F.A.Q.

An dieser Stelle finden Sie einige “F.A.Q’s” (häufig gestellte Fragen) zur Fremdenlegion und die entsprechenden Antworten. Soweit die F.A.Q’.s das Bewerbungsverfahren betreffen, dienen die Auskünfte der allgemeinen Information über die Fremdenlegion. Ziel dieser Seite ist es nicht, jemanden zu einer Bewerbung bei der Fremdenlegion zu animieren.


Häufig gestellte Fragen (F.A.Q.)

Frage:  Was braucht man um Legionär zu werden und wo muss man sich melden?

Antwort:  Siehe Rekrutierung
Eine Bewerbung ist nur persönlich möglich (nicht schriftlich, telefonisch, per Fax oder eMail) Es gibt auch keine Bewerbungsunterlagen oder Infomaterial, die/das man anfordern könnte.


Frage: Ist für die persönliche Vorstellung zur Bewerbung in einem Informations-/Rekrutierungsbüro eine vorherige Terminvereinbarung notwendig oder möglich?

Antwort: Nein, weder, noch !  Die Rekrutierungsbüros haben -zumindest offizell, der alten Tradition folgend- 24 Std. pro Tag an 365 Tagen im Jahr geöffnet, so dass Bewerber jederzeit und ohne Termin vorsprechen können (Termine werden nicht vergeben). In der Praxis sollte man aber nicht unbedingt spät abends oder gar mitten in der Nacht, oder an Tagen wie Weihnachten oder dem Camerone-Tag (30. April) dort vorsprechen. Auch die späten Nachmittage an Wochenenden sollte man möglichst vermeiden, da gerade bei den kleinen PILEs durchaus die Gefahr besteht auf den Montag verwiesen zu werden. Auch bei der Legion haben sich heutzutage halbwegs normale Bürozeiten etabliert: Mo. bis Fr. – ca. 09:00 bis 17:00 Uhr.


Frage: Sind Fremdenlegionäre “Söldner”?

Antwort: Klares Nein!  Fremdenlegionäre sind ganz reguläre Angehörige der französischen Streitkräfte, wie alle anderen Soldaten auch.


Frage: Ist die Fremdenlegion eine “Spezialeinheit”?

Antwort: Nein!  Selbst bei denkbar weitester Auslegung des Begriffes “Spezialeinheit” nicht. Das Thema ausführlicher zu beleuchten würde den Rahmen an dieser Stelle sprengen. Es scheitert schon am Begriff “Einheit”, denn die Fremdenlegion ist zwar einerseits eine Einheit, deren Merkmal es ist, dass sie zu mehr als 90% aus Ausländern besteht. Andererseits sind die einzelnen Regimenter der Fremdenlegion ab Brigadeebene verschiedenen Brigaden des Heeres unterstellt (6e BLB, 11e DP, 27e BIM) und werden bei größeren Konflikten im Brigaderahmen eingesetzt. Die Legion als Ganzes war letztmalig im Algerienkrieg im Einsatz. Ein gesamtes Legionsregiment autark letztmalig in Kolwezi 1978. Die Legion ist, wie auch Stefan Müller es in seinem Buch “Mythos Fremdenlegion” zutreffend beschreibt, ein Verband “gut ausgebildeter Soldat(en), extrem belastbar und sportlich, gehorsam und kameradschaftlich” . Spezialeinheiten im engeren Sinne (im Sinne von Kommandoeinheiten) finden sich -jeweils in erweiterter Zugstärke- in 3 Regimentern der Legion: Das Groupement Commando Parachutistes (GCP) des 2e REP, das Groupement Commando Montagne (GCM) und das Groupement Plongeurs Combat Genie (GPCG 2) des 2e REG, sowie das Groupement Plongeurs Combat Genie (GPCG 1) des 1er REG. Jedoch gehören selbst diese Kommandoeinheiten nicht zu den Heeres-Spezialeinheiten, die ständig dem Oberkommando der französischen Spezialeinheiten (COS) unterstellt sind, dem sog. “1. Kreis”. Dort sind als Infanterieeinheiten des Heeres lediglich das 1er RPIMa und das 13e RDP -beides Regimenter die nicht zur Legion gehören- vertreten. Die genannten 4 Kommandoeinheiten der Legion gehören zum “2. Kreis” des COS und werden nur bei Bedarf unterstellt, ebenso wie viele andere kleine Kommandoeinheiten anderer Regimenter, wie z.B. die GCP der verschiedenen Fallschirmjägerregimenter des Heeres.


Frage:  Muss man französisch sprechen können, um der Fremdenlegion beitreten zu können?

Antwort:  Nein! Natürlich sind entsprechende Sprachkenntnisse von Vorteil, jedoch sprechen mehr als die Hälfte der Bewerber kein Französisch, wenn sie sich bewerben. Ein Grundstock der französischen Sprache wird während der Grundausbildung vermittelt. Der Rest ist “learning by doing” während der Dienstzeit.


Frage: Gibt es ausnahmsweise (z.B. bei besonderen Qualifikationen) die Möglichkeit bei der Fremdenlegion zu engagieren, obwohl man das Höchsteintrittsalter von aktuell 39 Jahren und 6 Monaten bereits überschritten hat?

Antwort: Nein!


Frage: Gibt es die Möglichkeit (z.B. bei besonderen Qualifikationen oder aufgrund in anderen Streitkräften erlangten Dienstgraden) die Möglichkeit bei der Fremdenlegion direkt mit einem höheren Dienstgrad (z.B. Unteroffizier) zu engagieren?

Antwort: Nein!
Ein neuer Legionär beginnt seine Laufbahn immer und ausnahmslos als “Legionnaire de 2° classe”, völlig unabhängig von Vorausbildungen oder Dienstgraden in anderen Streitkräften. Nach dem 2. Weltkrieg engagierte bspw. das deutsche “Flieger-Ass” Siegfried FREYTAG als “2° classe” in der Legion. Bei der damaligen deutschen Luftwaffe war er bereits Major gewesen. Auch heute ist es Gang und Gebe, dass z.B. deutsche Bewerber bei der Bundeswehr bereits Unteroffizier, Stabsunteroffizier oder Feldwebel usw. waren. Sie beginnen dennoch alle als einfacher Legionär. Einzige Ausnahme bilden die “naturalfranzösischen” Offiziere, die nach dem Besuch einer Offiziersschule der “regulären Armee” (z.B. St. Cyr – Voraussetzung für den Besuch: Franz. Staatsangehörigkeit und franz. Abitur) als Leutnante zur Legion versetzt werden. Auch höhere Offiziere, die aus anderen Teilen des franz. Heeres für z.B. 2-3 Jahre zur Legion versetzt werden, behalten selbstverständlich ihren bisherigen Dienstgrad.


Frage:  Was verdient ein Fremdenlegionär?

Antwort: Siehe Besoldung


Frage:  Können sich Frauen bei der Fremdenlegion bewerben?

Antwort:  Nein! Frauen werden bei der Fremdenlegion nicht aufgenommen. Dennoch dienen / arbeiten auch Frauen in den einzelnen Regimentern der Fremdenlegion, im Sanitätsbereich (z.B. als Ärtzin / Zahnärztin) oder im (meist) nicht-militärischen Verwaltungsbereich. Weiterhin gibt es im 3° R.E.I.. sowie im D.L.E.M weibliche Soldatinnen, die dem äußeren Anschein nach wie Legionäre aussehen (also die selbe Uniform tragen, ausgenommen das Kepi Blanc). Dies ist dem Umstand geschuldet, dass es sich bei den beiden Regimentern um sogenannte “Regiments mixté” handelt, also Regimenter bei denen Teileinheiten (z.B. ein Zug oder maximal eine Kompanie) vom “normalen” französischen Heer gestellt werden, oder bei denen es “gemischte Kompanien” gibt. Diese Soldatinnen sind Angehörige des regulären französischen Heeres, obwohl sie die Uniform der Legion tragen.


Frage:  Hat man als Vorbestrafter die Möglichkeit bei der Fremdenlegion zu engagieren?

Antwort:  Siehe “strafrechtliches Vorleben” unter Rekrutierung 


Frage: Bekommt man bei der Fremdenlegion eine neue Identität?

Antwort: Jein! Das Thema “neue Identität” ist mit das am meisten diskutierte, wenn es um die Fremdenlegion geht. Die Regelungen zum sog. “Anonymat” wurden bereits oft geändert, alleine in den letzten 10 Jahren mehrmals. Der aktuelle Stand für neue Legionäre / Bewerber ist der folgende:

Jeder Bewerber bekommt für die Dauer des Bewerbungsverfahrens und (wenn er angenommen wird) der Grundausbildung eine angenommene Identität. In der Regel werden dafür die Initialen des realen Namens verwendet und ein anderer Name aus dem Herkunftsland des Bewerbers ausgewählt (durch die Legion). Aus dem Deutschen Patrick Schmitz wird z.B. Peter Schuster, aus dem Briten James Conolly wird z.B. Jason Conway usw. Das Geburtsdatum wird meist um eine Stelle nach vorne oder hinten verändert, also aus dem z.B.  03.06.1995 wird der 04.07.1996. Als Geburtsort wird in aller Regel die Hauptstadt des Herkunftslandes angegeben, bei Deutschen also Berlin. Der Bewerber bekommt lediglich eine “carte identité militaire” (Militärdienstausweis) auf den neuen Namen, keine sonstigen Personalpapiere. Die neue Identität kann nach Ende der Grundausbildung, also nach insg. etwa 5 Monaten (incl. Bewerbungsverfahren) wieder abgelegt werden. Dazu muss das sog. RSM-Verfahren einleitet werden (régularisé de situation militaire –  Wiederherstellung der echten Identität). Notwendig dazu sind 3 Dinge: Das Formular “RSM”, 2 Passbilder, die Geburtsurkunde, ausgestellt vom Heimatland, in internationaler Form (mehrsprachig), nicht älter als 6 Monate. Zuständig für die Abwicklung ist das B.A.L.E. im Hauptquartier in Aubagne. Spätestens am Ende des ersten Dienstjahres muss das RSM-Verfahren eingeleitet werden, d.h. die neue Identität “erlischt”nach spätestens 1 Jahr (und einigen Wochen, die das Verfahren in Anspruch nimmt) wieder. Ausnahmen von dieser Regelung gibt es nur noch bei Bewerbern, die durch den Eintritt in die Legion Schwierigkeiten in Ihren Heimatländern bekommen würden (z.B. Österreicher und Schweizer). Für schon länger dienende Legionäre gelten teilweise noch andere Vorschriften. Diese können u.U. auch ohne besondere Voraussetzungen zu erfüllen ihre gesamte Legionszeit unter der angenommenen Identität dienen, was aber auch Nachteile hat. So kann z.B. kein ziviler Führerschein unter der angenommenen Identität erworben werden und auch Urlaub außerhalb französischen Hoheitsgebietes wird in aller Regel nicht genehmigt. Spätestens mit dem Austritt aus der Fremdenlegion (Rente / Vertragsende) erlischt auch für diese Legionäre die neue Identität, auch dann, wenn sie ggf. die französische Staatsbürgerschaft annehmen. Der französische Pass wird dann auf den realen Namen ausgestellt.


Frage: Verliert ein Deutscher die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn er der Fremdenlegion beitritt?

Antwort: Nein! Auch dies ist ein -falsches- Gerücht, dass sich hartnäckig hält. Für einen deutschen Staatsbürger hat ein Eintritt in die Fremdenlegion keinesfalls den erzwungenen Verlust der deutschen Staatsbürgerschaft zur Folge. Bis vor einigen Jahren war es so, dass deutsch-französische Doppelstaatler die deutsche Staatsbürgerschaft verloren, wenn Sie -ohne Erlaubnis des deutsches Staates-  in die Fremdenlegion eintraten [§ 28 StAG]. Es wurde jedoch seitens Deutschlands bereits vor einigen Jahren eine Regelung erlassen, die es jedem Deutschen (und auch den Doppelstaatlern) erlaubt, in die Streitkräfte eines anderen EU-Staates (also auch Frankreichs) einzutreten ohne die Staatsangehörigkeit zu verlieren. § 28 StAG käme also nur noch dann zur Anwendung, wenn z.B. ein Deutsch-Chinese freiwillig in die chinesischen Streitkräfte eintreten würde, oder ein Deutsch-Kanadier in die kanadischen Streitkräfte usw.


Frage:  Läuft der erste Vertrag immer über 5 Jahre, oder sind auch längere oder kürzere Verpflichtungszeiten möglich?

Antwort:  Der Erstvertrag läuft immer über 5 Jahre. Eine kürzere Laufzeit ist nicht möglich. Verlängerungen sind für Zeitspannen von 6 Monaten bis in der Regel 3 Jahren möglich. Wenn der Legionär zum Zeitpunkt der Verlängerung weniger als 2 Jahre Restdienstzeit hat, kann maximal wieder bis auf 5 Jahre Restdienstzeit aufgestockt werden, also bei 1 Jahr Restdienstzeit um 4 Jahre verlängert werden. Zu beachten ist hierbei, dass der Vertrag legionsseitig nicht weiter verlängert wird, wenn der Legionär am Ende des 6. Dienstjahres nicht mindestens den Dienstgrad Caporal innehat. Da für den Lehrgang zum Caporal nur zugelassen wird, wer noch mind. 2 Dienstjahre vor sich hat*, muss der Legionär darauf achten, dass er spätestens gegen Ende des 4. Dienstjahres auf den “Caporals-Lehrgang” entsendet wird.

*Ausnahmen bestätigen die Regel


Frage:  Wann wird der Vertrag unterschrieben und was ist, wenn man kurz danach merkt, dass das alles doch nichts für einen ist?

Antwort:  Ein Vorvertrag wird durch den Legionär bereits im Vorauswahlzentrum in Paris oder Aubagne unterschrieben, der eigentliche Vertrag im Hauptauswahlzentrum in Aubagne (er wird jedoch noch nicht ausgehändigt). Der Legionär unterschreibt seine Verpflichtung also bereits bevor er überhaupt weiß, ob er angenommen wird. Während es früher so gut wie keine Möglichkeit für den Legionär gab, den einmal unterschriebenen Vertrag wieder rückgängig zu machen (für die Legion im Übrigen auch nicht) ist die Situation heute anders. Es gibt eine Probezeit von 6 Monaten (diese 6 Monate umfassen das Auswahlverfahren in Aubagne, die Grundausbildung in Castelnaudary, sowie etwa den ersten Monat im Stammregiment) Während des Auswahlverfahrens hat man jeden Tag die Möglichkeit zu sagen, dass man nicht weiter teilnehmen möchte und wird direkt wieder nach Hause geschickt. Es wird während des Auswahlverfahrens auch aktiv jeden Tag beim Antreten gefragt, ob jemand ausscheiden möchte. Ist das der Fall bekommt man von der Legion eine Fahrkarte bis zu dem Ort, in dem das Rekrutierungsbüro liegt, in dem man sich vorgestellt hat. Wurde man angenommen und ins Grundausbildungsregiment nach Castelnaudary versetzt, wird auch die Zeit dort (4 Monate) noch als Probezeit betrachtet. Der angehende Legionär, der dort ernstlich den Wunsch äußert die Ausbildung abzubrechen, kann dies ohne Probleme tun. Nach Ende der Grundausbildung -im Stammregiment- hat der Legionär noch ca. 1 Monat um sich umzuentscheiden. Später müssen in aller Regel gesundheitliche Gründe vorliegen, um aus dem Vertrag problemlos entlassen zu werden. Wobei auch eine einmalige, kurze Probezeitverlängerung möglich ist. Diese Option wird allerdings idR. nur von der Legion selbst gezogen, wenn sie sich nach 6 Monaten nicht sicher ist, ob der neue Legionär geeignet ist. Einem Legionär der um Probezeitverlängerung bittet, wird in der Regel “nahegelegt” die Legion zu verlassen.  


Frage: Bekommt man auch in der Grundausbildung bereits Sold?

Antwort: Ja! Die Soldhöhe während der Grundausbildung beträgt rd. 1.280 EUR monatlich, von der während der Grundausbildung zunächst jedoch nur rd. 120 EUR wöchentlich ausgezahlt werden, der Rest bei Versetzung ins Stammregiment. Auch bereits vor der Grundausbildung, während des Auswahlverfahrens (ab “Status Blau”, den man in Aubagne erreicht), bekommt man etwas Sold (ca. 35,00 EUR pro Tag). Näheres unter: Karriere – Besoldung.


Frage: Ich habe gehört, dass man nach ein paar Jahren in der Legion sofort nach dem Ausscheiden eine gute Rente auf Lebenszeit bekommt… Ist da was dran?

Antwort: Jein! Grundsätzlich ist diese Information richtig, es braucht allerdings mehr als ein “paar Jahre” und die Höhe der monatlichen Rente ist von vielen Faktoren abhängig. Aktuell muss man mindestens 17,5 Jahre dienen, um Anspruch auf diese “Sofort-Rente” zu haben (über Jahrzehnte hinweg waren es 15 Jahre). Die Höhe der Rente ist in erster Linie vom erreichten Dienstgrad abhängig. Bei der Legion ist es auch nach 17,5 Jahren möglich noch Mannschaftsdienstgrad zu sein (Caporal-Chef / Stabsgefreiter). Hat man die Unteroffizierslaufbahn beschritten, geht man nach 17,5 Jahren in der Regel als Adjudant (Hauptweldwebel) ab, mglw. als Adjudant-Chef (Stabsfeldwebel) oder aber “nur” als Sergent-Chef (Oberfeldwebel). Ferner ist die Rente davon abhängig, wie viele Jahre man über die Dienstzeit von 17,5 Jahren hinaus gedient hat, wie oft man in seiner Dienstzeit im Ausland (in einem Überseeregiment der Legion) stationiert war und vor allem wie oft man auf “Auslandsmission” (also im Einsatz) gewesen ist. Viele Dienstjahre bei den Fallschirmjägern bringen Extra-Rentenpunkte. Da das Berechnungssystem sehr kompliziert ist, seien hier nur 2 Beispiele genannt: Caporal-Chef, 18 Jahre Dienstzeit, 3 x 2 Jahre in einem Überseeregiment stationiert, 1 Auslandsmission, Rente: knapp 1.000 EUR monatlich. Caporal-Chef, 21 Jahre Dienstzeit, 3 x 2 Jahre in einem Überseeregiment stationiert, 4 Auslandsmission, davon 1 Kriegseinsatz (Golfkrieg), Rente: ca. 1.350 EUR monatlich. Höhere Fallschirmjäger-Unteroffiziere mit 20 oder mehr Jahren Dienstzeit, die sie hauptsächlich im 2e R.E.P. gedient haben, sehr vielen Auslandsmissionen (die Kampfkompanien des 2e R.E.P. waren in den 1980er und 1990er Jahren sehr oft auf Auslandsmission) können auch Rentenhöhen von 2.500 EUR oder mehr erreichen. Heutzutage (nach 2000) ist die Anzahl der Auslandsmissionen der einzelnen Kompanien (auch im 2e R.E.P.) relativ stark zurückgegangen, was mehrere Gründe hat. Dadurch ist die Möglichkeit “Rentenpunkte” durch Auslandsmissionen zu erwerben doch etwas zurückgegangen. Es ist heute keine Seltenheit, dass ein Legionär mit 7 oder 8 Dienstjahren keinen Überseeaufenthalt hat und nur 1 kurze Auslandsmission.

Legionäre die kürzer als die für die “Sofort-Rente” notwendigen Jahre dienen (z.B. nur die Mindestdienstzeit von 5 Jahren) bekommen für diese Zeit ebenfalls eine -natürlich nur kleinere- Rente und diese auch erst, wenn sie das reguläre Rentenalter erreicht haben (je nach Geburtsjahrgang ist das das 60. oder 62. Lebensjahr)


Frage: Wie oft kann man sich bei der Fremdenlegion bewerben, bzw. gibt es mehrere Versuche, wenn man die Tests beim 1. Versuch nicht besteht?

Antwort: Im absoluten Regelfall hat man nur 1 Chance das Bewerbungsverfahren zu durchlaufen. Bewerber die abgelehnt werden erhalten in der Regel den Vermerk “inapte definitif” (entgültig untauglich/abgelehnt). Jedoch gibt es Ausnahmen: Bewerber, die während des Bewerbungsverfahrens erkranken oder sich bei einem Sporttest verletzen können -wenn sie bis dahin einen guten Eindruck hinterlassen haben und für die Legion geeignet erscheinen- den Vermerk “inapte temporaire” (vorübergehend untauglich) erhalten. Diese Bewerber erhalten die Möglichkeit das Bewerbungsverfahren erneut zu durchlaufen (von Beginn an). Es wird eine “Wartezeit” (meist 3-6 Monate) festgelegt, nach deren Ablauf die erneute Bewerbung möglich ist.


Frage: Kann ein Legionär, der nach z.B. 5 oder 10 Jahren regulär aus der Legion ausgeschieden ist, sich erneut bewerben (“Wiedereinsteller”)?

Antwort:  Ja. Solange er die Voraussetzungen erfüllt (Alter, Gesundheit, Fitness, keine erheblichen Vorstrafen) ist eine erneute Bewerbung möglich. Findet die erneute Bewerbung innerhalb von 5 Jahren nach dem Ausscheiden statt, kann der Legionär sogar direkt in seinen Abgangs-Dienstgrad wiedereingestellt werden und muss weder Auswahlverfahren noch Grundausbildung erneut durchlaufen. Voraussetzung ist lediglich, dass bei der erneuten Bewerbung das Höchstalter nicht überschritten ist.


Frage: Ich habe gehört, dass es bei der Fremdenlegion viele Deserteure gibt, stimmt das? Und was passiert, wenn man erwischt wird?

Antwort:  Anzumerken ist zunächst, dass auch in Frankreich wie in Deutschland zwischen “unerlaubter Abwesenheit” und “Desertation” unterschieden wird. Ein Legionär, der etwa seinen Urlaub unerlaubt um 2-3 Tage “überzieht” gilt noch nicht als Deserteur. Kehrt er rechtzeitig zurück, bekommt er ggf. einige Tage Arrest und versieht seinen Dienst dann normal weiter. Kehrt er nicht rechtzeitig zurück (je nach Umständen des “Verschwindens” innerhalb von 6 bis 15 Tagen) gilt er als Deserteur.

Vor Einführung der Probezeit (siehe weiter oben) kam es tatsächlich insbesondere während der Grundausbildung zu einer nicht ganz geringen Zahl von Desertationen. Auch heute noch kommt es vor. Dies war/ist hauptsächlich dem Umstand geschuldet, dass die neuen Legionäre schlecht informiert und mit vollkommen falschen Vorstellungen zur Legion gekommen sind. Dass bereits länger dienende Legionäre desertieren ist eher die Ausnahme, kommt jedoch ebenfalls vor. Oft liegen dem dann familiäre Probleme im Heimatland zugrunde, oder andere persönliche Krisen. Während der Balkan-Kriege Anfang der 1990er Jahre kam es zu Desertationen einiger Legionäre aus den betreffenden Staaten (Kroatien, Serbien, Bosnien), die sich dann den Armeen ihrer Heimatländer anschlossen. Hinsichtlich -über wenige Einzelfälle hinausgehende- Desertationen von Staatsbürgern der Ukraine und Russland (die jeweils in der Legion stark vertreten sind) im aktuellen Krim-/Ostukraine-Konflikt ist nichts bekannt.

Ein Legionär, der nach Dienstschluss, oder am freien Wochenende/im Anschluss an den Urlaub desertiert wird von der Legion im Normalfall nicht aktiv gesucht, jedoch aber natürlich zur Fahndung ausgeschrieben. Wenn er sich noch in Frankreich aufhält und in eine Grenz- oder Polizeikontrolle gerät wird er festgenommen. Die Strafen für “Desertation im Frieden” liegen gewöhnlich bei 2-3 Jahren Freiheitsstrafe, welche auch in Abwesenheit verhängt werden. Ein Deserteur, der es nach außerhalb Frankreichs geschafft hat, tut also gut daran, für viele Jahre nicht nach Frankreich zurückzukehren. Völlig anders verhält es sich, wenn ein Legionär während des Dienstes/eines Einsatzes mit Waffe desertiert. In dem Fall werden alle Hebel (Polizei/Militärpolizei/Gendarmerie) in Bewegung gesetzt um seiner habhaft zu werden. Wenn man davon ausgeht, dass er sich noch in der Nähe der Garnision aufhält, rückt auch schon einmal das ganze Regiment aus und durchsucht umliegende Waldstücke, entlegende Gegenden usw. Wird der Deserteur gestellt tut er gut daran, sich ohne irgendwelche Umschweife direkt zu ergeben und die Waffe niederzulegen. Denn im Zweifel gilt hier das Motto: “Erst schießen, dann fragen”.


Rentenangelegenheiten:

Frage:  Ich bin ehemaliger Fremdenlegionär (bzw. ein Angehöriger eines verstorbenen ehem. Legionärs) und habe Fragen zur/Probleme mit der Rente. Können Sie mir weiterhelfen?

Antwort: Leider nein. Das Thema “Rente” für ehem. Legionsangehörige ist sehr komplex. Teilweise erhalten ehem. Legionäre 3 verschiedene Renten aus Frankreich, für die auch verschiedene Zahl- oder Verwaltungsstellen zuständig sind. Wer im einzelnen zuständig ist, hängt wiederum von der Länge der Dienstzeit und weiteren Faktoren ab. Meine Empfehlung lautet, sich entweder an eine Amicale (A.A.L.E.) in der Nähe zu wenden, wobei leider nur noch einige aktive Amicalen in der Mitte und im Süd-Westen von Deutschland existieren (Kassel, Frankfurt, Dortmund, Frechen, Mannheim, Stuttgart, Freiburg) sowie 1 in Österreich/Wien. Ein weiterer potenzieller Ansprechpartner ist der “Dachverband ehem. Fremdenlegionäre” (F.S.A.L.E.). Für die Militärinvalidenrente (pension militaire d’invalidité) gibt es einen Ansprechpartner bei der französischen Botschaft in Berlin. Entsprechende Adressen und Kontaktmöglichkeiten zu den Amicalen teile ich auf Anfrage gerne mit. Sollte die Stelle mit der es “Probleme” gibt bekannt sein (CNAV, IRCANTEC usw.) empfiehlt es sich natürlich sich direkt dorthin zu wenden. Die entsprechenden Anschriften lauten:

DIRECTION SPECIALISEE DES FINANCES PUBLIQUES POUR L‘ETRANGER
(betr. Militärpensionen – bei mehr als 15/17,5 Jahren Dienstzeit & Retraite combattant)
30, Rue de Malville
BP 54007
44040 NANTES Cedex 1
France


RENTENVERSICHERER
(betr. die normale Altersrente bei weniger als 15/17,5 Jahren Dienstzeit und die Zusatzrente IRCANTEC):

Altersrente:
CNAV ( Caisse nationale d’assurance vieillesse)
15 av. Louis Jouhanneau
37072 TOURS Cedex 2
France

Ircantec:
IRCANTEC
24, rue Louis Gain
49039 ANGERS Cedex 9
France