Kontakt und F.A.Q.

An dieser Stelle finden Sie einige „F.A.Q’s“ (häufig gestellte Fragen) zur Fremdenlegion und die entsprechenden Antworten. Soweit die F.A.Q‘.s das Bewerbungsverfahren betreffen, dienen die Auskünfte der allgemeinen Information über die Fremdenlegion. Ziel dieser Seite ist es nicht, jemanden zu einer Bewerbung bei der Fremdenlegion zu animieren.


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(Anfragen bzgl. Hilfestellung bei einer Bewerbung bei der Fremdenlegion werden nicht beantwortet).


Häufig gestellte Fragen (F.A.Q.)

Frage:  Was braucht man um Legionär zu werden und wo muss man sich melden?

Antwort:  Siehe Rekrutierung


Frage: Sind Fremdenlegionäre „Söldner“?

Antwort: Klares Nein!  Fremdenlegionäre sind ganz reguläre Angehörige der französischen Streitkräfte, wie alle anderen Soldaten auch.


Frage:  Muss man französisch sprechen können, um der Fremdenlegion beitreten zu können?

Antwort:  Nein! Natürlich sind entsprechende Sprachkenntnisse von Vorteil, jedoch sprechen mehr als die Hälfte der Bewerber kein Französisch, wenn sie sich bewerben. Ein Grundstock der französischen Sprache wird während der Grundausbildung vermittelt. Der Rest ist „learning by doing“ während der Dienstzeit.


Frage: Gibt es ausnahmsweise (z.B. bei besonderen Qualifikationen) die Möglichkeit bei der Fremdenlegion zu engagieren, obwohl man das Höchsteintrittsalter von aktuell 39 Jahren und 6 Monaten bereits überschritten hat?

Antwort: Nein!


Frage:  Was verdient ein Fremdenlegionär?

Antwort: Siehe Besoldung


Frage:  Können sich Frauen bei der Fremdenlegion bewerben?

Antwort:  Nein! Frauen werden bei der Fremdenlegion nicht aufgenommen. Dennoch dienen / arbeiten auch Frauen in den einzelnen Regimentern der Fremdenlegion, im Sanitätsbereich (z.B. als Ärtzin / Zahnärztin) oder im (meist) nicht-militärischen Verwaltungsbereich. Weiterhin gibt es im 3° R.E.I.. sowie im D.L.E.M weibliche Soldatinnen, die dem äußeren Anschein nach wie Legionäre aussehen (also die selbe Uniform tragen, ausgenommen das Kepi Blanc). Dies ist dem Umstand geschuldet, dass es sich bei den beiden Regimentern um sogenannte „Regiments mixté“ handelt, also Regimenter bei denen Teileinheiten (z.B. ein Zug oder maximal eine Kompanie) vom „normalen“ französischen Heer gestellt werden, oder bei denen es „gemischte Kompanien“ gibt. Diese Soldatinnen sind Angehörige des regulären französischen Heeres, obwohl sie die Uniform der Legion tragen. In der Geschichte der Fremdenlegion gab es eine einzige Frau, die offiziell des Status Fremdenlegionär hatte. Es handelte sich dabei um die Britin Susan Travers, welche als Fahrerin (und Geliebte) des französischen Generals Marie-Pierre Koenig diente, mit dem sie in den Reihen der 13e D.B.L.E. während des 2. Weltkriegs an den Kämpfen in Syrien, dem Libanon, sowie in Nordafrika teilnahm, u.a. auch an der Schlacht von Bir Hakeim. Während dieser Zeit war sie allerdings noch Angehörige des regulären Heeres (bzw. der Forces Française Libres – F.F.L., den sog. „freifranzösischen Streitkräften“ im 2 Weltkrieg). Dort nach dem Krieg im Rang eines Adjudant-Chef demobilisiert, trat sie kurz darauf, per Sondergenehmigung, in die Fremdenlegion ein und diente bis 1952 bei Nachschubeinheiten im Indochinakrieg, zuletzt im Offiziersrang.


Frage:  Hat man als Vorbestrafter die Möglichkeit bei der Fremdenlegion zu engagieren?

Antwort:  Siehe „strafrechtliches Vorleben“ unter Rekrutierung 


Frage: Bekommt man bei der Fremdenlegion eine neue Identität?

Antwort: Jein! Das Thema „neue Identität“ ist mit das am meisten diskutierte, wenn es um die Fremdenlegion geht. Die Regelungen zum sog. „Anonymat“ wurden bereits oft geändert, alleine in den letzten 10 Jahren mehrmals. Der aktuelle Stand für neue Legionäre / Bewerber ist der folgende:

Jeder Bewerber bekommt für die Dauer des Bewerbungsverfahrens und (wenn er angenommen wird) der Grundausbildung eine angenommene Identität. In der Regel werden dafür die Initialen des realen Namens verwendet und ein anderer Name aus dem Herkunftsland des Bewerbers ausgewählt (durch die Legion). Aus dem Deutschen Patrick Schmitz wird z.B. Peter Schuster, aus dem Briten James Conolly wird z.B. Jason Conway usw. Das Geburtsdatum wird meist um eine Stelle nach vorne oder hinten verändert, also aus dem z.B.  03.06.1995 wird der 04.07.1996. Als Geburtsort wird in aller Regel die Hauptstadt des Herkunftslandes angegeben, bei Deutschen also Berlin. Der Bewerber bekommt lediglich eine „carte identité militaire“ (Militärdienstausweis) auf den neuen Namen, keine sonstigen Personalpapiere. Die neue Identität kann nach Ende der Grundausbildung, also nach insg. etwa 5 Monaten (incl. Bewerbungsverfahren) wieder abgelegt werden. Dazu muss das sog. RSM-Verfahren einleitet werden (régularisé de situation militaire –  Wiederherstellung der echten Identität). Notwendig dazu sind 3 Dinge: Das Formular „RSM“, 2 Passbilder, die Geburtsurkunde, ausgestellt vom Heimatland, in internationaler Form (mehrsprachig), nicht älter als 6 Monate. Zuständig für die Abwicklung ist das B.A.L.E. im Hauptquartier in Aubagne. Spätestens am Ende des ersten Dienstjahres muss das RSM-Verfahren eingeleitet werden, d.h. die neue Identität „erlischt“nach spätestens 1 Jahr (und einigen Wochen, die das Verfahren in Anspruch nimmt) wieder. Ausnahmen von dieser Regelung gibt es nur noch bei Bewerbern, die durch den Eintritt in die Legion Schwierigkeiten in Ihren Heimatländern bekommen würden (z.B. Österreicher und Schweizer). Für schon länger dienende Legionäre gelten teilweise noch andere Vorschriften. Diese können u.U. auch ohne besondere Voraussetzungen zu erfüllen ihre gesamte Legionszeit unter der angenommenen Identität dienen, was aber auch Nachteile hat. So kann z.B. kein ziviler Führerschein unter der angenommenen Identität erworben werden und auch Urlaub außerhalb französischen Hoheitsgebietes wird in aller Regel nicht genehmigt. Spätestens mit dem Austritt aus der Fremdenlegion (Rente / Vertragsende) erlischt auch für diese Legionäre die neue Identität, auch dann, wenn sie ggf. die französische Staatsbürgerschaft annehmen, oder bereits während des Dienstes angenommen haben. Der französische Pass wird dann auf den realen Namen ausgestellt.


Frage: Verliert ein Deutscher die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn er der Fremdenlegion beitritt?

Antwort: Nein! Auch dies ist ein -falsches- Gerücht, dass sich hartnäckig hält. Für einen deutschen Staatsbürger hat ein Eintritt in die Fremdenlegion keinesfalls den erzwungenen Verlust der deutschen Staatsbürgerschaft zur Folge. Bis vor einigen Jahren war es so, dass deutsch-französische Doppelstaatler die deutsche Staatsbürgerschaft verloren, wenn Sie -ohne Erlaubnis des deutsches Staates-  in die Fremdenlegion eintraten [§ 28 StAG]. Es wurde jedoch seitens Deutschlands bereits vor einigen Jahren eine Regelung erlassen, die es jedem Deutschen (und auch den Doppelstaatlern) erlaubt, in die Streitkräfte eines anderen EU-Staates (also auch Frankreichs) einzutreten ohne die Staatsangehörigkeit zu verlieren. § 28 StAG käme also nur noch dann zur Anwendung, wenn z.B. ein Deutsch-Chinese freiwillig in die chinesischen Streitkräfte eintreten würde, oder ein Deutsch-Kanadier in die kanadischen Streitkräfte usw.


Frage:  Läuft der erste Vertrag immer über 5 Jahre, oder sind auch längere oder kürzere Verpflichtungszeiten möglich?

Antwort:  Der Erstvertrag läuft immer über 5 Jahre. Eine kürzere Laufzeit ist nicht möglich. Verlängerungen sind für Zeitspannen von 6 Monaten bis in der Regel 3 Jahren möglich. Wenn der Legionär zum Zeitpunkt der Verlängerung weniger als 2 Jahre Restdienstzeit hat, kann maximal wieder bis auf 5 Jahre Restdienstzeit aufgestockt werden, also bei 1 Jahr Restdienstzeit um 4 Jahre verlängert werden.


Frage:  Wann wird der Vertrag unterschrieben und was ist, wenn man kurz danach merkt, dass das alles doch nichts für einen ist?

Antwort:  Ein Vorvertrag wird durch den Legionär bereits im Vorauswahlzentrum in Paris oder Aubagne unterschrieben, der eigentliche Vertrag im Hauptauswahlzentrum in Aubagne (er wird jedoch noch nicht ausgehändigt). Der Legionär unterschreibt seine Verpflichtung also bereits bevor er überhaupt weiß, ob er angenommen wird. Während es früher so gut wie keine Möglichkeit für den Legionär gab, den einmal unterschriebenen Vertrag wieder rückgängig zu machen (für die Legion im Übrigen auch nicht) ist die Situation heute anders. Es gibt eine Probezeit von 6 Monaten (diese 6 Monate umfassen das Auswahlverfahren in Aubagne, die Grundausbildung in Castelnaudary, sowie etwa den ersten Monat im Stammregiment) Während des Auswahlverfahrens hat man jeden Tag die Möglichkeit zu sagen, dass man nicht weiter teilnehmen möchte und wird direkt wieder nach Hause geschickt. Es wird während des Auswahlverfahrens auch aktiv jeden Tag beim Antreten gefragt, ob jemand ausscheiden möchte. Wurde man angenommen und ins Grundausbildungsregiment nach Castelnaudary versetzt, wird auch die Zeit dort (4 Monate) noch als Probezeit betrachtet. Der angehende Legionär, der dort ernstlich den Wunsch äußert die Ausbildung abzubrechen, kann dies ohne Probleme tun. Nach Ende der Grundausbildung -im Stammregiment- hat der Legionär noch ca. 1 Monat um sich umzuentscheiden. Später müssen in aller Regel gesundheitliche Gründe vorliegen, um aus dem Vertrag problemlos entlassen zu werden. Wobei auch eine einmalige, kurze Probezeitverlängerung möglich ist. Diese Option wird allerdings idR. nur von der Legion selbst gezogen, wenn sie sich nach 6 Monaten nicht sicher ist, ob der neue Legionär geeignet ist. Einem Legionär der um Probezeitverlängerung bittet, wird in der Regel „nahegelegt“ die Legion zu verlassen.  


F.A.Q. werden in kürze fortgesetzt…


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