Literatur

Ausgewählte Literatur zum Thema Französische Fremdenlegion – Hier finden Sie einige von mir ausgewählte Buchvorschläge zum Thema Fremdenlegion. Alle diese Bücher wurden von mir gelesen und für gut befunden. Mit den meisten der Autoren bin ich persönlich bekannt oder befreundet, bzw. gewesen, soweit es diejenigen betrifft die leider bereits verstorben sind.


Die Fremdenlegion in Indochina
von Michael Kaponya



Kriegserinnerungen und ein geschichtlicher Überblick


Der ehemalige Fremdenlegionär Michael Kaponya berichtet von seinen Einsätzen und Kämpfen in Indochina von 1949 bis 1952, in denen er in Cochinchina und Tonkin stationiert war. Der Autor, der seit seinem Dienstende in Amerika lebt, blickt auch auf die Ereignisse der folgenden Jahre in Frankreich und beschreibt den Übergang vom Indochina- in den Vietnamkrieg sowie die Politik, die Amerika in die Kriege des zwanzigsten Jahrhunderts in Südostasien führte.

Diese schnörkellosen und auf den Punkt gebrachten Erinnerungen von den Sümpfen des Mekong-Delta, dem Dschungel und der gelben Erde Tonkins geben auch einen geschichtlichen Rückblick auf die Indochina Union, bestehend aus Tonkin, Annam, Laos, Kambodscha und Cochinchina, und zeugen vom Zusammenhalt der Fremdenlegionäre, die aus zahlreichen Ländern stammend sich untrennbar unter der französischen Fahne mit dem lateinischen Motto Legio Patria Nostra – Die Legion ist unser Vaterland – vereinigen.


Mythos Fremdenlegion
von Stefan Müller


Mein Einsatz in der härtesten Armee der Welt

Stefan Müller diente von 2009 bis 2014 im 2. Infanterieregiment der Fremdenlegion (2e R.E.I.), stationiert im südfranzösischen Nimes. Er war als Caporal Führer einer Equipe in der 4. Kompanie des Regiments. Dieses sehr zeitnah nach seinem Ausscheiden aus der Legion erscheinende Werk bietet daher einen Einblick in die Legion von heute.

Worum geht es? Die französische Fremdenlegion umgibt ein Mythos. Die Bewerber kommen aus aller Welt und werden streng ausgesiebt. Die Ausbildung ist brutal, die Strafen sind drakonisch, der Einsatz des Lebens ist Geschäft. Stefan Müller war fünf Jahre lang dabei. Er bekam eine neue Identität und war an Operationen an der Elfenbeinküste, im Senegal und in den Vereinigten Arabischen Emiraten beteiligt. In Mali erwartete ihn sein gefährlichster Kampfeinsatz – gegen die Dschihadisten. Dort erfährt er unmittelbar, was es heißt um sein Leben zu kämpfen und dem Tod zu begegnen. Kameraden werden von Sprengfallen zerrissen, etliche verwundet. Müller zeichnet erstmals ein realistisches und auch kritisches Bild aus dem Inneren der sagenumwobenen Eliteeinheit. Was ist besonders? Müller schildert nicht nur Kampfeinsätze, sondern auch den Alltag und den Drill. Er benennt Probleme wie schlechte Ausrüstung, Drogenmissbrauch und die Bedeutungslosigkeit des einzelnen Legionärs. 

Rezension des Webmasters:
Stefan Müller schildert seine Ankunft in einem der 11 über Frankreich verteilten Bewerbungsbüros der Fremdenlegion – dem Deutschland am nächstgelegenen, in Strasbourg, wo direkt eine Anzahl offensichtlich völlig ungeeigneter Bewerber aussortiert wurde. Lediglich er und 2 andere Bewerber werden von Strasbourg weiter in das „Vorauswahlzentrum-Nord“ (Centre de Preselection Nord) in Fontenay sous Bois, direkt bei Paris, geschickt. Nachdem er auch dort die ersten grundlegenden medizinischen und sonstigen Untersuchungen erfolgreich hinter sich gebracht hatte und auch seinen „Legionsnamen“ –Karl Mahler- erhalten hatte, ging es weiter nach Aubagne bei Marseille, wo das „Hauptquartier“ der Fremdenlegion beheimatet ist und wo sich auch das „Hauptauswahlzentrum“ befindet. Stefan Müller schildert das Auswahlverfahren, welches für deutsche Verhältnisse in Teilen kurios anmuten mag, aber der Vielzahl von Bewerbern ohne jegliche französische Sprachkenntnisse aus aller Herren Länder geschuldet ist. Müller gehörte zu jenen, die auch diese letzte Auswahlhürde gemeistert haben und nunmehr zur Grundausbildung ins „Ausbildungsregiment“ der Fremdenlegion, das „4e Regiment Etranger“, nach Castelnaudary überstellt wurden, wo er die knapp 4 Monate dauernde und vielseitige Grundausbildung absolviert und auch detailreich schildert. Hier ist noch der Geist der „alten Legion“ zu spüren. Zwar wurden brutale Ausbildungsmethoden wie sie vor Jahrzehnten an der Tagesordnung waren längst abgeschafft, jedoch ist die Ausbildung nach wie vor um vieles strapaziöser, härter und auch stumpfer als z.B. bei der Bundeswehr oder anderen westeuropäischen Armeen. Die Ausbilder, selbst nur Mannschaftsdienstgrade oder niedrige Unteroffiziere „regieren“ wie kleine Könige und wehe dem, auf den sie es abgesehen haben.

Nach der Grundausbildung wird Stefan Müller, nunmehr der „Legionnaire de 2eme Classe (Schütze/Grenadier) Karl Mahler“ seinem Wunsch entsprechend in das 2eme Regiment de Infanterie (kurz: 2e R.E.I.) in Nimes versetzt, welches zu der Zeit fast vollständig in Afghanistan im Einsatz ist. Müller und die weiteren Legionäre, die ins 2e R.E.I. versetzt sind verbleiben als „Frischlinge“ natürlich im Regiment in Nimes und schieben mit dem Rest der daheim gebliebenen Truppe Kasernendienst. Ein Umstand, den Stefan Müller bedauert. Gerne wäre mit in den Einsatz nach Afghanistan gegangen. Er schildert nun das Leben und den Dienst in der Kaserne, lässt auch die eine oder andere private Episode nicht aus und wird in der Folge als Spezialist am Waffensystem „Eryx“, einer Panzerabwehrrakete für Infanterieeinheiten, ausgebildet. Es folgen viele weitere Lehrgänge, bzw. Übungen auf den verschiedenen Truppenübungsplätzen in Frankreich, bis es schließlich für seine Kompanie in den Senegal geht, wo diese zum einen den dortigen französischen Militärstützpunkt verstärken soll, zum anderen das dortige Trainingszentrum CAOME durchlaufen soll. Während dieser Zeit kommt es zu Unruhen in der benachbarten Elfenbeinküste und Frankreich entschließt sich zur militärischen Intervention. Müllers Kompanie wird als Eingreifreserve aus dem Senegal mit einem Landungsboot vor die Küste der Elfenbeinküste verlegt…

Nach einer weiteren, mehrmonatigen Auslandsmission in den Vereinigten Arabischen Emiraten kehrt Müllers Kompanie nach Frankreich zurück.

Als 2013 in Mali die Dschihadisten auf dem Vormarsch sind und vom Norden aus bereits weite Teile des Landes besetzt haben und die Hauptstadt Bamako bedrohen, interveniert Frankreich. Da auch Einheiten des 2e R.E.I. für den Mali-Einsatz vorgesehen sind, trainieren die Kompanien des Regiments nun verstärkt auf diesen Einsatz hin. Im Sommer 2013 wird ein neues Kontingent französischer Truppen unter Federführung der 6e brigade légère blindée nach Mali entsandt, dem neben den Sturmpionieren (1er R.E.G.) und den Panzeraufklärern (1er R.E.C.) der Legion auch eine Kompanie des 2e R.E.I. angehören soll. Da die 4. Kompanie, in der Stefan Müller nach wie vor dient, bei den vorangegangen Übungen als beste abgeschnitten hat, wird sie für den Einsatz ausgewählt. Stefan Müller steht nun das bevor, weswegen er auch zur Legion gegangen war – ein scharfer Einsatz in einem Kriegsgebiet.

Fazit: Ein rundum gelungenes Buch, das zur Pflichtlektüre eines jeden deutschsprachigen Legionsbewerbers vor der Bewerbung werden sollte.


Fremdenlegion in Algerien
von Eberhard Nadjé/Dieter Fessler/Jürgen Bergner


Eberhard Nadjé und Dieter Fessler berichten von ihren Einsätzen als Infanterist und Fallschirmjäger im Algerienkrieg, der zwischen 1954 und 1962 vorwiegend zwischen dem französischen Militär und der ALN, dem bewaffneten Arm der algerischen Unabhängigkeitsbewegung FLN, geführt wurde. Jürgen Bergner begleitet diese Berichte mit brillanten Fotografien aus seiner Dienstzeit und vermittelt einen bemerkenswerten Einblick in die damalige Fremdenlegion und das Land Algerien.

Die Männer durchlebten einen harten Legionsalltag mit vielen Entbehrungen in der brütenden Hitze Nordafrikas, im unwegsamen Gelände, in der Wüste und Steppe, bis hin zu Aufenthalten im eisig kalten und schneebedeckten Gebirge Algeriens.Tief einschneidende Erlebnisse, die sich die meisten Menschen in Europa nur schwer vorstellen können, prägten die Soldaten, wie auch die Erfahrung einer wahren Kameradschaft mit Legionären aus vielen Nationen.

Rezension des Webmasters:
Das Buch beschreibt im Wesentlichen die Legionszeit des ehemaligen Caporal-Chef Eberhard Nadje in den Reihen des 4eme Regiement Etranger d’Infanterie in Algerien. CCH Nadje beschreibt seine Legionszeit beginnend mit der Rekrutierung, sowie der Grundausbldung und nimmt den Leser dann mit in die Djebels von Algerien, wo er und seine Kompanie zahlreiche Kampfeinsätze gegen die ALN bestritten in deren Verlauf Nadje auch eine Verwundung erlitt. Später -bereits zum Caporal-Chef befördert- zeichnete Nadje für die Versorgung seiner Kompanie verantwortlich. Neben den Kampfeinsätzen beschreibt der Autor ebenfalls detailreich das „Privatleben“, also die Freizeitgestaltung mit den Kameraden an dienstfreien Tagen und/oder während des Urlaubs. Besonders beeindruckend sind die äußerst detaillierten Ortsangaben zu den einzelnen Kapiteln, so dass der Leser gut nachvollziehen kann, in welchem Teil des Landes sich die Einheit des Autors gerade befand.

Im letzten Teil des Buches beschreibt der ehemalige Legionär Dieter Fessler einige Erlebnisse aus seiner Zeit beim 1er Regiment Etranger de Parachutistes (1er R.E.P.), dem berühmten 1. Fallschirmjägerregiment der Fremdenlegion. Hierbei stehen einige Ereignisse um den sogenannten „Putsch der Generäle“ 1961 im Vordergrund, bei dem die Generäle Zeller, Challe, Salan und Jouhaud, welche sich gegen die bevorstehende Unabhängigkeit Algeriens aussprachen versuchten die Macht zu übernehmen und dabei von verschiedenen Einheiten, u.a. auch großen Teilen des 1er R.E.P. unterstützt wurden.

Die Fotografien steuerte der ehemalige Legionär Jürgen Bergner bei. Sie entstammen seinem Archiv aus seiner Dienstzeit bei der 13e D.B.L.E., der 13. Halbbrigade der Fremdenlegion, welche seinerzeit ebenfalls noch in Algerien stationiert war und nach Ende des Krieges die einzige Einheit der Fremdenlegion war, die im nördlichen Afrika -in Französisch-Somaliland, dem späteren Djibouiti- verblieben ist.

Insgesamt eine der besten Legionärsbiografien, die ich kenne.



1825 Tage – Mit der Fremdenlegion auf zwei Kontinenten
von Werner Abendschön


Der Autor berichtet von seiner Dienstzeit bei der französischen Fremdenlegion von 1952 bis 1957 im Indochina- und Algerienkrieg. Seine Erinnerungen und Eindrücke gewähren detailreiche Einblicke in das damalige Alltagsleben eines Fremdenlegionärs, das sich für ihn in 1825 Tagen auf gleich zwei Kontinenten abspielte.

Nach seiner Rekrutierung ging es für einen kurzen Zwischenaufenthalt nach Sidi Bel Abbès in Algerien, von wo aus er nach Oujda in Marokko beordert wurde und seine Ausbildung erhielt. Sein erster, großer Marschbefehl führte den jungen Legionär in das Kriegsgebiet Indochina. Im 2ème Groupement amphibien des 1er Régiment étranger de cavalerie (1. REC) erlebte er, nach fast zwei Jahren Einsatz, den Abzug der Légion étrangère im Jahr 1954 aus Indochina. Er wurde wieder nach Afrika verschifft, um im Algerienkrieg weiter seinen Dienst zu leisten.

Rezension des Webmasters:
1825 Tage sind – mit der Fremdenlegion Vertraute werden es erraten: 5 Jahre! Die Mindestdienstzeit in der Fremdenlegion. Heute wie vor 60 Jahren. Werner Abendschön beschreibt eben diese, seine 5 Jahre in den Cavalerie-Regimentern (1er Regiment Etranger de Cavalerie – 1° R.E.C. und 2eme Regiment Etranger de Cavalerie – 2° R.E.C.) der Fremdenlegion. Das heute nicht mehr existente 2eme R.E.C. trug den Beinamen „Dauphin Etranger“, da viele der Offiziere Adlige waren und es für viele Adlige eine Ehre war, in diesem Regiment zu dienen. Noch heute hat das immer noch bestehende 1er R.E.C. (Beiname: „Royal Etranger“) einen überdurchschnittlichen Anteil an Offizieren aus dem französischen Adel. Viele gute Legionärsbiografien sind schon geschrieben worden, jedoch dienten die Verfasser meist in einem der Infanterie- oder Fallschirmjägerregimenter. Berichte über „die Cavalerie der Legion“ sind selten. Umso spannender war es, die Dienstzeit des Autors, die mit der Grundausbildung in Nordafrika begann, ihn dann nach Indochina zu den, u.a. mit den amphibischen Fahrzeugen LVT 4 „Aligator“ und M29 (Weasel)/“Crabe“ ausgerüsteten, amphibischen Einheiten (Groupements Amphibie) der „Force Francaise en Tonkin“ und somit in den Kampf gegen den kommunistischen Viet-Minh führte, zu verfolgen. Auf solch einer „Crabe“ der 8e Escadron des 2e G.A. des 1er R.E.C. als Funker (und auch weiteren Posten) eingesetzt, besteht Werner Abendschön seine Einsätze im Tonkin-Delta und Zentral-Annam, von denen er detailreich berichtet und dabei neben dem Einsatzgeschehen auch die eine oder andere humoristische Anekdote nicht auslässt. Seine Zeit in Indochina endet, wie die aller Legionäre, mit der Niederlage des französischen Expeditionscorps bei der Schlacht um die Dschungelfestung im Talkessel von „Dien Bien Phu“ im vietnamesich/laotischen Grenzgebiet ganz im Norden Indochinas, welche Frankreichs Kolonialzeit in dem Land beendete. Mit seiner Einheit zurück in Nordafrika verbringt der zwischenzeitlich zum „Brigadier“ (entsprechend einem Caporal der Infanterie) beförderte Werner Abendschön den Rest seiner „1825 Tage“, welcher bei der Berichterstattung in dem Buch, welches mit Zeichnungen/Karikaturen eines Kameraden „aufgepeppt“ ist, ebenfalls nicht zu kurz kommt. Pflichtlektüre für alle an der Legion, insbesondere ihrer Indochina-Epoche, Interessierten.


Wird in Kürze fortgesetzt ….


Ein Teil der hier vorgestellten Bücher (Lfd. Nr. 1, 3 und 4) sind im mit uns befreundeten Verlag epee-editon erschienen. Hier gelangen Sie direkt zum Online-Shop des Verlages. Durch einen Klick auf das Logo unterhalb gelangen Sie zur Hauptseite des Verlages.

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