1° R.E.C.

Aufgestellt 1921 in Tunesien – seit dem 11.07.14 im Camp de Carpiagne
zwischen Aubagne und Cassis stationiert.
Regimentsstärke (2019):  869 Mann
Regimentskommandeur: Colonel (COL) Nicolas MEUNIER (seit 07/2019)

Das 1er R.E.C.  (1er Regiment Etranger de Cavalerie) ist ein Panzeraufklärungsregiment, dessen Escadronen (entsprechen Kompanien der Infanterie) auch als Panzerjäger einsetzbar sind.  Auf Brigadeebene ist es der 6e B.L.B. (6. leichtgepanzerte Brigade) des französischen Heeres unterstellt. Es ist aktuell das einzige gepanzerte Regiment der Fremdenlegion. Das Schwesterregiment  (2eme R.E.C.) wurde 1963 nach dem Ende des Krieges in Algerien aufgelöst. Das 1er R.E.C.  wurde 1921 in Sousse (Tunesien) aus Teilen der “Compagnies montées” des 2eme R.E.I. aufgestellt und bereits 1930 mit den ersten gepanzerten Fahrzeugen vom Typ Automitrailleuse M 8 (AMM 8) ausgestattet. Es  kam dort bis zum Beginn des 2. Weltkrieges vor allem bei der Befriedung Marokkos sowie im Levant zum Einsatz.

 

Amerikanischer M8 Greyhound – in Frankreich als AMM 8 im Einsatz

Im Verlauf des 2. Weltkrieges wurden einige Eskadronen des Regimentes bis zur Unterzeichnung des Waffenstillstandes zur Aufklärung eingesetzt. Zusammen mit dem 3ème R.E.I. war es Ende 1944/Anfang 1945 an der Seite der alliierten Streitkräfte am Einmarsch nach Deutschland über das Elsass, den Schwarzwald, Baden, Württemberg sowie Bayern bis tief hinein nach Österreich beteiligt. 

Von 1945 bis 1954 wurde das 1er R.E.C. nach Indochina im Fernen Osten (der heutigen Volksrepublik Vietnam) verlegt und hatte dort eine zeitweilige Stärke von 17 Eskadronen.  Es war dort hauptsächlich mit amphibischen Fahrzeugen vom Typ Weasel M29 (“Crabe”) und LVT-4 (“Alligator”) ausgestattet und operierte u.a. im Rahmen des  “2e Groupement Amphibie” , oder auch “2e Groupement autonome” (G.A. 2) und Teil der “Force Francaise en Tonkin” (zu deutsch: “Französische Streitkräfte in Tonkin”) im Tonkin-Delta und Zentral-Annam. Aufgrund dieser Aufgabenstellung und Ausrüstung gehörte das 1er R.E.C. mit zu den Einheiten der Legion, die nicht an der Schlacht um “Dien Bien Phu” im Frühjahr 1954 ganz im Norden des heutigen Vietnam beteiligt waren, ebenso wie sein Schwesterregiment  (2eme R.E.C.), das in Nordafrika verblieben war und dort -unter anderem- für die Ausbildung des Nachschubs für das 1er R.E.C. verantwortlich war.

Nach seiner Rückkehr aus Indochina nach Algerien wurde das Regiment mit neuen Fahrzeugen ausgestattet und zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung in Nordafrika eingesetzt. 

1967 verlegte das Regiment schließlich zurück ins französische Mutterland und bezog seine Kaserne im südfranzösischen Orange, wo es 47 Jahre lang bis 2014 stationiert blieb. Bis zum Abzug der 13. Halbbrigade der Fremdenlegion (13° D.B.L.E.) aus Djibouti im Jahr 2011 stellte jeweils 1 Escadron des Regiments im ca. 4 monatigem Wechsel das “Escadron Reconnaissance” (E.R.) der 13° D.B.L.E., sowie einzelne Legionäre des Regiments für die Dauer einer “Sejour” (eine Abkommandierung in ein Überseeregiment für seinerzeit  in der Regel 2 Jahre, mittlerweile 3 Jahre)  das Personal für den Stabs-und Kommandozug dieser Einheit, die ihre Kaserne,abgelegen vom Rest des Regiments im Ort Oueah hatte.

Posten Oueah des E.R. im Jahr 1970

Im 2. Golfkrieg 1990/91 gehörte das Regiment zur französischen “Division Daguet”, die von der 6e Division legere blindée – 6e D.L.B. gestellt wurde, der heutigen 6e Brigade legere blindée (6e B.L.B.), welcher das Regiment auch heute noch als eines von 4 Regimentern der Fremdenlegion unterstellt ist. Das 1er R.E.C. gehörte seinerzeit zu den allerersten Einheiten, die in der Golfregion eintrafen und verdiente sich durch seinen dortigen Einsatz eine Auszeichnung.

2013 im Mali-Einsatz (Operation “Serval”) stellte die 6e B.L.B ab Mai die Einheiten für das GTIA (Groupement Tactique Interarmes) “Desert”, wobei einzelne Einheiten des 1er R.E.C. bereits von Beginn an in die Operation Serval involviert waren. Als allererste Einheit der Fremdenlegion überhaupt, traf ein Peloton (etwa vergleichbar mit einem “Zug” eines Infanterieregiments) eines gerade im Rahmen der “Operation Épervier” im Tschad stationierten Escadrons des 1er R.E.C. mit AMX 10 RC Radpanzern in Mali ein.

AMX 10 RC-R des 1er R.E.C.

Verlegung von Orange ins Camp de Carpiagne

Im Jahr 2014 verlegte das Regiment nach 47 Jahren in Orange in das “Camp de Carpiagne” in der Nähe von Aubagne und Cassis, wo es auch aktuell noch stationiert ist

Wache im Camp de Carpiagne – (c)LaLegion.info mit Dank an Leg. Horst Krämer
Camp de Carpiagne – Luftbild

Struktur des Regiments

Aktuell wird das Regiment aus 7 Escadronen incl. einer Reserveescadron gebildet:

– Escadron Commandement et Logistique – E.C.L.
Regimentsführungs- und Logistikeskadron

– 3 Escadrons blindée (1er, 2e und 3e Escadron) á 4 Pelotons á 3 AMX 10 RC-R
3 gepanzerte  Eskadronen zu je 4 Zügen (Pelotons) mit je 3 AMX 10 RC-R

– 2 Escadrons de reconnaissance et d’intervention  – E.R.I. (4e und 5e Escadron) á 4 Pelotons
2 leichtgepanzerte Aufklärungs- und Eingreifeskadronen zu je 4 Zügen (Pelotons)

– 1 Escadron de Reserve
1 Reserveeskadron für verschiedene, nicht regelmäßige Aufgaben, wie Einsätze bei der Inlands-Anti-Terror-Mission “Sentinelle”

Regimentsspezifische Ausrüstung und Bewaffnung

AMX 10 RC-R

Die Escadrons 1 bis 3 sind ganz überwiegend ausgestattet mit Radpanzern AMX 10 RC-R (Ateliers d’Issy les Moulineaux de classe 10 tonnes, à Roues et Canon – revalorises = verbesserte Version), allradgetriebene Spähpanzer des Herstellers GIAT, ausgestattet mit einer 10,5 cm Kanone (auch als Panzerjäger einsetzbar). Ab dem Jahr 2022 werden dem 1er R.E.C. EBRC “Jaguar” (Engin blindé de reconnaissance et de combat) zugeführt, welche die AMX 10 RC-R ersetzen werden.

Eskadron mit AMX 10 RC-R (auf dem Bild sichtbar: 2 Pelotons AMX 10 RC- R + 1 weiterer AMX 10 RC – R und Kommandozugfahrzeuge

Die Escadrons 4 und 5 – E.R.I. sind ausgestattet mit VBL (Vehiculé Blindee Legere), leicht gepanzerten Aufklärungsfahrzeugen des Herstellers “Panhard et Levassor”, welche mit 12,7mm MGs bestückt werden können, oder -zur Panzerabwehr- mit dem Panzerabwehrsystem “MILAN”

Ferner verfügt das Regiment noch über einige VAB (Véhicule de l’avant blindé), Mannschafts-Transportpanzer in der Version “Mephisto”, mit HOT-Mehrfach-Raketenstarter zur Panzerabwehr. Die HOT-Rakete ist auf eine Kampfentfernung von max. 4000m einsetzbar und hat eine Durchschlagsleistung von 1300mm.

Engin blindé de reconnaissance et de combat (EBRC) « Jaguar » Das neue gepanzerte Kampf- und Aufklärungsfahrzeug der französischen Armee wird dem 1er R.E.C. ab 2022 zugeführt

Unterhalb sehen Sie einen kurzen Videoclip, der vom französischen Heer anläßlich der Verlegung des Regiments von Orange ins Camp de Carpiagne produziert wurde. Anwesend waren unter anderem die seinerzeit kommandierenden Generäle der Fremdenlegion (COMLE), General de Division DE SAINT CHAMAS und der 6. leichtgepanzerten Brigade (COMBRIG 6e B.L.B.), General de Brigade KOLODZIEJ. Bei der Ordensverleihung (Startbild des Videos und etwa ab Minute 1:05) sind gut die beiden “Fourrageres” (“Ehrenschnüre”) zu sehen, die die Angehörigen des Regiments an der Uniform tragen, welche dem Regiment für herausragende Leistungen verliehen wurden. Es handelt sich um das Fourragere des Croix de Guerre 39-45 (rot-grün, 2. Weltkrieg) und des Croix de Guerre des T.O.E. (theatres des operations exterieurs, blau-rot, für Indochina)

Unterhalb sehen Sie einen Videoclip von einer Übung eines Sous-Groupement tactique interarmes (zu deutsch etwa: taktische Kampfgruppe verbundener Waffen) mit 4 Regimentern der 6e Brigade legerè blindeé, davon 3 der Fremdenlegion (1er REC, 1er REG, 13e DBLE) sowie dem 3e RAMa (3. Artillerieregiment der Marineinfanterie)

Übung eines Sous-Groupement der 6e BLB, (1er REC, 13e DBLE, 1er REG, 3e RaMA) im CETIA

Einsatz in der Sahelzone 2020 – “Barkhane/GTD Centurion”

Unter der Führung eines taktischen Führungsstabes (etat major tactique – EMT) des 1er R.E.C. wurde im Rahmen der Operation “Barkhane” im Januar 2020 das Groupement tactique Desert – GTD (taktische Wüstenkampfgruppe) “Centurion” gebildet, welches als 1 von 3 GTD im sog. “Gebiet der 3 Grenzen” (Mali, Niger, Burkina Faso) in der grenzübergreifenden Region Liptako gegen islamistische Terroristen operierte. An allen 3 GTD waren Einheiten der Fremdenlegion beteiligt, jedoch hatte das GTD “Centurion” den größten Anteil an Legionseinheiten. Die Einheiten des GTD wurden von der “6e Brigade Legere Blindée” gestellt und bestanden fast ausschliesslich aus Einheiten der Fremdenlegion. Neben 3 Escadronen des 1er R.E.C. waren die 5. Kompanie des 2e R.E.I. und die 4. Kompanie des 1er R.E.G. beteiligt, sowie 1 Batterie des 3e RAMa (Artillerie der Marineinfanterie) und der Eingreif- und Sicherungszug (SAED) des 21e RIMa (Marineinfanterie).

Kommandeur des GTD war der Regimentskommandeur des 1er R.E.C., Colonel Nicolas MEUNIER. Der Einsatz dauerte etwa 6 Monate.

Offizieller Videoclip des Regiments

Offizieller Videoclip 1er REC – 2020 (HD-Qualität, schnelle Internetverbindung erforderlich) © Legion Etrangere
Regimentslied des 1er R.E.C. – La Colonne
Eskadronslied der 4. Eskadron des 1er R.E.C.


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