notwendig sind, ist also Ende des 4. Dienstjahres der späteste Zeitpunkt, um den Caporals-Lehrgang zu beginnen. Für den CPL-Lehrgang F2 gilt dies nicht. Dieser kann also auch theoretisch kurz vor Ablauf des 6. Dienstjahres absolviert werden und so einen weiteren Verbleib in der Legion ermöglichen.

Caporals-Lehrgang F2 im 1er Regiment Etranger in Aubagne

Fut-Fut Caporaux

Eine weitere Möglichkeit -schnell- Caporal werden zu können, ist der sogenannte “Fut-Fut Caporal” (teilw. auch foot-foot geschrieben). Hierbei handelt es sich um Legionäre, die direkt nach ihrer eigenen Grundausbildung dazu ausersehen werden, noch eine Weile im 4e R.E. als Hilfsausbilder zu verbleiben. Sie absolvieren direkt nach ihrer Grundausbildung einen 2monatigen Vorbereitungslehrgang zum Caporalslehrgang F1 und anschliessend den Lehrgang F1 selbst. Sodann erfolgt die Beförderung zum Caporal, also noch im 1. Dienstjahr. Die Caporaux verbleiben dann noch mind. 1 weiteres Jahr im 4e R.E. als Hilfsausbilder, bevor sie in ein anderes Regiment versetzt werden. Kehrseite der Sache ist, dass die Fut-Fut Caporaux (offiziell existiert diese Bezeichnung so nicht, es handelt sich um “Legionärs-Slang”) in ihren neuen Regimentern, vor allem wenn sie in eine Kampfkompanie versetzt werden, von den anderen Caporaux und den schon länger dienenden Legionären 1°Classe, welche alle idR. schon Einsatzerfahrung haben, nicht so recht akzeptiert werden, da ihnen die Einsatzerfahrung und auch die Dienstzeit außerhalb des Ausbildungsregiments fehlt. Daher müssen sich die “Fut-Fut” ihren Grad, bzw. den Respekt der damit verbunden ist, in der Kampfkompanie erst wieder neu erarbeiten.

Sergents

Bei der Beförderung zum Unteroffizier gilt etwas ähnliches wie bei den Caporaux. Zwar droht kein zwangsweises Vertragsende, da es schon für die Entsendung auf den Unteroffizierslehrgang (FG1 -formation generale 1er degree) notwendig ist, mind. den Dienstgrad Caporal innezuhaben, jedoch erwartet die Legion auch von ihren zukünftigen Sergents, dass diese als fertiger Sergent noch mind. 3 Dienstjahre vor sich haben und somit der Legion in der Funktion noch entsprechend lange zur Verfügung stehen. Wer also noch im Rahmen seines Erstvertrags nach z.B. 4 Jahren Sergent werden will/soll, wird von der Legion aufgefordert werden, seinen Vertrag um weitere 3,5 oder 4 Jahre zu verlängern, bevor er auf den Sergent-Lehrgang entsendet wird. Auch hier existiert -analog zu den Caporaux- neben dem Sergent-Lehrgang FG1 noch ein Sergent-Lehrgang FG2, der weniger anspruchsvoll hinsichtlich der körperlichen Belastung ist. Dieser Lehrgang wird von Caporaux und Caporaux-Chefs absolviert, die nicht für die Verwendung in einer Kampfkompanie vorgesehen sind, sondern im Stab, der allgemeinen Verwaltung, der Versorgung oder Logistik eingesetzt werden. Auch in diesen Einheiten gibt es aber natürlich Sergents mit dem FG1-Lehrgang, welche grds. jederzeit als Gruppenführer einer Groupe Infanterie in eine Kampfsection versetzt werden können.

Unteroffizierslehrgang (FG1) aus Castelnaudary bei einem Besuch im Veteranenwohnheim in Auriol

Weitere Besonderheit ist, dass wenn man einmal die Unteroffizierslaufbahn eingeschlagen hat erwartet wird, dass man (der Legionär) nach der vorgesehenen Anzahl von Jahren die Voraussetzungen schafft (Lehrgänge besucht, Tests und Prüfungen besteht) um weiter befördert zu werden, also zum Sergent-Chef, Adjudant usw. Ein z.B. Sergent-Chef, der bei der Zugführerprüfung scheitert und damit nicht zum Adjudant befördert werden kann, muss realistisch damit rechnen, vom Sergent-Chef zum Caporal-Chef rückgestuft zu werden (zum Vergleich: Bei der Bundeswehr entspräche dies einer Rückstufung vom Oberfeldwebel zum Haupt-/Stabsgefreiten)

Caporaux die nicht für die Unteroffizierslaufbahn vorgesehen sind, werden in der Regel nach 5 bis 7 Dienstjahren zum Caporal-Chef befördert und behalten diesen Grad für den Rest ihrer Legionszeit bei, ggf. auch 25 oder 30 Jahre lang. Diese Caporaux-Chefs können -wie Sergenten- als Gruppenführer eingesetzt werden, wenn sie den Gruppenführer-Lehrgang absolviert haben. Auch hier ist jedoch bei entsprechend schlechten Leistungen eine Rückstufung zum Caporal möglich.

Einige ausgesuchte Caporaux-Chefs werden ggf. nach 20 Dienstjahren mit tadelloser Führung zum Sergent “ehrenhalber” befördert, nachdem sie einen 2-wöchigen “Sergent-Kurz-Lehrgang” besucht haben.  

Grundsätzlich besteht für einen Legionär die Möglichkeit seinen Vertrag bis zum Höchstalter etappenweise zu verlängern. Die Verlängerungen liegen -pro Verlängerung- in der Regel zwischen 6 Monaten und 3 Jahren. Sollte der Legionär zum Zeitpunkt der Verlängerung weniger als 2 Restdienstjahre aus dem laufenden Vertrag haben, kann auf max. 5 Jahre “aufgestockt” werden. Ein Legionär mit z.B. 6 Monaten Restdienstzeit kann seinen Vertrag also um max. 4,5 Jahre am Stück verlängern, wobei natürlich auch die Legion mit über die neue Laufzeit entscheidet. Prinzipiell dürfen nach der jeweiligen Vertragsverlängerung max. 5 zukünftige Dienstjahre vor dem Legionär liegen. Das späteste Austrittsalter aus der Legion für einen Legionär im Mannschaftsdienstgrad beträgt 55 Jahre, für einen Unteroffiziersdienstgrad 60 Jahre, in Ausnahmefällen 62 Jahre. In der Praxis kommt es -wenn auch sehr selten- vor, dass Unteroffiziere mehr als 40(!) Dienstjahre erreichen. So ist im Jahr 2019 der Oberstabsfeldwebel d.b.E. (Major) Richard Charpentier mit 44 Jahren und 2 Monaten Dienstzeit aus der Legion ausgeschieden. Engagiert hatte er 1975 im Alter von 17 Jahren.    


Laufbahnübersicht


Officiers Kepi Blanc

Als “Officier Kepi Blanc” (offiziell: Officier a titre etranger – übersetzt etwa: ausländischer Vertragsoffizier) werden diejenigen Offiziere der Fremdenlegion bezeichnet, die ihre Laufbahn als “einfacher Legionär” (also mit dem Kepi Blanc) begonnen haben und sich über die Unteroffiziersdienstgrade bis zum Offizier hochgedient haben, nachdem sie die französische Staatsbürgerschaft angenommen, das französische Abitur abgelegt haben und eine französische Militärakademie / Offiziersschule erfolgreich besucht haben. Diese Offiziere sind in den Reihen der Legion hoch angesehen und in aller Regel auch sehr charismatische Persönlichkeiten. Auch einige in Legionskreisen sehr bekannte Deutsche gehör(t)en dieser Gruppe an. Zu nennen wäre der Lieutenant-Colonel (Oberstleutnant) Hans EBERLE, der 37 Jahre (bis 2003) in der Fremdenlegion diente und dort verschiedene hochrangige Posten inne hatte. Noch als Major (Commandant) war er der oberste Sicherheitsoffizier (OPSR – Officier Protection et Securité Regimentaire) des 3° R.E.I., sowie später (als LCL) stellvertretender Regimentskommandeur des D.L.E.M. und kommissarischer stellvertretender Regimentskommandeur des 2° R.E.I.

Weiter zu nennen wären der Hauptmann (Capitaine) Peter LICHTERFELD, der Major (Commandant / Chef de Bataillon) Ernst HENTZSCHEL sowie der Hauptmann Kurt HESSLER, die allesamt mindestens Kompaniechefs waren. Ferner gab es den Oberst (Colonel) Wolf ZINK, der zwischen 1960 und 1991 in der Legion diente, jedoch weniger Bekanntheitsgrad erlangt hat, als die zuvor genannten.

Aktuell (2020) gibt es mit dem Hauptmann G. LINDEN und dem Hauptmann M.R. mindestens zwei deutsche Offiziere in der Legion. LINDEN, der bis zum Dienstgrad Adjudant im 2° R.E.I. diente, kehrte nach dem Besuch der Offiziersschule als Leutnant dorthin zurück, wurde 2017 als mittlerweile Oberleutnant für 3 Jahre nach Französisch-Guyana ins 3e R.E.I. versetzt und kommandiert dort die “Section d’Aide à l’Engagement Débarqué” – S.A.E.D.  (den Dschungel-Aufklärungs- / Spähzug) des Regiments. Im Sommer 2018 erfolgte seine Beförderung zum Capitaine. Der Hauptmann M.R. diente zunächst im 1er R.E.C. und ist aktuell (2020) Chef einer Ausbildungskompanie im 4e R.E.

Auch die beiden Direktorenstellen des Invalidenheims der Legion in Puyloubier und des Veteranenwohnheims in Auriol werden traditionsgemäß oft mit Officiers Kepi Blanc besetzt:

Lieutenant-Colonel (e.r.) Zlatko SABLJIC ist der aktuelle Direktor des Wohnheimes in Auriol.  Bis Mitte 2018 war die Direktorenstelle des Invalidenheims in Puyloubier mit dem Lieutenant-Colonel Daniel BOUCHEZ besetzt. Sein Vorgänger, Lieutenant-Colonel Herve JOUANNIC, war wie BOUCHEZ ebenfalls ein Officier Kepi Blanc.


Link zu unserem Partnershop

© www.legioplus.com -  © www.vinlegion.com