Ehemalige Einheiten

An dieser Stelle finden Sie Informationen zu einigen ausgewählten, ehemaligen Einheiten der Fremdenlegion. Seit ihrer Gründung bestand die Fremdenlegion aus vielen Dutzend Einheiten, welche teilweise als solche nur wenige Monate, oder sogar nur wenige Wochen existierten. Es gab jedoch auch Einheiten (Kompanien, Bataillone, Regimenter) welche bis zu ihrer Auflösung Jahrzehnte lang bestanden haben, oder sich -trotz relativ kurzer Existenz- einen besonderen Ruf erworben haben. Besonders gehen wir hier auf das 1er R.E.P., das 1. Fallschirmjägerregiment der Fremdenlegion ein, da es auch unter den Einheiten der Fremdenlegion eine etwas herausgestellte Position und den Ruf eines “Eliteregiments” hatte.


Im Einzelnen stellen wir Ihnen hier die folgenden ehemaligen Einheiten etwas näher vor:


Das 1. Fallschirmjägerregiment – 1er Regiment Etranger de Parachutistes (1er R.E.P.)

Das 1er Regiment Etranger de Parachutistes (1er R.E.P.) wurde als solches 1955 in Algerien aufgestellt. Es ging aus dem 1er Bataillon Etranger de Parachutistes (1er B.E.P.) hervor, welches im Juni 1948 in Khamisis bei Sidi-Bel-Abbes in Algerien aufgestellt wurde und mit zu den ersten Fallschirmjägereinheiten der Fremdenlegion gehörte. Nach dem Abzug des französischen Expeditionscorps aus Indochina bildete das 1er B.E.P. den Grundstock für die Aufstellung des 1er R.E.P. Das Regiment galt während seines Bestehens als Eliteregiment unter den Einheiten der Fremdenlegion und noch heute spürt man bei ehemaligen Angehörigen dieser Einheit den besonderen Stolz, in diesem Regiment gedient zu haben.

Die Garnision des Regiments befand sich in Zeralda / Algerien. Erster Regimentskommandeur war der von seinen Männern sehr verehrte Commandant (CDT/CBA = Major) JEANPIERRE (1955-56), welcher -nachdem er zwischenzeitlich für 1 Jahr von Lieutenant-Colonel (LCL = Oberstleutnant) BROTHIER abgelöst war und als dessen Stellvertreter fungierte- im Jahr 1957 erneut das Kommando über das Regiment übernahm, nunmehr selbst im Rang eines LCL. Am Nachmittag des 29. Mai 1958 fiel LCL Jeanpierre bei Kampfhandlungen in der Region Guelma, die er von seinem Beobachtungs-Hubschrauber (Funkrufname “le soleil” – “Die Sonne”) leitete, als dieser von FLN Rebellen abgeschossen wurde. Die ersten Kompaniechefs waren Capitaine (CNE) FAULQUES (Compagnie Commandement), CNE ABRAHAM (1er Compagnie), CNE GIESE (2e Compagnie), CNE DE SAINT MARC (3e Compagnie), CNE LE BRAS (4e Compagnie) und Lieutenant DUPOUX (Compagnie d’appui – Unterstützungskompanie)

Im letzten Quartal des Jahres 1955 operierte das 1er R.E.P. hauptsächlich in Nordalgerien, in den Regionen Tebessa, Negrine, Ferkane und Bir El Ater. Vom 21.09.1955 an nahm das 1er R.E.P. an der großen Operation TIMGAD in der Region Tebessa teil, die bis Oktober andauerte. An der Operation nahmen mehrere tausend französische Soldaten teil, sowohl von der “regulären” Armee, als auch der Fremdenlegion. Neben dem 1er R.E.P. waren legionsseitig hauptsächlich das 2e R.E.I. sowie die 1er und 2e C.S.P.L. beteiligt. Alleine das 1er R.E.P. machte dabei mehrere Dutzend Rebellen unschädlich.

Legionär kontrolliert Zivilisten

Mit Ausnahme der 2e Compagnie verliess das 1er R.E.P. Anfang 1956 Tebessa und kehrte in seine Garnision nach Zeralda zurück, wo Lieutenant-Colonel BROTHIER das Kommando übernahm, der bisherige Kommandeur, Commandant JEANPIERRE, wurde sein Stellvertreter. Der weitere Anfang des Jahres 1956 war für das Regiment (welches zwischenzeitlich ein Escadron Reconnaissance, eine Aufklärungsabteilung, bekommen hatte) durch weitere Einsätze wie im Jahr 1955 gekennzeichnet, u.a. mit der großen Operation CASBAH in Algier, die sich gegen die FLN/ALN richtete und in deren Zuge bei Kontrollen und Durchsuchungen (s. Bild oberhalb) etwa 400 Personen festgenommen wurden. Insgesamt waren 5000 französische Soldaten beteiligt. Im Sommer 1956 wurde das 1er R.E.P. in die neu gegründete 10. Luftlandedivision (10e Division Parachutiste – 10e D.P.) unter General MASSU eingegliedert, welche in Algerien stationiert war. Im August 1956 begannen massive Vorbereitungen für die “Operation Mousquetaire”, eine britisch-französische Operation auf den Suez-Kanal in Ägypten, an der auf französischer Seite hauptsächlich das 1er R.E.P., sowie Teile des 2e R.E.C. beteiligt waren.

Suez-Krise

Die Operation “Mousquetaire”, eigentlich geplant für September 1956, wurde auf November verlegt. Die französische Beteiligung daran fand nicht zuletzt aufgrund der Untersützung der FLN in Algerien durch die ägyptische Regierung statt. Das 1er R.E.P. wurde als Speerspitze und Hauptlandeeinheit der französischen Truppen bestimmt. Dazu wurde dem Regiment noch das 2e Escadron des 2e R.E.C. unter Capitaine HAUTECHAUD unterstellt, welches über 17 Panzer vom Typ AMX 13 verfügte. Am 01.11.1956 verliess dieser Kampfverband Algerien und verlegte nach Zypern. Dort wurde er durch weitere Einheiten des Heeres und der Marine verstärkt. Am 05.11.1956 machte sich der Verband Richtung Ägypten auf, um dort gemeinsam mit britischen Truppen aufgrund der sog. “Suez-Krise” (Verstaatlichung des Suez-Kanals durch die ägyptische Regierung) zu intervenieren. Zeitgleich startete Israel eine Operation vom Osten her.

Die britisch-französischen Verbände operierten auf Port Said und Port Fouad. In Port Fouad war das 1er R.E.P. unter LCL BROTHIER erfolgreich und nahm die Stadt aufgrund des schnellen Rückzugs der ägyptischen Truppen problemlos ein. Nun machten allerdings die USA ihren Einfluss zugunsten Ägyptens geltend und verhängten Wirtschaftssanktionen gegen England, so dass die erfolgreiche Offensive bereits nach 2 Tagen abgebrochen werden musste. Die britisch-französische Streitmacht verliess Ägypten Ende Dezember 1956 und wurde durch UN-Friedenstruppen ersetzt.

Vom 15.01.1957 bis Mitte April 1957 war das komplette 1er R.E.P. in Algier stationiert und wurde dort in der sog. “Schlacht um Algier” gegen die Rebellen der FLN/ALN eingesetzt, die die Stadt mit immer häufigeren Sprengstoffanschlägen auf französischen Einrichtungen, Cafes, Restaurants, Militäreinheiten usw, heimsuchten. Die Legionäre patrouillierten Tagsüber zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung und führten Nachts Razzien durch. Zwischenzeitlich (im März 1957) wurde der im Oktober 1956 beförderte LCL JEANPIERRE erneut mit dem Kommando des Regiments betraut und löste LCL BROTHIER ab.

Ausweiskontrollen in Algier durch einen Sergenten des 1er R.E.P.

Mitte April 1957 verlegte das 1er R.E.P. von Algier zurück in seine Garnision nach Zeralda. Es folgen Operationen in Mauretanien und Algerien. LCL JEANPIERRE und Adjudant TASNADY werden durch Schrapnells verwundet. Am 08. Oktober 1957 wird der hochrangige FLN-Rebellenführer Ali Ammar, genannt “Ali La Pointe” durch Legionäre des 1er R.E.P. getötet. Der zweitwichtigste Mann der FLN in Algerien ist damit ausgeschaltet. LCL JEANPIERRE kehrt nach seiner Verwundung zum Regiment zurück.

Zwischen Januar und Mai 1958 nahm das Regiment an zahlreichen Einsätzen an der algerisch-tunesischen Grenze teil. Auf tunesischer Seite existierten zahlreiche Camps der FLN, von wo aus Rebellen immer wieder die Grenze zu Algerien überschritten und Anschläge verübten. Zur Grenzsicherung werden u.a. Elektrozäune mit Starkstrom entlang der Grenze errichtet, die “Ligne Morice” und die “Ligne Challe”.

Am 13.05.1958 findet der “1. Putsch von Algier” statt, angeführt von den Generälen SALAN und MASSU. Der Putsch findet zu Gunsten von Charles de Gaulle statt, der in Paris die Macht übernimmt und verspricht, dass “Algerien französisch bleibt” Am 29. Mai fällt LCL JEANPIERRE bei der Operation Taureaud III im Sektor Guelma (siehe weiter oben). Sein Nachfolger wird erneut Colonel Albert BROTHIER.

Lieutenant-Colonel Pierre-Paul JEANPIERRE

Das Jahr 1959 ist gekennzeichnet durch ständige Einsätze gegen die FLN/ALN in ganz Algerien. Das 1er R.E.P. eliminiert in diesem Jahr nahezu 1000 Rebellen und hat selbst 42 Gefallene und 97 so schwer Verwundete, dass diese nicht mehr dienstfähig für das Regiment sind. Das Kommando des 1er R.E.P. hat inzwischen LCL DUFOUR übernommen.

Das Jahr 1960 beginnt mit der Proklamation Charles de Gaulles für ein unabhängiges Algerien, womit er sein 2 Jahre zuvor gegebenes Versprechen bricht. General MASSU, (Oberbefehlshaber aller französischen Streitkräfte in Algerien), der dies kritisiert, wird entlassen. Daraufhin kommt es in Algier zur “Woche der Barrikaden”. Das 1er R.E.P. wird zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung eingesetzt, sympathisiert jedoch eher mit den “Anti-de Gaulle”-Demonstranten. Der Rest des Jahres ist wiederum durch zahlreiche Einsätze gegen die FLN/ALN gekennzeichnet.

Nachdem das Regiment (in Abwesenheit des damaligen neuen Kommandeurs, Colonel GUIRAUD) unter seinem stellv. Kommandeur Major (Commandant) Helie Denoix DE SAINT MARC im Jahr 1961 eine tragende Rolle beim 2. Putsch von Algier, dem “Putsch der Generäle” spielte, durch den der franz. Präsident Charles de Gaulle abgesetzt und Algerien als französische Kolonie, bzw. französisches Staatsgebiet, erhalten werden sollte, wurde es am 30.04.1961 aufgelöst. Die Legionäre wurden in andere Einheiten der Fremdenlegion versetzt, viele von ihnen in das 2e REP, dem nunmehr einzigen Fallschirmjägerregiment der Fremdenlegion. Näheres zum 2. Putsch von Algier und Commandant DE SAINT MARC finden Sie in der Rubrik Die Fremdenlegion – Geschichte.

Bis zu seiner Auflösung war das 1er REP an zahlreichen Kampfoperationen gegen die FLN/ALN in ganz Algerien beteiligt.

Bild rechts: Commandant Helie Denoix DE SAINT MARC


Das 2. Kavallerieregiment – 2e Regiment Etranger de Cavalerie (2e R.E.C.)

Das 2e R.E.C. wurde erstmals 1939 aufgestellt und 1962 endgültig aufgelöst. In der Zwischenzeit gab es eine weitere Auflösung und Neuaufstellung. Die erste Auflösung fand im November 1940 statt (offiziell im Juni 1946), die Wiederaufstellung im November 1946. Am 31.07.1962 schließlich wurde das Regiment auf Grundlage der Verträge von Evian (Waffenstillstand in Algerien) endgültig aufgelöst. Bis dahin war das Regiment sowohl als Ausbildungseinheit für das 1er R.E.C. tätig, welches in Indochina war, als auch in Nordafrika (Algerien und Marokko) im Einsatz.

Das Regiment wurde am 01.07.1939 in Marokko aus dem 3., 4. und 5. Escadron des 1er R.E.C. aufgestellt und in Midelt stationiert. Während des Frankreichfeldzuges der deutschen Wehrmacht blieb das Regiment in Marokko stationiert und wurde durch Beschluss der Waffenstillstands-Komission im November 1940 de facto aufgelöst. Die offizielle Auflösung fand im Juni 1946 statt, jedoch wurde das Regiment bereits im November 1946 neu aufgestellt und in Oujda stationiert, wo es bis 1956 verblieb. Während des Indochinakrieges, an dem das Regiment als solches nicht teilnahm, hatte es die Aufgabe neue Rekruten und Verstärkungen für sein Schwesterregiment, das 1er R.E.C., auszubilden, welches als amphibische Einheit in Indochina (im Tonkin-Delta und in Zentral-Annam) focht. Nach Ende des Indochinakrieges 1954 und Abzug der französischen Truppen dort in 1955 wird das “2. Groupement amphibie” (2e G.A.) des 1er R.E.C. als “Groupe d’escadrons portés” (GEP) in das 2e R.E.C. eingegliedert.

Bis 1956 bleibt das Regiment noch in Marokko eingesetzt und verlegt dann nach Algerien, wo es zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung eingesetzt wird. Zunächst wird es im Sektor Laghouat stationiert, später dann (ab 1958) an der algerisch-tunesischen Grenze, wo es gegen die Rebellen der FLN/ALN eingesetzt wird. Am 31.07.1962 wird das Regiment auf Grundlage der “Verträge von Evian” endgültig aufgelöst. Die Aufgabe sein Andenken und seine Traditionen zu wahren, wird heute vom D.L.E.M. übernommen.


Das 5. Infanterieregiment – 5e Regiment Etranger de Infanterie (5e R.E.I.)

später umbenannt in 5. gemischtes Pazifikregiment – 5e Regiment Mixté du Pacifique (5e RMP), bzw. 5. Fremdenregiment – 5e Regiment Etranger (5e RE)

Oberhalb sehen Sie die Regimentsabzeichen des Regiments. Von links nach rechts:
– 5e REI (Typ 1) und 5e REI (Typ2): wurden zeitlich nacheinander in Indochina getragen
– 5e REI (Typ 3): wurde in Algerien getragen
– 5e RMP (Typ 1) und 5e RMP (Typ 2): wurden zeitlich nacheinander auf Tahiti/Muroroa getragen
– 5e RE: wurde auf Tahiti/Muroroa getragen

Fortsetzung folgt…


Die Sahara-Kompanien – Compagnies sahariennes portée de Légion (1er – 4e C.S.P.L.)

Die motorisierten Sahara-Kompanien (kurz: C.S.P.L.) waren die Nachfolger der alten “Compagnies Méharistes”, welche noch mit Reit- und Lasttieren ausgerüstet waren. Ihre modernen Nachfolger waren mit LKW, meist vom Typ Dodge WC 63 (6×6) und mit Dodge 4×4, ausgestattet, die meist von der US-Army übernommen wurden. Weiterhin verfügten einzelne Kompanien später über einen Zug (“Peloton”) Schützenpanzer vom Typ AML – Automitrailleuse Légère (M8 Greyhound) mit aufmontiertem MG. Ihr Einsatzgebiet und Aufgabenbereich lag -wie der Name schon verrät- vorrangig in der Sahara. Dort waren sie u.a. zuständig für die Sicherung der transkontinentalen Straßen, der franz. Ölfelder im Süden Algeriens, sowie die grenzüberschreitenden Straßen z.B. nach Tunesien, über die die Rebellen der FLN/ALN teilweise nach Algerien einsickerten, Angriffe verübten und sich wieder außer Landes begaben.

Im Hochsommer verlegten die C.S.P.L. nach Nord-Algerien und nahmen dort gemeinsam mit den Interventionsregimentern der Legion an Kampfeinsätzen gegen die FLN/ALN teil. Die C.S.P.L. waren hoch-mobil und überbrückten ständig große Entfernungen zwischen den einzelnen französischen Stützpunkten.

Da alle C.S.P.L. zum größten Teil dieselben Aufgaben hatten, haben wir hier lediglich die 2e C.S.P.L. ausführlicher beschrieben und die Beschreibungen der 1er, 3e und 4e C.S.P.L. etwas kompakter gehalten, was das Ansehen dieser Einheiten jedoch in keinster Weise scmälern soll.


1er Compagnie saharienne portée de Légion – 1er C.S.P.L.

Die Kompanie wurde in den 1920er Jahren in Französisch-Marokko aufgestellt und war dort bis in die 1930er Jahre hinein mit der Wahrung französischer Interessen beauftragt. In den 1930er Jahren verlegte die Kompanie nach Algerien, wo sie auch während des 2. Weltkrieges stationiert blieb. 1946 wird die Einheit halbiert und mit der 2. Hälfte die 2e C.S.P.L. aufgestellt. Stationierungsorte der Einheit waren Ain-Sefra, Fort Flatters und Laghouat, sowie -bereits nach dem Waffenstillstand in Algerien- Reggan.

1er E.S.P.L.E.

Am 01.01.1961 wurde die 1er C.S.P.L. in 1er E.S.P.L.E. (Escadron saharienne portée de Légion Etrangere) umbenannt und bekam ein neues Kompanieabzeichen, welches an das “Kreuz des Südens” (Croix de la sud) angelehnt war (siehe Bild links), wie auch die der 2e bis 4e C.S.P.L. Es wurden die Dienstgrade und Abzeichen der Kavallerie eingeführt. Die Offiziere kamen vom 1er R.E.C. Neuer Kompaniechef wurde Capitaine GAUD, gefolgt von Capitaine VON DER HEYDEN und Capitaine SUKIC. Zwischen 1954 und 1962 nahm die Einheit am Algerienkrieg teil. Der letzte im Algerienkrieg getötete Offizier der Fremdenlegion gehörte der 1er E.S.P.L.E. an. Es handelte sich um den Lieutenant GELAS, der am 09.08.1962 in der der Nähe von Laghouat bei einem Hinterhalt der FLN/ALN fiel. Im September 1962 verlegt die Einheit nach Reggan und nimmt dort Schutz- und Sicherungsaufgaben wahr. Im März 1963 wurde die Einheit endgültig aufgelöst, bzw. in das 2e R.E.I. eingegliedert. Ab dem 01.06.1963 bildete sie die 5e Compagnie portée des 2e R.E.I.


2e Compagnie saharienne portée de Légion – 2e C.S.P.L.

Die 2e C.S.P.L. wird Mitte/Ende März 1946 mit der Hälfte des Personals der 1er C.S.P.L. aufgestellt und bezieht seine erste Garnision in Ouargla. Erster Kompaniechef war Capitaine BERNARD. Zu dem Zeitpunkt bestand die Einheit aus 2 Offizieren, 15 Unteroffizieren und 160 Legionären. Im Sommer 1946 erhielt die Einheit ihre ersten Fahrzeuge in Form von Latil M7 T1 LKW (4×4). 1947 patroulliert die Einheit zwischen Ouargla und der französisch regierten Region Fezzan in Libyen und nimmt Straßenmarkierungen vor. Hauptsächlich ist der 2. Zug unter Sous-Lieutenant LE ROUVREUR beteiligt

1948 schließlich verlegt die Einheit nach Laghouat ins Camp Marguerite, eine alte französische Militärbasis. Dort wird sie mit neuen Fahrzeugen vom Typ Dodge (4×4 und 6×6) ausgestattet. 1954 besteht die Einheit aus insgesamt 200 Mann (5 Offiziere, 34 Unteroffiziere und 161 Legionäre) . In der 2. Jahreshälfte 1954 verlegt die 2e C.S.P.L. nach Tunesien, um dort an der Seite des 6e R.E.I. (damals die einzige Einheit der Legion in Tunesien) in den Regionen Tabarka und Gafsa Einsätze gegen Aufständische durchzuführen. Bei Gefechten in der Region Gafsa (Djebel Miloussi und Djebel Hedma) am 24. September werden 32 Rebellen eliminiert und 6 gefangen genommen. Am 09.10.1954 fällt der erste Legionär der Einheit im Einsatz, Caporal-Chef JACKSON. Am 18.11.1954 fällt der erste (und einzige) Offizier der Einheit, Lieutenant TOUYA, sowie 2 weitere Legionäre. Am 11.12.1954 verlässt die Einheit Tunesien – der Beginn des Algerienkrieges zeichnet sich ab.

Zurück in Algerien nahm die 2e C.S.P.L. operationelle Aufgaben wahr, zunächst hauptsächlich in den Sektoren Laghouat und Messaad. Diese bestanden aus der Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung, der Vertretung französischer Interessen in der Region, der Durchführung militärischer Operationen, Kontrolle von Zivilisten (insb. auch Nomaden), Informationsgewinnung über Aktivitäten der FLN/ALN-Kämpfer, Betrieb von Straßenkontrollpunken, Schutz französischer Versorgungskonvois,sowie Begleitung und Schutz französischer Militär- und Zivilbeamter im Rahmen deren Aufgabenerfüllung.

Im Juli 1955 übernimmt Lieutenant (Oberleutnant) Joseph PLANTEVIN das Kommando über die 2e C.S.P.L., seine Beförderung zum Capitaine erfolgt im Oktober 1955. Im Juni 1956 verlegt die Einheit nach Messaad, einer kleinen Ortschaft etwa 75 KM nord-östlich von Laghouat und errichtet dort eine Operationsbasis, die Anfang 1957 fertiggestellt ist. Zu dieser Zeit verfügt die Einheit bereits über einen Zug leichter Schützenpanzer vom Typ AMM8 (M8 Greyhound), der von Lieutenant STEPANOVICH geführt wird.

Anfang November nimmt die 2e C.S.P.L. an einer größeren Operation am Djebel Boubail, zwischen Djelfa und Ouled Djellal teil, bei der der Rebellengeneral Ziane ACHOUR getötet wird. Im Januar und Februar 1957 operiert die Einheit am Djebel Sefra, sowie (gemeinsam mit Einheiten des 1er R.E.C.) bei Oued Ourfiane. Insgesamt werden 23 Rebellen getötet und 2 inhaftiert. Im April 1957 verlässt die 2e C.S.P.L. den Sektor Messaad und wird dort durch die 3e C.S.P.L. ersetzt, die aus Libyen herangezogen wurde. Die 2e C.S.P.L. verlegt nach Ghardaia, 180 KM südlich von Laghouat. Ghardaia wird die neue vorgeschobene Operationsbasis der Einheit. Am 22. und 23. Mai kommt es zu größeren Zusammenstößen mit Rebellen bei Kef Mimouna und Hassi Larzeg, westlich Laghouat, bei denen 4 Legionäre fallen. 45 Rebellen werden getötet, 10 inhaftiert.

Anfang 1958 operiert die 2e gemeinsam mit der 3e C.S.P.L. für 2 Wochen rund um Kef Mimouna, bevor sie Ende Februar zurück nach Laghouat verlegt. Am 01. Mai gibt es Gefechte zwischen Rebellen und einer Abteilung der 3e C.S.P.L. bei Ksar el Hirane, die dort einen Außenposten unterhält. Die 2e C.S.P.L. rückt zur Verstärkung der Kameraden von der 3e aus.

Im August 1958 findet eine große Volkszählung (Census) der Nomaden in der Region statt. Die 2e C.S.P.L. registriert in den ihr zugewiesenen Sektoren die Nomaden, indem sie deren Daten aufnimmt und Lichtbilder von jeder Person anfertigt. Ferner wird festgestellt wie viele Personen in einem Nomandenzelt leben und die entsprechende Zahl wird groß mit weißer Farbe auf dem Zelt angebracht. Dies dient dem Zweck auch aus der Luft feststellen zu können, ob sich signifikant mehr Personen in einem Nomadencamp aufhalten, als dort “gemeldet” sind. Auf diese Weise können Rebellen entdeckt werden die sich bei den Nomaden einschleusen und mit diesen unauffällig von A nach B ziehen.

Im Oktober 1958 übernimmt Capitaine François LE BERRE das Kommando über die 2e C.S.P.L. Das Jahr 1959 besteht für die 2e C.S.P.L. hauptsächlich darin auf der Suche nach Rebellen Patrouillen zu fahren und Nomadendörfer zu kontrollieren. Ebenso werden medizinische Versorgungskonvois begleitet, die der lokalen Bevölkerung zu Gute kommen. Anfang Oktober fällt der Adjudant KELLER bei einer Operation am Djebel Milok.

Die erste Operation des Jahres 1960 findet im Februar am Djebel Oum Deloua,
westlich von Laghouat, gemeinsam mit der 1er C.S.P.L. und 3e C.S.P.L. statt. Bis Juni folgen weitere Operationen. Im Dezember 1969 übernimmt Capitaine Paul LARDRY das Kommando der 2e C.S.P.L. Capitaine LARDRY wird später als Oberst die 13e D.B.L.E. kommandieren (1974-1976), sowie -als General- Oberkommandierender der gesamten Fremdenlegion (COMLE) von 1980-1982. Im Jahr 1960 besteht die 2e C.S.P.L aus 250 Mann plus 20 “Harkis” (lokale Freiwillige), verteilt auf 6 Züge (Sectionen/Pelotons): Peloton Commandement, 3 Pelotons Combat, 1 Peloton AML und 1 Peloton d’appui. 

Im Jahr 1961 kommt es zu einigen kleineren Gefechten mit Rebellen. Ansonsten nimmt die 2e C.S.P.L. ihre Hauptaufgaben wahr (siehe weiter oben, 3. Absatz). Mitte 1961 stellt die Einheit einen neuen Rekord auf, indem sie 2000 KM Sahara in 68 Stunden passiert. Eine der letzten militärischen Operationen der 2e C.S.P.L. findet Mitte Januar 1962 bei Sidi Bou Zid statt. Es werden etliche Rebellen verhaftet und rund 4 Tonnen Material beschlagnahmt. Am 19.03.1962 tritt der durch die Verträge von Evian beschlossene Waffenstillstand in Kraft, der das Ende des Algerienkrieges und die Unabhängigkeit des Landes zur Folge hat.

Im Januar 1963 wird Capitaine Raymond BONNET letzter Kommandeur der Einheit, die nach wie vor in Laghouat stationiert ist. Am 31. März wird die 2e C.S.P.L. aufgelöst und mit Wirkung vom 01. April als 1er Compagnie portée ins 4e R.E.I. übernommen. Im April 1964 wird schließlich auch das 4e R.E.I. als solches aufgelöst.


3e Compagnie saharienne portée de Légion – 3e C.S.P.L.

Text folgt


4e Compagnie saharienne portée de Légion – 4e C.S.P.L.

Text folgt

Fortsetzung folgt…