F.A.Q.

An dieser Stelle finden Sie einige “F.A.Q’s” (häufig gestellte Fragen) zur Fremdenlegion und die entsprechenden Antworten. Soweit die F.A.Q’.s das Bewerbungsverfahren betreffen, dienen die Auskünfte der allgemeinen Information über die Fremdenlegion. Ziel dieser Seite ist es nicht, jemanden zu einer Bewerbung bei der Fremdenlegion zu animieren.

Diese F.A.Q. sind in 3 Abschnitte unterteilt:

1. Betreffend die “aktuelle” Fremdenlegion

2. Betreffend Rentenangelenheiten für ehem. Legionäre oder deren Witwen, Bestattungsunternehmen usw. – bitte auf den Link klicken um direkt zu “Rentenangelegenheiten” zu gelangen.

3. Betreffend Auskunft über nahe Verwandte, die bei der Fremdenlegion gedient haben – bitte auf den Link klicken, um direkt zu: Auskunftsersuchen zu gelangen.


Häufig gestellte Fragen (F.A.Q.)

Frage:  Was braucht man um Legionär zu werden und wo muss man sich melden?

Antwort:  Siehe Rekrutierung
Eine Bewerbung ist nur persönlich und nur in Frankreich möglich (nicht schriftlich, telefonisch, per Fax oder eMail) Es gibt auch keine Bewerbungsunterlagen oder Infomaterial, die/das man anfordern könnte.


Frage: Ist für die persönliche Vorstellung zur Bewerbung in einem Informations-/Rekrutierungsbüro eine vorherige Terminvereinbarung notwendig oder möglich?

Antwort: Nein, weder, noch !  Die Rekrutierungsbüros sind “rund um die Uhr” besetzt und stehen -zumindest offiziell, der alten Tradition folgend- 24 Std. pro Tag an 365 Tagen im Jahr den Bewerbern offen, so dass Bewerber jederzeit und ohne Termin vorsprechen können (Termine werden nicht vergeben). In der Praxis haben sich jedoch seit 2020 in einigen Rekrutierungsbüros aufgrund der Personalsituation (oder aktuell auch aufgrund der COVID-19 Pandemie) “normale Bürozeiten” etabliert, außerhalb derer nicht rekrutiert wird, man also nicht eingelassen wird. Beispiel Rekrutierungsbüro Strasbourg: Öffnungszeiten Mo.-Do. 08:00 – 17:30, Fr. 08:00 – 17:00, Sa. + So. geschlossen. Die übrigen P.I.L.E. mit eingeschränkten Öffnungszeiten werden in etwa die selben Zeiten haben, jedoch sollte man sich sicherheitshalber vorab telefonisch informieren.


Frage: Sind Fremdenlegionäre “Söldner”?

Antwort: Klares Nein!  Fremdenlegionäre sind ganz reguläre Angehörige der französischen Streitkräfte, wie alle anderen Soldaten auch.


Frage: Ist die Fremdenlegion eine “Spezialeinheit”?

Antwort: Nein!  Selbst bei denkbar weitester Auslegung des Begriffes “Spezialeinheit” nicht. Das Thema ausführlicher zu beleuchten würde den Rahmen an dieser Stelle sprengen. Es scheitert schon am Begriff “Einheit”. Denn die Fremdenlegion ist zwar einerseits eine “Einheit” die extrem viel Wert auf ihre Tradition und Korpsgeist legt, andererseits wird sie jedoch längst nicht mehr so isoliert geführt und eingesetzt, wie das noch vor Jahrzehnten der Fall war. Sie ist heute komplett in die Strukturen des franz. Heeres eingebettet. Die einzelnen Regimenter der Fremdenlegion sind auf Brigadeebene verschiedenen Brigaden des Heeres unterstellt (6e BLB, 11e DP, 27e BIM) und werden bei größeren Konflikten im Brigaderahmen eingesetzt. Nur die 3 “administrativen” Regimenter 1er R.E. (Stab/Verwaltung), 4e R.E. (Ausbildung) und G.R.L.E. (Rekrutierung) unterstehen noch direkt dem Oberbefehlshaber der Fremdenlegion, wobei auch dieser selbstverständlich dem Oberbefehlshaber des Heeres untersteht (siehe Grafik bei COM.LE.). Die Legion als Ganzes war letztmalig im Algerienkrieg im Einsatz. Ein gesamtes Legionsregiment einzeln und autark letztmalig in Kolwezi 1978. Im 2. Golfkrieg 1990/91 stellte die Legion in Form von 3 nahezu kompletten Regimentern (1er REC, 2e REI, 6e REG) etwa die Hälfte der französischen Bodentruppen im Verbund der “Division Daguet”. Die Legion ist, wie auch Stefan Müller es in seinem Buch “Mythos Fremdenlegion” zutreffend beschreibt, ein Verband “gut ausgebildeter Soldat(en), extrem belastbar und sportlich, gehorsam und kameradschaftlich” . Spezialeinheiten im engeren Sinne (im Sinne von Kommandoeinheiten) finden sich -jeweils in erweiterter Zugstärke- in 3 Regimentern der Legion: Das Groupement Commando Parachutistes (GCP) des 2e REP, das Groupement Commando Montagne (GCM) und das Groupement Plongeurs Combat Genie (GPCG 2) des 2e REG, sowie das Groupement Plongeurs Combat Genie (GPCG 1) des 1er REG. Jedoch gehören selbst diese Kommandoeinheiten nicht zu den Heeres-Spezialeinheiten, die ständig dem Oberkommando der französischen Spezialeinheiten (COS) unterstellt sind, dem sog. “1. Kreis”. Dort sind als Infanterieeinheiten des Heeres lediglich das 1er RPIMa und das 13e RDP -beides Regimenter die nicht zur Legion gehören- vertreten. Die genannten 4 Kommandoeinheiten der Legion gehören zum “2. Kreis” des COS und werden nur bei Bedarf unterstellt, ebenso wie viele andere kleine Kommandoeinheiten anderer Regimenter, wie z.B. die GCP der verschiedenen Fallschirmjägerregimenter des Heeres.


Frage:  Muss man französisch sprechen können, um der Fremdenlegion beitreten zu können?

Antwort:  Nein! Natürlich sind entsprechende Sprachkenntnisse von Vorteil, jedoch sprechen mehr als die Hälfte der Bewerber überhaupt kein Französisch, wenn sie sich bewerben. Französisch als Muttersprache haben ca. 20% der Bewerber. Ein Grundstock der französischen Sprache wird während der Grundausbildung vermittelt. Der Rest ist “learning by doing” während der Dienstzeit.


Frage: Gibt es ausnahmsweise (z.B. bei besonderen Qualifikationen) die Möglichkeit bei der Fremdenlegion zu engagieren, obwohl man das Höchsteintrittsalter von aktuell 39 Jahren und 6 Monaten bereits überschritten hat?

Antwort: Nein!


Frage: Gibt es die Möglichkeit (z.B. bei besonderen Qualifikationen oder aufgrund in anderen Streitkräften erlangten Dienstgraden) bei der Fremdenlegion direkt mit einem höheren Dienstgrad (z.B. Unteroffizier) zu engagieren?

Antwort: Nein!
Ein neuer Legionär beginnt seine Laufbahn immer und ausnahmslos als “Legionnaire de 2° classe”, völlig unabhängig von Vorausbildungen oder Dienstgraden in anderen Streitkräften. Nach dem 2. Weltkrieg engagierte bspw. das deutsche “Flieger-Ass” Siegfried FREYTAG als “2° classe” in der Legion. Bei der damaligen deutschen Luftwaffe war er bereits Major gewesen. Auch heute ist es Gang und Gebe, dass z.B. deutsche Bewerber bei der Bundeswehr bereits Unteroffizier, Stabsunteroffizier oder Feldwebel usw. waren. Sie beginnen dennoch alle als einfacher Legionär. Einzige Ausnahme bilden die “naturalfranzösischen” Offiziere, die nach dem Besuch einer Offiziersschule der “regulären Armee” (z.B. St. Cyr – Voraussetzung für den Besuch: Franz. Staatsangehörigkeit und franz. Abitur) als Leutnante zur Legion versetzt werden. Auch höhere Offiziere, die aus anderen Teilen des franz. Heeres für z.B. 2-3 Jahre zur Legion versetzt werden, behalten selbstverständlich ihren bisherigen Dienstgrad.


Frage:  Was verdient ein Fremdenlegionär?

Antwort: Siehe Besoldung

Anzumerken ist hier, dass Legionäre bis einschließlich zum Dienstgrad Caporal “Wohnen und Essen” in der Kaserne, sowie die komplette Dienstkleidung umsonst bekommen, der Sold also komplett zu Ihrer Verfügung steht. Lediglich wenn der Legionär im Urlaub oder an freien Tagen am Essen in der Kaserne teilnimmt, wird ihm hierfür ein geringer Betrag berechnet.


Frage: Darf ein Fremdenlegionär Kontakt zu seiner Familie haben?

Antwort: Selbstverständlich, auch wenn es anders lautende Gerüchte gibt. Einzige Ausnahme ist die Zeit des Bewerbungsverfahrens und der Grundausbildung, also die ersten 4,5 bis 5 Monate ab dem Tag der Bewerbung. Danach darf der Legionär Kontakt haben, mit wem immer er will.


Frage: Gibt es bei der Legion sog. “Heimschläfer” (eigene Wohnung/wohnen bei Eltern oder Freundin)?

Antwort: Jein. Mannschaftsdienstgrade sind innerhalb der ersten 5 Dienstjahre verpflichtet in der Kaserne zu wohnen. Eine eigene Wohnung darf ein Legionär erst unterhalten, wenn er mindestens 5 Dienstjahre und den Grad Caporal-Chef hat. Ausnahmen sind für Caporaux mit mind. 5 Dienstjahren theoretisch möglich. Vor Ablauf von 5 Dienstjahren dürfen nur Legionäre eine eigene Wohnung unterhalten, die bereits den Dienstgrad Sergent innehaben. An komplett freien Wochenenden dürfen auch Mannschaftsdienstgrade mit weniger als 5 Jahren Dienstzeit außerhalb der Kaserne übernachten, wobei eine “Heimfahrt” zu den Eltern natürl. bei Nicht-Franzosen in aller Regel schon aufgrund der Entfernung scheitert und der Grenzübertritt durch die Legion genehmigt werden müsste (was er in aller Regel -außer für längeren Urlaub, siehe nächste Frage- nicht wird). Sollte der Legionär am Stationierungsort eine Freundin mit Wohnung haben, kann er an einem komplett freien Wochenende dort übernachten.

Uniformpflicht: Legionäre mit weniger als 5 Dienstjahren (außer Sergenten) müssen bei Ausgang in die Stadt nach dem Dienst oder an einzelnen dienstfreien Tagen die Ausgehuniform tragen. Zivilkleidung ist nicht gestattet. Nur während des Urlaubs ist Zivilkleidung innerhalb der Garnision (Stationierungsort und Umgebung) gestattet.


Frage:  Bekommt ein Fremdenlegionär Urlaub? Wenn ja, wie viel?

Antwort: Selbstverständlich erhalten auch Fremdenlegionäre Urlaub und zwar gar nicht wenig, nämlich 45 (Werk-)Tage pro Jahr. Zu beachten ist dabei, dass dieser Urlaub nun innerhalb französischen Hoheitsgebietes verbracht werden darf, solange man unter “Anonymat” dient. Auch wenn dies nicht (mehr) der Fall ist, benötigt man zumindest im ersten Dienstjahr die Erlaubnis der Legion für einen Auslandsurlaub (Ausland aus französischer Sicht), die aber in der Regel problemlos erteilt wird. Ausgeschlossen ist Urlaub in Kriegs- oder Krisengebieten (z.B. aktuell Irak), selbst wenn es sich dabei um das Heimatland des Legionärs handelt. Innerhalb Frankreichs unterhält die Legion 2 Übernachtungs-/Ferienzentren in denen Legionäre sehr(!) günstig ihren Urlaub verbringen können (das C.H.A.L.E. in La Ciotat und das Ferienzentrum in Malmousque), auch mit Familie.

Solange der Legionär nur innerhalb Frankreichs Urlaub machen darf, kann ihn seine Familie (z.B. aus Deutschland) problemlos in Frankreich besuchen und dort einen gemeinsamen Urlaub verbringen. Einige Regimenter (z.B. das 2e R.E.P. auf Korsika) halten extra dafür eigene Ferienappartements vor, die der Legionär für einen Familienurlaub buchen kann.



Frage:  Ich habe die Krankheit oder körperliche Einschränkung XY … Kann ich mich dennoch bewerben?

Antwort: Eine Bewerbung ist natürlich möglich. Nur muss man damit rechnen, bereits nach der ersten medizinischen Begutachtung wieder nach Hause geschickt zu werden. Im Bereich “Rekrutierung” haben wir einige Krankheiten/Einschränkungen aufgezählt, die einem Engagement bei der Fremdenlegion zu 100% entgegenstehen, sowie auch einige Dinge (z.B. Kurzsichtigkeit bis zu einem gewissen Grad, Plattfüße bis zu einem gewissen Grad, usw.), trotz derer ein Engagement grds. möglich ist. Prinzipiell entscheidet über die Verwendungsfähigkeit eines Bewerbers der medizinische Dienst der Fremdenlegion in Aubagne im Rahmen des Bewerbungsverfahrens. Auskünfte oder gar Entscheidungen “vorab” sind nicht möglich. Wir haben keine Möglichkeit die Chancen auf eine erfolgreiche Bewerbung “trotz Einschränkung/Krankheit XY” realistisch einzuschätzen. Wir sind keine Mediziner. Entsprechende Anfragen an uns sind daher vollkommen sinnlos.

Ein potenzieller Bewerber sollte sich 2 Dinge überlegen: Ein Fremdenlegionär ist körperlich gefordert (Sport, Trainingsmissionen, körperlich anspruchsvolle Lehrgänge) wie kaum ein anderer Soldat einer europäischen Armee außerhalb von Spezialeinheiten und muss in der Lage sein, jederzeit an jedem Ort der Welt (sei es in der Wüste, im Gebirge oder in tropischen Dschungelgefilden) eingesetzt zu werden. Die Fremdenlegion hat auf jede frei werdende Stelle etwa 10-12 Bewerber. Welchen Grund sollte die Legion daher haben, einen Bewerber zu akzeptieren, der von vornherein medizinische/körperliche Einschränkungen mitbringt und daher ggf. für eine Vielzahl von Verwendungen ausscheidet?!
Richtig: Keinen !!


Frage:  Können sich Frauen bei der Fremdenlegion bewerben?

Antwort:  Nein! Frauen werden bei der Fremdenlegion nicht aufgenommen. Dennoch dienen / arbeiten auch Frauen in den einzelnen Regimentern der Fremdenlegion, im Sanitätsbereich (z.B. als Ärtzin / Zahnärztin) oder im (meist) nicht-militärischen Verwaltungsbereich. Weiterhin gibt es im 3° R.E.I.. sowie im D.L.E.M weibliche Soldatinnen, die dem äußeren Anschein nach wie Legionäre aussehen (also zumindest im Dienst die selbe Uniform/Kampfanzug mit den entsprechenden Abzeichen der Legion tragen). Dies ist dem Umstand geschuldet, dass es sich bei den beiden Regimentern um sogenannte “Regiments mixté” handelt, also Regimenter bei denen Teileinheiten (z.B. ein Zug oder maximal eine Kompanie) vom “normalen” französischen Heer gestellt werden, oder bei denen es “gemischte Kompanien” gibt. Diese Soldatinnen sind Angehörige des regulären französischen Heeres, obwohl sie die Dienst-Uniform der Legion tragen. Die Paradeuniform der Legion und vor allem das “Kepi Blanc” sind ihnen nicht gestattet.


Frage:  Hat man als Vorbestrafter die Möglichkeit bei der Fremdenlegion zu engagieren?

Antwort:  Siehe “strafrechtliches Vorleben” unter Rekrutierung 


Frage:  Kann man bei der Fremdenlegion einer Haftstrafe entgehen, zu der man im Heimatland verurteilt wurde?

Antwort:  Klares Nein! Auch wenn dieser Mythos sich hartnäckig hält – es ist nicht möglich einer Haftstrafe im Heimatland (oder sonst irgendwo) zu entgehen, indem man sich bei der Fremdenlegion meldet. Im Gegenteil – sollte es bereits einen Haftbefehl geben besteht sogar die Gefahr, dass man von der französischen Militärpolizei festgenommen wird und an die zivile französische Polizei übergeben wird, von wo aus man dann an die Behörden des Heimatlandes (bzw. des Staates in dem man gesucht wird) überstellt wird.


Frage: Bekommt man bei der Fremdenlegion eine neue Identität?

Antwort: Jein! Das Thema “neue Identität” ist mit das am meisten diskutierte, wenn es um die Fremdenlegion geht. Die Regelungen zum sog. “Anonymat” wurden bereits oft geändert, alleine in den letzten 10 Jahren mehrmals. Der aktuelle Stand für neue Legionäre / Bewerber ist der folgende:

Jeder Bewerber bekommt für die Dauer des Bewerbungsverfahrens und (wenn er angenommen wird) der Grundausbildung eine angenommene Identität. In der Regel werden dafür die Initialen des realen Namens verwendet und ein anderer Name aus dem Herkunftsland des Bewerbers ausgewählt (durch die Legion). Aus dem Deutschen Patrick Schmitz wird z.B. Peter Schuster, aus dem Briten James Conolly wird z.B. Jason Conway usw. Das Geburtsdatum wird meist um eine Stelle nach vorne oder hinten verändert, also aus dem z.B.  03.06.1995 wird der 04.07.1996. Als Geburtsort wird in aller Regel die Hauptstadt des Herkunftslandes angegeben, bei Deutschen also Berlin. Der Bewerber bekommt lediglich eine “carte identité militaire” (Militärdienstausweis) auf den neuen Namen, keine sonstigen Personalpapiere. Die neue Identität kann nach Ende der Grundausbildung, also nach insg. etwa 5 Monaten (incl. Bewerbungsverfahren) wieder abgelegt werden. Dazu muss das sog. RSM-Verfahren eingeleitet werden (régularisé de situation militaire –  Wiederherstellung der echten Identität). Notwendig dazu sind 3 Dinge: Das Formular “RSM”, 2 Passbilder, die Geburtsurkunde, ausgestellt vom Heimatland, in internationaler Form (mehrsprachig), nicht älter als 6 Monate. Zuständig für die Abwicklung ist das B.A.L.E. im Hauptquartier in Aubagne. Spätestens am Ende des ersten Dienstjahres muss das RSM-Verfahren eingeleitet werden, d.h. die neue Identität “erlischt”nach spätestens 1 Jahr (und einigen Wochen, die das Verfahren in Anspruch nimmt) wieder. Ausnahmen von dieser Regelung gibt es nur noch bei Bewerbern, die durch den Eintritt in die Legion Schwierigkeiten in Ihren Heimatländern bekommen würden (z.B. Österreicher und Schweizer). Für schon länger dienende Legionäre gelten teilweise noch andere Vorschriften. Diese können u.U. auch ohne besondere Voraussetzungen zu erfüllen ihre gesamte Legionszeit unter der angenommenen Identität dienen, was aber auch Nachteile hat. So kann z.B. kein ziviler Führerschein unter der angenommenen Identität erworben werden und auch Urlaub außerhalb französischen Hoheitsgebietes wird in aller Regel nicht genehmigt. Spätestens mit dem Austritt aus der Fremdenlegion (Rente / Vertragsende) erlischt auch für diese Legionäre die neue Identität, auch dann, wenn sie ggf. die französische Staatsbürgerschaft annehmen. Der französische Pass wird dann auf den realen Namen ausgestellt.

Familienstand: Jeder Bewerber wird offiziell als “ledig, ohne Kinder” aufgenommen, unabhängig vom tatsächlichen Familienstand.


Frage: Ist es für Deutsche verboten/eine Straftat in die Fremdenlegion einzutreten?

Antwort: Nein! Seit Ende des 2. Weltkriegs in keinem Fall. In der der Zeit davor war die Gesetzeslage je nach Epoche unterschiedlich.


Frage: Verliert ein Deutscher die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn er der Fremdenlegion beitritt?

Antwort: Nein! Auch dies ist ein -falsches- Gerücht, dass sich hartnäckig hält. Für einen deutschen Staatsbürger hat ein Eintritt in die Fremdenlegion keinesfalls den erzwungenen Verlust der deutschen Staatsbürgerschaft zur Folge. Bis vor einigen Jahren war es so, dass deutsch-französische Doppelstaatler die deutsche Staatsbürgerschaft verloren, wenn Sie -ohne Erlaubnis des deutsches Staates-  in die Fremdenlegion eintraten [§ 28 StAG]. Es wurde jedoch seitens Deutschlands bereits vor einigen Jahren eine Regelung erlassen, die es jedem Deutschen (und auch den Doppelstaatlern) erlaubt, in die Streitkräfte eines anderen EU-Staates und/oder NATO-Staates (also auch Frankreichs) einzutreten ohne die Staatsangehörigkeit zu verlieren. § 28 StAG käme also nur noch dann zur Anwendung, wenn z.B. ein Deutsch-Chinese freiwillig in die chinesischen Streitkräfte eintreten würde, oder ein Deutsch-Kolumbianer in die kolumbianischen Streitkräfte usw.


Frage:  Läuft der erste Vertrag immer über 5 Jahre, oder sind auch längere oder kürzere Verpflichtungszeiten möglich?

Antwort:  Der Erstvertrag läuft immer über 5 Jahre. Eine kürzere Laufzeit ist nicht möglich. Verlängerungen sind für Zeitspannen von 6 Monaten bis in der Regel 3 Jahren möglich. Wenn der Legionär zum Zeitpunkt der Verlängerung weniger als 2 Jahre Restdienstzeit hat, kann maximal wieder bis auf 5 Jahre Restdienstzeit aufgestockt werden, also bei 1 Jahr Restdienstzeit um 4 Jahre verlängert werden. Zu beachten ist hierbei, dass der Vertrag legionsseitig nicht weiter verlängert wird, wenn der Legionär am Ende des 6. Dienstjahres nicht mindestens den Dienstgrad Caporal innehat. In manchen Regimentern gibt es interne Regelungen, dass für den Lehrgang zum Caporal nur zugelassen wird, wer noch mind. 2 Dienstjahre vor sich hat*. Daher muss ein Legionär den dies evtl. betrifft, darauf achten dass er spätestens gegen Ende des 4. Dienstjahres auf den “Caporals-Lehrgang” entsendet wird.

*Ausnahmen bestätigen die Regel (siehe auch Absatz “Caporaux” unter Dienstgrade & Beförderung)


Frage:  Kann man nach erfolgreichem Abschluss des Bewerbungsverfahrens noch mal “nach Hause” zurückkehren um dort z.B. die Wohnung zu kündigen, Verträge aufzulösen oder sonstiges?

Antwort:  Nein ! Alle diese Dinge müssen im Vorfeld erledigt werden, bzw. es müssen ggf. Verwandte/Freunde damit beauftragt werden. Dieser Umstand stellte sich schon oft als “große Überraschung” für Bewerber heraus, die schlecht informiert die Reise nach Frankreich zur Bewerbung angetreten haben. Nach erfolgreicher Bewerbung wird man direkt zur Grundausbildung nach Castelnaudary ins 4e R.E. versetzt und von da aus, über das 1er R.E. in Aubagne, ins Stammregiment. Es gibt bis zum Ende der Grundausbildung auch keine Möglichkeit telefonisch (o.ä.) Kontakt zur Familie etc. aufzunehmen. Die erste Möglichkeit -erlaubterweise- in die Heimat zu fahren, bietet sich realistisch gesehen frühestens im 2. Dienstjahr


Frage:  Kann man sich für ein bestimmtes Regiment oder eine bestimmte Verwendung (z.B. Kampftaucher, Scharfschütze oder auch Musiker) bewerben?

Antwort:  Nein ! Es ist einzig und alleine die Entscheidung der Fremdenlegion, in welches Regiment man nach der Grundausbildung versetzt wird. Dabei wird man den Wünschen des jungen Legionärs nach Möglichkeit nachkommen, soweit die entsprechende Eignung für das Regiment vorhanden ist und dort entsprechender Bedarf besteht. Auch spielen evtl. zivile Vorausbildungen dabei eine Rolle (ein z.B. Baumaschinenführer ist grds. für eines der Pionierregimenter geeignet – Ein ausgebildeter Rettungssanitäter kann damit rechnen, auch bei der Legion als Sanitäter eingesetzt zu werden).

Besonderheit: Die besten 3 Absolventen einer jeden Grundausbildungskompanie dürfen sich das Regiment frei aussuchen, in das sie versetzt werden möchten. Über die genaue Verwendung innerhalb dieses Regiments entscheidet jedoch wiederum die Legion. Es ist also durchaus möglich, dass man zwar in sein “Wunschregiment” versetzt wird, dort aber nicht z.B. in eine der Kampfkompanien, sondern in eine Verwaltungs-, Transport-, oder Infrastruktureinheit.

Besonderheit MLE (Musique de la Legion Etrangere = Musikkorps):
An einem in einer Militärkapelle gefragten Instrument (z.B. Trompete, Posaune) ausgebildete Musiker, oder Musiker mit nachweislich vorhandener professioneller Orchester- oder Band-Erfahrung können bei der Bewerbung angeben, dass sie sich für eine Verwendung bei der MLE interessieren. Sollten sie dafür geeignet sein (was u.a. durch ein “Vorspielen” dort festgestellt wird) ist eine Verwendung dort (die MLE ist Teil des 1er Regiment Etranger) relativ wahrscheinlich. Zu beachten ist dabei jedoch, dass diese Bewerber ansonsten das exact selbe Bewerbungsverfahren durchlaufen und bestehen müssen, wie alle anderen Bewerber. Auch absolvieren sie die selbe Grundausbildung. Ferner ist es möglich, dass sie -auch schon im Rahmen des 5jährigen Erstvertrages- von der “Musik” weg in eine andere Kompanie oder ein anderes Regiment versetzt werden, mit einer gänzlich anderen Verwendung (z.B. eine Verwaltungskompanie oder -bei Eignung- Kampfkompanie).


Frage:  Wann wird der Vertrag unterschrieben und was ist, wenn man kurz danach merkt, dass das alles doch nichts für einen ist?

Antwort:  Der Vertrag wird durch den Legionär bereits im Vorauswahlzentrum in Paris oder Aubagne unterschrieben, er wird dort jedoch noch nicht von der Legion gegengezeichnet und auch nicht ausgehändigt. Der Legionär unterschreibt seine Verpflichtung also bereits bevor er überhaupt weiß, ob er angenommen wird. Wird er angenommen, erfolgt die Übergabe des dann auch von der Legion unterzeichneten Vertrages in einer feierlichen Zeremonie im Hauptauswahlzentrum. Während es früher so gut wie keine Möglichkeit für den Legionär gab, den einmal unterschriebenen Vertrag wieder rückgängig zu machen (für die Legion im Übrigen auch nicht) ist die Situation heute anders. Es gibt eine Probezeit von 6 Monaten (diese 6 Monate umfassen die Grundausbildung in Castelnaudary, sowie etwa die ersten 6-8 Wochen im Stammregiment) Während des Auswahlverfahrens hat man jeden Tag die Möglichkeit zu sagen, dass man nicht weiter teilnehmen möchte und wird direkt wieder nach Hause geschickt. Es wird während des Auswahlverfahrens auch aktiv jeden Tag beim Antreten gefragt, ob jemand ausscheiden möchte. Ist das der Fall bekommt man von der Legion eine Fahrkarte bis zu dem Ort, in dem das Rekrutierungsbüro liegt, in dem man sich vorgestellt hat. Wurde man angenommen und ins Grundausbildungsregiment nach Castelnaudary versetzt, wird auch die Zeit dort (4 Monate) noch als Probezeit betrachtet. Der angehende Legionär, der dort ernstlich den Wunsch äußert die Ausbildung abzubrechen, kann dies ohne Probleme tun. Nach Ende der Grundausbildung -im Stammregiment- hat der Legionär noch ca. 6-8 Wochen um sich umzuentscheiden. Später müssen in aller Regel gesundheitliche Gründe vorliegen, um aus dem Vertrag problemlos entlassen zu werden. Wobei auch eine einmalige, kurze Probezeitverlängerung möglich ist. Diese Option wird allerdings idR. nur von der Legion selbst gezogen, wenn sie sich nach 6 Monaten nicht sicher ist, ob der neue Legionär geeignet ist. Einem Legionär der um Probezeitverlängerung bittet, wird in der Regel “nahegelegt” die Legion zu verlassen.  


Frage: Bekommt man auch in der Grundausbildung bereits Sold?

Antwort: Ja! Die Soldhöhe während der Grundausbildung beträgt rd. 1.280 EUR monatlich, von der während der Grundausbildung zunächst jedoch nur rd. 120 EUR wöchentlich ausgezahlt werden, der Rest bei Versetzung ins Stammregiment. Auch bereits vor der Grundausbildung, während des Auswahlverfahrens (ab “Status Blau”, den man in Aubagne erreicht), bekommt man etwas Sold (ca. 35,00 EUR pro Tag). Näheres unter: Karriere – Besoldung.


Frage: Wie wird der Sold ausgezahlt, hat jeder Legionär ein eigenes Bankkonto?

Antwort: Ja! Der Sold wird auf ein Basis-Konto (Guthabenkonto) bei der Bank “Crédit Agricole” gezahlt, welches durch Vermittlung der Legion direkt vor Beginn der Grundausbildung auf den “Anonymatsnamen” eröffnet wird. Der Legionär bekommt eine Girokarte, mit der er an Automaten der Bank Geld abheben kann. Die Tageslimits sind unterschiedlich, je nach dem ob das Geld im Bezirk des Stationierungsortes abgehoben wird, oder in einem anderen Bezirk, so wie es z.B. auch bei den Sparkassen in Deutschland der Fall ist. Wird man an einen Stationierungsort außerhalb des bisherigen Bankbezirks versetzt, kann man den “Heimatbezirk” bei der Bank ändern lassen. Ebenso kann die Karte nach bereits kurzer Zeit in eine andere umgetauscht werden, mit der Abhebungen an allen Geldautomaten (also nicht nur C.A.) möglich sind, die das “VISA electron” Symbol tragen. Achtung: Die Legion hat die Befugnis, dieses Konto im Falle einer Desertation zu sperren! Zugriff auf das Konto erhält der Legionär erst nach Ende der Grundausbildung. Es können ab dann auch Überweisungen vorgenommen werden. Nicht möglich ist ein Dispokredit, oder die Angabe dieses Kontos bei Vertragsabschlüssen aller Art (z.B. der Beantragung einer Kreditkarte), solange das Konto auf den Anonymatsnamen läuft. Diese Dinge gehen erst, wenn der Legionär wieder unter seiner echten Identität dient und das Konto entsprechend “umgeschrieben” wurde. Ein eigenes Konto, bei einer (anderen) Bank nach eigener Wahl, darf der Legionär in der Regel erst nach 5 Jahren unterhalten und wenn er nicht (mehr) unter Anonymat dient.


Frage: Ich habe gehört, dass man nach ein paar Jahren in der Legion sofort nach dem Ausscheiden eine gute Rente auf Lebenszeit bekommt… Ist da was dran?

Antwort: Jein! Grundsätzlich ist diese Information richtig, es braucht allerdings mehr als ein “paar Jahre” und die Höhe der monatlichen Rente ist von vielen Faktoren abhängig. Aktuell muss man mindestens 17,5 Jahre dienen, um Anspruch auf diese “Sofort-Rente” zu haben (über Jahrzehnte hinweg waren es 15 Jahre). Seit 2015 sind jedoch 19,5 Dienstjahre notwendig, um die Rente in voller Höhe zu bekommen. Wer also mit 17,5 bis 19 Dienstjahren in Rente geht, muss Abschläge hinnehmen. Die Höhe der Rente ist in erster Linie vom erreichten Dienstgrad abhängig. Bei der Legion ist es auch nach 17,5 Jahren möglich noch Mannschaftsdienstgrad zu sein (Caporal-Chef / Stabsgefreiter). Hat man die Unteroffizierslaufbahn beschritten, geht man nach 17,5 Jahren in der Regel als Adjudant (Hauptweldwebel) ab, mglw. als Adjudant-Chef (Stabsfeldwebel) oder aber “nur” als Sergent-Chef (Oberfeldwebel). Ferner ist die Rente davon abhängig, wie viele Jahre man über die Dienstzeit von 17,5 (bzw. 19,5) Jahren hinaus gedient hat, wie oft man in seiner Dienstzeit im Ausland (in einem Überseeregiment der Legion) stationiert war und vor allem wie oft man auf “Auslandsmission” (also im Einsatz) gewesen ist. Viele Dienstjahre bei den Fallschirmjägern bringen Extra-Rentenpunkte. Da das Berechnungssystem sehr kompliziert ist, seien hier nur 2 Beispiele genannt: 1.) Caporal-Chef (ausgeschieden 1999), 18 Jahre Dienstzeit, 3 x 2 Jahre in einem Überseeregiment stationiert, 1 Auslandsmission, ansonsten auch einige Zeit im Stab und der Verwaltung eingesetzt. Rente: knapp 1.000 EUR monatlich. 2.) Caporal-Chef, 22 Jahre Dienstzeit, 3 x 2 Jahre in einem Überseeregiment stationiert, 3 Auslandsmissionen, davon 1 Kriegseinsatz (Golfkrieg), Rente: ca. 1.350 EUR monatlich.
Heutzutage (nach 2000) ist die Anzahl der Auslandsmissionen der einzelnen Kompanien der Kampfregimenter (auch im 2e R.E.P.) relativ stark zurückgegangen, was mehrere Gründe hat. Dadurch ist die Möglichkeit “Rentenpunkte” durch Auslandsmissionen zu erwerben doch etwas zurückgegangen. Es ist heute keine Seltenheit, dass ein Legionär mit 7 oder 8 Dienstjahren keinen Langzeit-Überseeaufenthalt hat und nur 1 kurze Auslandsmission. Das betrifft vor allem Legionäre, die nicht in einer Kampfkompanie dienen, sondern bei der Logistik, Versorgung usw. Aber auch die einzelnen Kampfkompanien haben aktuell nicht mehr so eine hohe Einsatzfrequenz, wie das noch vor der Jahrtausendwende der Fall war.

Legionäre die kürzer als die für die “Sofort-Rente” notwendigen Jahre dienen (z.B. nur die Mindestdienstzeit von 5 Jahren) bekommen für diese Zeit ebenfalls eine -natürlich nur kleinere- Rente und diese auch erst, wenn sie das reguläre Rentenalter erreicht haben (je nach Geburtsjahrgang ist das das 60. oder 62. Lebensjahr)


Frage: Wie oft kann man sich bei der Fremdenlegion bewerben, bzw. gibt es mehrere Versuche, wenn man die Tests beim 1. Versuch nicht besteht?

Antwort: Im absoluten Regelfall hat man nur 1 Chance das Bewerbungsverfahren zu durchlaufen. Bewerber die einen der entscheidenden Tests nicht bestehen, werden direkt aus dem Auswahlverfahren herausgenommen und wieder ins Zivilleben zurückgeschickt, in der Regel mit dem Vermerk “inapte definitif” (endgültig abgelehnt). Falls aus Sicht der Legion die Chance besteht, dass der Bewerber zu einem späteren Zeitpunkt die Auswahltests bestehen wird (z.B. nach Erledigung einer medizinischen Behandlung) bekommt er den Vermerk “inapte temporaire” und eine “Wartezeit” (in der Regel 3-12 Monate) nach der er einen neuen Bewerbungsversuch starten kann. Das selbe gilt für Bewerber, die während des Bewerbungsverfahrens erkranken oder sich bei einem Sporttest verletzen. Diese können -wenn sie bis dahin einen guten Eindruck hinterlassen haben und für die Legion geeignet erscheinen- ebenfalls den Vermerk “inapte temporaire” (vorübergehend untauglich) erhalten. Diese Bewerber erhalten ebenfalls die Möglichkeit das Bewerbungsverfahren erneut zu durchlaufen, nach Ablauf der entsprechenden Wartezeit.

Bewerber die am Ende des Bewerbungsverfahrens (trotz Bestehen der Tests) durch die Auswahlkommission, welche die letzte Entscheidung zu treffen hat, abgelehnt werden, erhalten in der Regel ebenfalls den Vermerk “inapte definitif” (entgültig untauglich/abgelehnt). Diese Bewerber bekommen keine “2. Chance” (in der Vergangenheit kam es zwar teilweise und sehr vereinzelt vor, jedoch hat die Legion seit 2021 festgelegt, dass dies in Zukunft nicht mehr der Fall ist)

Bewerber die schon angenommen waren, aber während der Grundausbildung/Probezeit freiwillig die Legion verlassen haben, haben die theo. Möglichkeit, eine weitere Chance zu bekommen. Sie müssen dazu einen handgeschriebenen Brief an das Oberkommando der Fremdenlegion richten, und darin darum bitten nochmal zum Auswahlverfahren eingeladen zu werden. Die freiwillig Ausgeschiedenen sollten in dem Brief natürlich nachvollziehbare Gründe dafür anführen. Wenn solch ein Ersuchen bei der Fremdenlegion eingeht, wird man in der Personalabteilung in die alte Akte des Bewerbers schauen, und entscheiden ob ihm eine erneute Chance zur Bewerbung gewährt wird, oder nicht. Prinzipiell sind die Chancen aber nicht sehr hoch und verschlechtern sich, je mehr Zeit zwischen dem freiwilligen Ausscheiden und der Bitte um eine erneute Bewerbungsmöglichkeit vergangen ist.


Frage: Kann ein Legionär, der nach z.B. 5 oder 10 Jahren regulär aus der Legion ausgeschieden ist, sich erneut bewerben (“Wiedereinsteller”)?

Antwort:  Ja. Solange er die Voraussetzungen erfüllt (Alter, Gesundheit, Fitness, keine erheblichen Vorstrafen) ist eine erneute Bewerbung möglich. Findet die erneute Bewerbung innerhalb von 5 Jahren nach dem Ausscheiden statt, kann der Legionär sogar direkt in seinen Abgangs-Dienstgrad wiedereingestellt werden und muss weder Auswahlverfahren (mit Ausnahme der Fitness-Tests) noch Grundausbildung erneut durchlaufen. Voraussetzung ist lediglich, dass bei der erneuten Bewerbung das Höchstalter nicht überschritten ist.


Frage: Ich habe sehr viele Tattoos, ggf. auch an Händen, Hals, Gesicht usw. – Habe ich trotzdem die Möglichkeit bei der Legion angenommen zu werden?

Antwort:  Ja, das ist kein Problem, mit sehr wenigen Ausnahmen. Tattoos sind bei der Legion weit verbreitet und haben eine lange Tradition dort. Nicht geduldet werden allerdings “rassistische” Tattoos wie z.B. Nazi-Symbole (SS-Runen, Hitlerportrait, Hakenkreuz usw.) auch ausländische (z.B. Ustascha “U”) oder Ku-Klux-Klan usw. Weiterhin problematisch sind großflächige Tattoos im Gesicht. Eine “Träne” neben dem Auge ist kein Problem, ebensowenig wie z.B. ein kleiner Skorpion am Hals. die “liegende nackte Frau” quer über die Stirn tätowiert ist schon eher problematisch. Bei dieser Frage ist der Grundsatz zu beachten, dass man als Legionär den französischen Staat repräsentiert und dies nicht unbedingt mit großflächigen Gesichts-Tattoos, wenn sie dazu auch noch “dümmlich” sind, zu vereinbaren ist (auch wenn man da in Frankreich einiges großzügiger ist, als z.B. bei der Bundeswehr). Eine Ausnahme hinsichtlich großer Gesichtstattoos gilt für Stammes-Tattoos bei Bewerbern aus z.B. Neuseeland oder Franz.-Polynesien. Diese werden in aller Regel akzeptiert.


Frage: Meine Motivation der Fremdenlegion beizutreten ist hauptsächlich, dass ich möglichst viele Auslandseinsätze (ggf. auch Kampfeinsätze) mitmachen möchte. Wie sieht es damit aus?

Antwort: Das ist eine Frage, die sich viele an der Fremdenlegion Interessierte stellen, die aber unmöglich im Voraus zu beantworten ist. Zunächst gilt es klar zu stellen, dass es verschiedene Arten von Auslandseinsätzen gibt. Hauptsächlich zu unterscheiden sind dabei die “Sejours” und die “Tournantes”. Eine Sejour ist eine 3jährige Abkommandierung in ein Überseeregiment. Wobei es sich dabei aus französischer Sicht nicht um einen Auslandseinsatz handelt, denn die beiden in Übersee stationierten Regimenter der Fremdenlegion befinden sich auf französischem Staatsgebiet: Das 3e REI in Französisch-Guyana (Südamerika) und das DLEM (Insel Mayotte/Indischer Ozean). Während einer Sejour wird der Legionär in eine Kompanie des betreffenden Regiments vor Ort integriert (es handelt sich somit um einen regulären Wechsel des Stammregiments) und nimmt dort normal am Dienst teil. Eine Tournante ist ein Auslandseinsatz im Kompanierahmen (man geht also mit seiner gesamten Kompanie in den Einsatz) für die Dauer von 3 bis 4, manchmal auch 6 Monaten. Ziel und Zweck einer Tournante können unterschiedlich sein. Möglich ist, dass die Kompanie dazu vorgesehen ist, eines der Überseetrainingszentren der Legion, bzw. franz. Armee (z.B. in Franz.-Guyana, Dschibouti, Senegal, Gabun, Mayotte usw.) zu durchlaufen oder aber einen lokalen französischen Stützpunkt (z.B. in der Elfenbeinküste, Zentralafrikanische Republik, Tschad usw.) temporär zu verstärken und dort “zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung” eingesetzt zu werden. Teilweise werden beide Ziele auch parallel verwirklicht. Auch während einer reinen Trainingsmission sind die Kompanien jederzeit in Alarmbereitschaft für den “scharfen Einsatz”. So wurde beispielsweise in 2011 die 4. Kompanie des 2e REI, die sich auf einer reinen Ausbildungsmission im Senegal befand, mehr oder weniger binnen weniger Stunden per Landungsschiff in die benachbarte Elfenbeinküste verlegt, nachdem dort relativ überraschend ein Bürgerkrieg ausgebrochen war und die lokalen französischen Truppen auf schnelle Verstärkung angewiesen waren. Genau genommen ebenfalls zu den Tournantes gehören die sog. “scharfen Einsätze” (also Kampfeinsätze). Dabei kann es sich um einen zeitlich sehr begrenzten Einsatz von wenigen Kompanien handeln (wie die Operation Léopard – Kolwezi 1978 ) oder auch um einen mehrjährigen Einsatz, mit alle 3-6 Monate wechselnden Kontingenten (wie die Operation Serval/Barkhane in Mali, bzw. der Sahelzone).

Wie bereits eingangs gesagt lässt sich die “Chance” oder Wahrscheinlichkeit, dass man an einem solchen Einsatz teilnimmt nicht im Voraus beurteilen. Eine Sejour ist innerhalb der ersten 5 Dienstjahre relativ unwahrscheinlich, es sei denn man meldet sich direkt nach der Grundausbildung freiwillig für eine solche in Franz.-Guyana. Dem wird öfter stattgegeben. Man wird dann also direkt nach der Grundausbildung ins 3e REI versetzt. Eine Sejour beim DLEM auf Mayotte ist innerhalb der ersten 5 Jahre praktisch so gut wie ausgeschlossen, da es sich um eine sehr kleine Einheit handelt. Mit Dauer der Dienstzeit steigert sich die Wahrscheinlichkeit auf eine Sejour (es sind auch mehrere möglich). Da die Legion aber aktuell nur noch 2 Überseeregimenter unterhält, davon wie gesagt ein sehr kleines auf Mayotte, ist die Chance nicht mehr so groß wie früher, als es darüber hinaus auch noch Überseeregimenter in Dschibouti, bzw. VAE (13e DBLE) und in Franz.-Polynesien (5e RMP/5e RE) gab.

Ob man an einer Tournante teilnimmt hängt von dermaßen vielen Faktoren ab (Regiment, Kompanie, Verwendung, politische Lage u.a.), dass es unmöglich ist, es hier auch nur ansatzweise darzustellen. Nur soviel: Es gibt Legionäre mit 10 Dienstjahren, die noch nicht einen einzigen Tag im Auslands- bzw. Übersee-Einsatz waren. Auf der anderen Seite gibt es Legionäre, die bereits in ihren ersten 5 Jahren an z.B. 2 Kampfeinsätzen und 1 “normalen” Tournante teilgenommen haben. Diese “Spannbreite” dürfte recht gut darstellen, dass eine Vorhersage auf die Chance eines solchen Einsatzes nicht seriös möglich ist. Durch die Schaffung mehrerer neuer Kampfkompanien in den letzten Jahren (mehrere Regimenter haben eine zusätzliche Kampfkompanie erhalten, z.B. 2e REP, 2e REI, 1er REC) und die Neuaufstellung und Rückverlegung nach Frankreich der 13e DBLE (ab 2015) mit nunmehr 6 Kampfkompanien, ist schon rein rechnerisch die Wahrscheinlichkeit für jede Kompanie gesunken, für eine Tournante ausgewählt zu werden.


Frage: Ich habe gehört, dass es bei der Fremdenlegion viele Deserteure gibt, stimmt das? Und was passiert, wenn man erwischt wird?

Antwort:  Anzumerken ist zunächst, dass auch in Frankreich wie in Deutschland zwischen “unerlaubter Abwesenheit” und “Desertation” unterschieden wird. Ein Legionär, der etwa seinen Urlaub unerlaubt um 2-3 Tage “überzieht” gilt noch nicht als Deserteur. Kehrt er rechtzeitig zurück, bekommt er ggf. einige Tage Arrest und versieht seinen Dienst dann normal weiter. Kehrt er nicht rechtzeitig zurück (je nach Umständen des “Verschwindens” innerhalb von 6 bis 15 Tagen) gilt er als Deserteur.

Vor Einführung der Probezeit (siehe weiter oben) kam es tatsächlich insbesondere während der Grundausbildung zu einer nicht ganz geringen Zahl von Desertationen. Auch heute noch kommt es vor. Dies war/ist hauptsächlich dem Umstand geschuldet, dass die neuen Legionäre schlecht informiert und mit vollkommen falschen Vorstellungen zur Legion gekommen sind. Dass bereits länger dienende Legionäre desertieren ist eher die Ausnahme, kommt jedoch ebenfalls vor. Oft liegen dem dann familiäre Probleme im Heimatland zugrunde, oder andere persönliche Krisen. Während der Balkan-Kriege Anfang der 1990er Jahre kam es zu Desertationen einiger Legionäre aus den betreffenden Staaten (Kroatien, Serbien, Bosnien), die sich dann den Armeen ihrer Heimatländer anschlossen. Hinsichtlich -über wenige Einzelfälle hinausgehende- Desertationen von Staatsbürgern der Ukraine und Russland (die jeweils in der Legion stark vertreten sind) im aktuellen Krim-/Ostukraine-Konflikt ist nichts bekannt.

Ein Legionär, der nach Dienstschluss, oder am freien Wochenende/im Anschluss an den Urlaub desertiert wird von der Legion im Normalfall nicht aktiv gesucht, jedoch aber natürlich zur Fahndung ausgeschrieben. Wenn er sich noch in Frankreich aufhält und in eine Grenz- oder Polizeikontrolle gerät wird er festgenommen. Die Strafen für “Desertation im Frieden” liegen gewöhnlich bei 2-3 Jahren Freiheitsstrafe, welche auch in Abwesenheit verhängt werden. Ein Deserteur, der es nach außerhalb Frankreichs geschafft hat, tut also gut daran, für viele Jahre nicht nach Frankreich zurückzukehren. Völlig anders verhält es sich, wenn ein Legionär während des Dienstes/eines Einsatzes mit Waffe desertiert. In dem Fall werden alle Hebel (Polizei/Militärpolizei/Gendarmerie) in Bewegung gesetzt um seiner habhaft zu werden. Wenn man davon ausgeht, dass er sich noch in der Nähe der Garnision aufhält, rückt auch schon einmal das ganze Regiment aus und durchsucht umliegende Waldstücke, entlegende Gegenden usw. Wird der Deserteur gestellt tut er gut daran, sich ohne irgendwelche Umschweife direkt zu ergeben und die Waffe niederzulegen. Denn im Zweifel gilt hier das Motto: “Erst schießen, dann fragen”.


Rentenangelegenheiten:

Frage:  Ich bin ehemaliger Fremdenlegionär (bzw. ein Angehöriger eines verstorbenen ehem. Legionärs) und habe Fragen zur/Probleme mit der Rente. Können Sie mir weiterhelfen?

Antwort: Leider nein. Das Thema “Rente” für ehem. Legionsangehörige ist sehr komplex. Teilweise erhalten ehem. Legionäre 3 verschiedene Renten aus Frankreich, für die auch verschiedene Zahl- oder Verwaltungsstellen zuständig sind. Wer im einzelnen zuständig ist, hängt wiederum von der Länge der Dienstzeit und weiteren Faktoren ab. Meine Empfehlung lautet, sich entweder an eine Amicale (A.A.L.E.) in der Nähe zu wenden, wobei leider nur noch einige aktive Amicalen in der Mitte und im Süd-Westen von Deutschland existieren (Kassel, Frankfurt, Frechen, Mannheim, Stuttgart, Freiburg) sowie 1 in Österreich/Wien. Ein weiterer potenzieller Ansprechpartner ist der “Dachverband ehem. Fremdenlegionäre” (F.S.A.L.E.). Kontaktmöglichkeiten zu den Amicalen teile ich, soweit sie mir vorliegen, auf Anfrage gerne mit. Sollte die Stelle mit der es “Probleme” gibt bekannt sein (CNAV, IRCANTEC usw.) empfiehlt es sich natürlich sich direkt dorthin zu wenden. Die entsprechenden Anschriften lauten:

DIRECTION SPECIALISEE DES FINANCES PUBLIQUES POUR L‘ETRANGER
Betrifft:
1.) Militärpensionen = Sofortrente direkt nach dem Ausscheiden aus der Fremdenlegion – Nur bei mindestens 15 Jahren Dienstzeit, bzw. nach der aktuellen Regelung 17,5 Jahren Dienstzeit; sowie
2.) die Retraite combattant = Frontkämpferente

Direction specialisee des finances publiques pour l’etranger
30, Rue de Malville
BP 54007
44040 NANTES Cedex 1
France


RENTENVERSICHERER
(betr. die normale Altersrente bei weniger als 15/17,5 Jahren Dienstzeit und die Zusatzrente IRCANTEC):

Altersrente:
CNAV ( Caisse nationale d’assurance vieillesse)
15 av. Louis Jouhanneau
37072 TOURS Cedex 2
France

Ircantec:
IRCANTEC
24, rue Louis Gain
49039 ANGERS Cedex 9
France

Weitere Hinweise zur Rente

Im Folgenden haben wir noch einige Informationen für Sie zusammengestellt. Für die Aktualität und damit Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden:

Witwenrente

Witwen von Legionären, die bereits eine Rente bezogen haben, haben Anspruch auf eine Witwenrente (ausg. aus der Retraite Combattant / Frontkämpferrente). Aus den vorliegenden Kontoauszügen oder anderen Unterlagen müsste hervorgehen, welche Rente(n) der verstorbene Legionär bezogen hat. Bitte dabei beachten, dass nur die Altersrente und die Sofortrente monatlich gezahlt werden. Die IRCANTEC-Rente in größeren Abständen. Auch die Rentennummern müssten sich aus den Unterlagen/Kontoauszügen ergeben. Im Folgenden finden Sie 3 vorgefertigte Schreiben an die 3 oben genannten Rententräger, mit denen die Witwe den Tod des ehem. Legionärs mitteilt und gleichzeitig die notwendigen Formulare für die Beantragung der Witwenrente anfordert:

Jeder dieser Todesmitteilungen muss eine Sterbeurkunde in Kopie beigelegt werden.

Wenn später die Anträge auf Witwenrente an die Rentenstellen eingesendet werden, muss jedem Antrag folgendes beiliegen:

1 Heiratsurkunde, 1 Geburtsurkunde des ehem. Legionärs, 1 Geburtsurkunde der Witwe, jeweils in “internationaler Form” (mehrsprachig). Diese Urkunden erhalten Sie auf dem Standesamt. Wenn Sie als Verwendungszweck “Rentenangelegenheit” angeben, ist die Ausstellung in der Regel kostenfrei.

Lebensbescheinigung

Die französischen Rententräger verlangen von jedem Rentenempfänger (ehem. Legionär oder Witwe) der außerhalb von Frankreich lebt von Zeit zu Zeit (meist 1mal pro Jahr) eine sog. “Lebensbescheinigung”, also ein offizielles Formular auf dem eine Behörde des Staates in dem Rentenempfänger lebt bescheinigt, dass der Empfänger noch am Leben ist. In Deutschland ist dafür in der Regel die Gemeinde/das Einwohnermeldeamt zuständig. Im Normalfall bekommt man das entsprechende Formular vom Rententräger zugesendet. Sollte das einmal nicht der Fall sein, kann man es sich unter folgendem Link herunterladen.

Wichtiger Hinweis dazu: Solange die Rente kommt, also überwiesen wird, besteht keinerlei Notwendigkeit, das Formular einzusenden. Bitte erst dann tätig werden, wenn seitens des Rententrägers eine entsprechende Aufforderung kommt oder wenn die Rentenzahlung ohne erkennbaren Grund ausbleibt (es erfolgt dann eine Nachzahlung, sobald das Papier eingereicht ist).

Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir über diese oberhalb dargestellten Informationen zur Rente hinausgehend keinerlei weitere Informationen zur Rente haben und auch nicht bei Anträgen oder sonstigen Renten-Problemen weiterhelfen können. Wir bitten daher darum, von entsprechenden Anfragen abzusehen.


Auskunftsersuchen über ehemalige Legionäre
(nur für nahe Verwandte möglich)

Frage: Ich/wir vermisse(n) einen Angehörigen und habe(n) den Verdacht, dass er der Fremdenlegion beigetreten ist und ggf. immer noch dort ist. Besteht die Möglichkeit Auskunft von der Fremdenlegion zu bekommen, ob mein/unser Angehöriger in die Fremdenlegion eingetreten ist?

Antwort: Grundsätzlich* nein!

Auskünfte über noch aktive (noch im Dienst befindliche) Fremdenlegionäre werden nicht erteilt. Insbesondere erteilt die Fremdenlegion keine Auskünfte darüber, ob ein “verschwundener” Angehöriger in ihre Dienste eingetreten ist. Auch wenn es verständlich ist, dass Angehörige Gewissheit haben möchten, wenn sie den Verdacht hegen, dass der Sohn oder der Bruder in die Fremdenlegion eingetreten ist, wird die Fremdenlegion solche Anfragen nicht beantworten*. Dies ist dem sogenannten “Anonymat” geschuldet, das die Fremdenlegion ihren Soldaten bietet. Die Legion überlässt es jedem ihrer Legionäre selbst, ob -und falls ja, wann- er seine Angehörigen über den Beitritt zur Legion informiert. Die Möglichkeit dazu hat jeder Legionär, sobald die 4-monatige Grundausbildung beendet ist.

*in den letzten Jahren gab es wohl sehr wenige Einzelfälle, in denen Eltern besonders junger Bewerber (solcher, die direkt nach ihrem 18. Geburtstag zur Rekrutierung fuhren) und keinen Hinweis auf ihren Verbleib hinterlassen hatten, die telefonische Bestätigung bekamen, dass ihr Sohn gerade am Bewerbungsverfahren teilnimmt. Üblich oder die Regel ist das jedoch keinesfalls, sondern eher als die absolute Ausnahme zu betrachten.


Frage: Wir wissen, dass ein naher Angehöriger früher in der Fremdenlegion gedient hat. Ist es für uns möglich, z.B. Auskünfte darüber zu bekommen, wie lange er bei der Legion diente, welchen Dienstgrad er innehatte, wo er eingesetzt war, wann er aus der Legion ausgetreten ist, … usw.?

Antwort: Ja.

Grundsätzlich gibt es für nahe Angehörige eines ehemaligen, insbesondere bereits verstorbenen, Legionärs die Möglichkeit Informationen über die Dienstzeit ihres Angehörigen von der Fremdenlegion zu bekommen. Nahe Angehörige in diesem Sinne sind in gerader Linie Verwandte (Eltern, Kinder, Enkel, Großeltern) und Geschwister.

Den Angehörigen von ehemaligen und verstorbenen Legionären wird Auskunft in Form einer Kopie des sog. “Extrait des Services” gewährt. Dort ist der grobe Werdegang eines Legionärs innerhalb der Legion vom Eintritt bis zum Austritt in die/aus der Fremdenlegion dargestellt. Insbesondere in welchen Regimentern er gedient hat, welche Lehrgänge er besucht hat, welche Orden er ggf. verliehen bekommen hat und an welchen Einsätzen er ggf. teilgenommen hat. Das Dokument ist natürlich in französischer Sprache gehalten und enthält auch sehr viele militär- und legionsspezifische Bezeichnungen und Abkürzungen, mit denen ein “Laie” nicht unbedingt viel anzufangen weiß, vor allem wenn er die französische Sprache nicht beherrscht. Weiterhin ist anzumerken, dass die “Extraits des Services” von Legionären, die vor 1945 dienten relativ wenig Inhalt aufweisen, da zu dieser Zeit nicht sehr viel dokumentiert wurde. Für die Zeit nach 1945 sieht es etwas anders aus, wobei es natürlich auch auf die Dauer der Dienstzeit des Betreffenden ankommt.

Um Auskunft von der Fremdenlegion über einen ehem. Legionär zu bekommen sind mindestens folgende Dinge erforderlich:

1. Geburtsurkunde (internationale Form = mehrsprachig) und Personalausweiskopie des Antragstellers.

2. Sterbeurkunde oder Geburtsurkunde (jeweils internationale Form) des ehem. Legionärs.

Aus den Urkunden muss sich das Verwandtschaftsverhältnis zwischen Antragsteller und ehem. Legionär eindeutig ergeben, etwa in der Form, dass in der Geburtsurkunde des Antragstellers der ehem. Legionär als Vater eingetragen ist. Ist dies nicht der Fall, muss die Verwandschaft durch einen Auszug aus dem Familienstammbuch nachgewiesen werden.

Hilfreich sind auch alle weiteren vorhandenen Informationen, wie etwa die genaue Dienstzeit, zumindest von Jahr X bis Jahr Y, oder die Personenkennziffer, die sog. Matricule de la Legion Etrangere (in Papieren oder Briefen oft “mle.”, “Mle.”, “Mat.” oder “Matr.” abgekürzt).

Für die Auskunftserteilung ist eine spezielle Einheit/Abteilung bei der Fremdenlegion zuständig, deren Anschrift wir hier bewusst nicht veröffentlichen, um eine Flut aussichtsloser Auskunftsersuchen zu vermeiden. Wir sind jedoch unter folgenden Voraussetzungen gerne bereit, Sie bei einer entspr. Anfrage zu unterstützen:

1. Sie sind bereits im Besitz der o.g. erforderlichen Dokumente, bzw. beschaffen diese vor einer Anfrage bei uns.

2. Sie sind nachweislich sicher, dass Ihr Angehöriger tatsächlich bei der Fremdenlegion gedient hat und “vermuten” es nicht nur. Nachweise können sein: Ein Foto des Betreffenden in Uniform der Legion, Briefe oder Postkarten in denen eindeutig auf den Dienst in der Legion Bezug genommen wird, oder entsprechende Tagebuchaufzeichnungen. Überbleibsel aus dem Nachlass des Betreffenden mit Legionsbezug , wie etwa Urkunden zu Ordensverleihungen, das Entlassungszeugnis (“Certificat de bonne conduite”), alte Urlaubsscheine (“Permission”), bei Fallschirmjägern die Urkunde über die Verleihung des Springerabzeichens (“Brevet Parachutiste”), oder ähnliches.

In dem Fall bieten wir Ihnen an, uns scans der Geburts-/Sterbeurkunde(n) und eines Nachweises über den Dienst in der Legion zuzumailen. Die Personalausweiskopie benötigen wir nicht, jedoch die Postanschrift des Antragstellers und die Angabe des Verwandtschaftsverhältnisses. Wir würden dann ein entsprechendes Auskunftsersuchen an die zust. Stelle formulieren (mit Ihrer Absenderanschrift und den Daten aus den Urkunden) und es Ihnen zurückmailen. Sie legen neben den Urkunden noch die Personalausweiskopie bei, unterzeichnen und senden das Schreiben ab.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass Anfragen die die o.g. Bedingungen nicht erfüllen zwecklos sind. Die Fremdenlegion wird diese nicht beantworten.


Frage: Ein Angehöriger hat bei der Fremdenlegion gedient und war im Indochinakrieg (bis 1954) oder in Nordafrika (Algerien/Marokko/Tunesien) bis 1962 im Einsatz. Der Kontakt zur Familie ist währenddessen abgerissen. Gibt es die Möglichkeit zu erfahren, ob er im Dienste der Fremdenlegion gefallen ist?

Antwort: Ja. Die Möglichkeit zu prüfen ob ein Legionär in diesen Konflikten gefallen ist, haben wir. Die Prüfungsmöglichkeit beschränkt sich allerdings ausschließlich darauf, ob der Legionär im Verzeichnis der Gefallenen auftaucht, oder nicht. Taucht er dort nicht auf, sind uns keine weiteren Möglichkeiten gegeben, um seinen Verbleib zu klären. Für den Fall einer Anfrage teilen Sie uns bitte Namen, alle Vornamen, möglichst Geburtsdatum und Geburtsort des Betreffenden mit.

Wichtiger Hinweis: Die im “Extrait des Services” enthaltenen Informationen enden spätestens mit dem Austritt aus der Fremdenlegion, d.h. es enthält nicht die Wohnanschrift unter der der ehem. Legionär nach seiner Entlassung gelebt hat, oder gar eine aktuelle Anschrift. Im absoluten Regelfall weiß auch die Legion nicht, wohin sich ein “Abgänger” wendet, da dies auch nicht notwendig ist, z.B. für Rentenzahlungen, da diese nicht direkt von der Legion erfolgen sondern von den jeweiligen Versicherungsträgern. Mit Austritt aus der Legion wird der ehem. Legionär als “rayé de contrôles de la légion étrangrè” (RDC) geführt (“außerhalb der Kontrolle der Fremdenlegion”, zu deutsch etwa vergleichbar mit: “nicht mehr der Wehrüberwachung unterliegend”).

Es ist daher auch über die Fremdenlegion nicht möglich in Erfahrung zu bringen, wo ein “vermisster” Angehöriger nach seiner Dienstzeit gelebt hat oder aktuell lebt.