Diên Biên Phú 1954

Eine Beschreibung der nach Camerone wohl bekanntesten Schlacht an der die Fremdenlegion teilgenommen hat. Die Kämpfe im Talkessel von Điện Biên Phủ (im Folgenden: Dien Bien Phu) im damaligen “Französisch-Indochina”, welches das Gebiet der Staaten Vietnam, Kambodscha und Laos umfasste. Neben zahlreichen Bataillonen der Fremdenlegion nahmen auf französischer Seite “reguläre” französische Truppen, vor allem Fallschirmjäger, sowie auch Kolonialtruppen aus z.B. Algerien und Marokko, sowie auch lokale Verbände (Thai-Bataillone) unter französischem Kommando an den Kämpfen teil. Die Schlacht endete in einer empfindlichen Niederlage des französischen Expeditionscorps und hatten schliesslich einen Friedensvertrag und die Aufgabe von Indochina als Kolonie zur Folge. Der Grund für die Niederlage war in einer drastischen Fehleinschätzung der französischen Führung zu suchen, welche nicht damit gerechnet hatte, dass es den Viet-Minh gelingen würde auf den Bergen rund um den Talkessel schwere Artillerie in Stellung bringen zu können. Dieses gelang jedoch dadurch, dass die Viet Minh die Geschütze (im Kaliber bis zu 105mm, sowie schwere 120mm-Mörser) in ihre Einzelteile zerlegten und mit Hilfe von 75.000(!!) Trägern auf die Berge transportierten. Die Franzosen wurden von dem am 13.03.1054 einsetzenden Artillerie-Schlag komplett überrascht und hatten dem nicht viel entgegenzusetzen, da die Stellungen gut getarnt und kaum zu treffen waren. Die Hauptkämpfe (Offensiven der Viet Minh) dauerten vom 13.03.1954 bis zum 08.05.1954 und werden hier stichpunktartig in “Tagebuchform” dargestellt. Eine Erklärung der Abkürzungen finden Sie ganz unten auf der Seite. Das Bild oberhalb zeigt Legionäre des ersten Bataillons des 2. Infanterieregiments der Fremdenlegion [I./2e R.E.I. – 1er Bat./2e Regiment Etranger d’Infanterie] einige Monate vor Beginn der Hauptkämpfe um Dien Bien Phu.

Das Hauptquartier “Epervier” befindet sich in der Mitte, wo die Landebahn und das Lazarett gekennzeichnet sind. Erklärung zu den taktischen Symbolen auf der Karte: Legionseinheiten sind in rot-grün gehalten, die restlichen franz. Truppen in blau-weiß. Die rot-gelben Symbole stellen Viet Minh Einheiten dar. Luftlandetruppen sind mit einem Fallschirmsymbol im taktischen Zeichen dargestellt. Die jeweilige Truppenstärke erkennt man an der Kennzeichnung oberhalb der Symbole: I = Kompanie/Art.-Batterie, II = Bataillon/Art.-Abteilung, III = Regiment, XX = Division. Die Belegung der Posten stellt die Situation am Anfang der Kämpfe dar. Im Laufe der Schlacht erfolgten zahlreiche Verlegungen.

Einleitung

In Französisch-Indochina bekämpfen sich die Kolonialmacht Frankreich, unterstützt von Teilen der lokalen Bevölkerung, und die kommunistischen “Viet Minh” (unterstützt von “Rot-China”) unter ihrem Anführer Hồ Chí Minh. Militärischer Oberbefehlshaber der Viet Minh war der excellente General GIAP (Võ Nguyên Giáp). Oberbefehlshaber aller französischen Truppen in Indochina war der General Henri NAVARRE, der Oberbefehlshaber der Truppen in Dien Bien Phu der Oberst (Colonel) Christian DE CASTRIES. Letzterer wurde jedoch de facto (also nicht offiziell) in der Endphase der Kämpfe von Oberstleutnant (Lieutenant-Colonel, abgekürzt: LCL) Pierre LANGLAIS ersetzt, da sich DE CASTRIES als unfähig erwiesen hatte. Unterstützt wurde LANGLAIS von vom Tage zuvor zum Lieutenant-Colonel beförderten Marcel BIGEARD, der, ebenfalls nur de facto, den Oberbefehl über alle französischen Fallschirmjäger in Dien Bien Phu übernahm, somit auch das 1er B.E.P. und 2e B.E.P. der Fremdenlegion. Eigentlich war BIGEARD (noch als Commandant /Major) nur Kommandeur des 6e Bataillon de Parachutistes Coloniaux (6e B.P.C.). Weitere hohe Offiziere waren der Colonel Jules GAUCHER, Befehlshaber des zentralen Verteidigungsabschnitts mit 3 Battailonen Infanterie und 1 Batterie Artillerie unter seinem Kommando, sowie LCL Charles PIROTH, der Oberbefehlshaber der Artillerie in Dien Bien Phu. COL GAUCHER fiel bereits am ersten Tag der Kämpfe, am 13.03.1954, nachdem sein Befehlsbunker einen Volltreffer einer schweren Mörsergranante erhielt und er schwerst verwundet wurde. LCL PIROTH beging 2 Tage später Selbstmord.

Der Oberbefehlshaber, Colonel Christian DE CASTRIES – © ecpad

Mitte November 1953 fällt beim französischen Oberkommando der Entschluss dem Vorrücken der Viet Minh Truppen in Laos damit zu begegnen, eine große Operationsbasis im Nordwesten des heutigen Vietnam an der Grenze zu Laos zu errichten. Die Wahl fiel auf den 16 Kilometer langen und 7 Kilometer breiten Talkessel von Dien Bien Phu, in der Nähe der gleichnamigen Stadt. Es wurde ein befestigtes Hauptquartier (“Epervier”) errichtet, sowie auf den umgebenen Hügeln rundherum 10 “points d’appui” (P.A. – Unterstützungspunkte), welche jeweils wiederum mehrere separate Verteidigungsposten (zwischen 2 und 12) hatten. Die P.A. hatten jeweils Frauennamen in Reihenfolge des Alphabets: Anne-Marie, Beatrice, Claudine, Dominique, Eliane, Francoise, Gabrielle, Huguette, Isabelle und Junon. Die Verteidigungsposten waren durchnummeriert, also z.B. Anne-Marie 1, Anne-Marie 2, Beatrice 1 usw. Alle P.A. waren zentral um “Epervier” gruppiert mit folgenden Ausnahmen, die weiter exponiert lagen: Der nördlichste P.A. war Gabrielle, etwas zurückgesetzt nord-westlich Anne-Marie und nord-östlich Beatrice. Ganz im Süden, ein gutes Stück von Epervier entfernt befand sich der P.A. Isabelle, bestehend aus Isabelle 1 bis 5. Es gab 2 Landebahnen, eine große bei “Epervier”, sowie eine kleinere beim P.A. Isabelle. Ferner war ein Lazarett vorhanden (siehe Karte).

Die Kämpfe vom 13.03.54 bis 08.05.1954

Vorbereitung und Aufstellung am 12.03.1954

Am 20.11.1953 startet eine Luftlandeoperation (Castor) zur Einnahme des Talkessels von Dien Bien Phu. Bis zum 23.11.1953 landen folgende Einheiten:  6e B.P.C., II/1er R.C.P.,  1er B.P.C., 8e B.P.C. & 5e B.P.V.N., sowie von der Legion das 1er B.E.P. und die 1er C.E.P.M.L. – insgesamt 4.650 Mann. Nachdem das Tal ohne nennenswerten Widerstand eingenommen werden konnte, wird ein Teil der “regulären” Truppen wieder abgezogen und Infanterie rückt nach. Ab Januar 1954 werden die neu errichteten P.A. besetzt. Das 1er B.E.P. führt Aufklärungsmissionen durch, bei denen es zum Teil zu erbitterten Kämpfen mit den Viet Minh kommt.

Zu Beginn der Kämpfe befinden sich rd. 6.500 Mann in Dien Bien Phu, davon 5 Bataillone Fremdenlegion (2.750 Mann). Die Truppen in Dien Bien Phu operieren unter dem Namen Groupement Opérationnel du Nord-Ouest (GONO). Unterteilt ist Dien Bien Phu in 3 Sektoren. Den Nordsektor mit den P.A. Anne-Marie und Gabrielle unter Lieutenant Colonel Trancart; den Zentralsektor mit den P.A. Béatrice, Claudine, Dominique, Eliane und Huguette unter dem Kommando von Lieutenant-Colonel Gaucher; sowie den Südsektor mit dem P.A. Isabelle unter Lieutenant Colonel Lalande. Hinzu kamen -verteilt- die Luftlandetruppen unter LCL Langlais und die Artillerie unter LCL Piroth.

Die Legionstruppen (andere Truppenteile auf den selben P.A. werden der Übersicht halber nicht genannt) waren wie folgt auf die P.A. verteilt: 1 Zug der 2e C.M.M.L.E. auf Anne-Marie, III./13e D.B.L.E. auf Beatrice, 1er B.E.P., I./13e D.B.L.E. und die 1er C.M.M.L.E. auf Claudine und Epervier, Teile der 1er C.E.P.M.L. auf Dominique, I./2e R.E.I. auf Huguette, III./3e R.E.I. auf Isabelle. Im Laufe der Kämpfe erfolgten jedoch zahlreiche Truppenverschiebungen.

Die Viet Minh haben etwa 45.000 Mann rund um das Tal in Stellung.

Einheiten des 1er B.E.P. auf Aufklärungsmission
13.03.1954

Die Schlacht von Dien Bien Phu beginnt
Am Nachmittag starteten die Viet Minh ihre erste Offensive, durchgeführt von Nordosten und Norden. Im Nordosten erfolgt ein Angriff auf Beatrice (besetzt vom III./13e D.B.L.E.) mit 2 Std. Artillerievorbereitung und einem anschliessenden massiven Infanterieangriff. 2 Züge schwere Mörser (je einer der 2e C.M.M.L.E. und 1er C.E.P.M.L.) unterstützen die Verteidiger. Bereits an diesem ersten Kampftag fällt der Kommandeur der 13e D.B.L.E. und des zentralen Sektors von Dien Bien Phu, LCL GAUCHER. Sein Befehlsbunker im Zentrum von Dien Bien Phu erhält einen Volltreffer einer schweren Mörsergranate. Früh am nächsten Morgen kann Beatrice nicht mehr gehalten werden. Der Rest der Besatzung zerstört alle wichtigen Einrichtungen und zieht sich nach Epervier zurück. Von knapp 500 Mann überlebten weniger als 194 den Angriff. Gefallen sind u.a. der Kommandeur des III./13 D.B.L.E., Commandant (Major) PEGOT und sein Stellvertreter, Capitaine (Hauptmann) PARDI. Die Überlebenden werden später den P.A. Huguette verstärken. Beatrice wird vom Viet Minh besetzt.

14.03.1954

Am kommenden Morgen, also dem 14. März werden die wenigen vom Gegner auf Beatrice zurückgelassenen Verwundeten evakuiert. 9 Offiziere, 28 Unteroffiziere und 296 Legionäre von Beatrice sind vermisst., entweder gefallen oder in Gefangenschaft geraten. Nur zwei Offiziere und 192 Legionäre des III./13e D.B.L.E. haben den Kampf überlebt und konnten sich ins Zentrum von Dien Bien Phu durchzuschlagen. Am Nachmittag des 14. März schafft es die Viet Minh Artillerie das Flugfeld im Zentrum und 6 Flugzeuge auzuschalten. Aufgrund schwerer Beschädigungen auch des Towers ist die eigene Luftunterstützung der Truppen von Dien Bien Phu außer Gefecht gesetzt.

Das 5e B.P.V.N. (vietnamesische Fallschirmjäger unter franz. Kommando) wird abgesetzt. Später am Nachmittag erfolgt ein Viet Minh Angriff auf Gabrielle. Außer einem algerischen Schützen-Bataillon ist dort ein Zug der 2e C.M.M.L.E. (eine gemischte Mörserkompanie, gebildet aus Legionären und “Regulären”) stationiert. Nachdem der letzte Mörser der Kompanie ausgeschaltet wurde, greifen die Überlebenden als Infanteristen in den Kampf ein. Diese Verteidiger erhalten von Claudine aus Unterstützung durch die 1er C.E.P.M.L. (schwere Luftlande-Mörserkompanie der Legion) unter Oberleutnant Paul TURCY, die jedoch selbst unter schwerem Feuer der Viet Minh liegt. Oberleutnant TURCY fällt.

15.03.1954

In den frühen Morgenstunden fällt Gabrielle. Ein noch schnell eingeleiteter Gegenangriff durch das tags zuvor gelandete 5e B.P.V.N. und 2 Kompanien des 1er B.E.P. unterstützt von M24 Panzern kommt am Fuß von Gabrielle zum erliegen. Zumindest können noch einige algerische Schützen und einige Legionäre des Zuges der 2e C.M.M.L.E. gerettet werden. Letztere verlegen nach Anne-Marie, wo der Hauptteil ihrer Kompanie liegt. Gabrielle ist gefallen und wird vom Viet Minh besetzt. Nach Beatrice ist der zweite von 3 nördlichen P.A. in der Hand des Feindes. Nur Anne-Marie hält im Norden noch stand.

Am selben Tag (manche Quellen gehen vom 16.03. aus) begeht Lieutenant-Colonel PIROTH, der Oberkommandeur aller Artillerieeinheiten in Dien Bien Phu, Selbstmord. Grund sind Schuldgefühle hinsichtlich der Unfähigkeit seiner Einheiten die Artillerie des Viet Minh auszuschalten, oder auch nur signifikant zu schwächen. Wie in der Einleitung ausgeführt liegt dieses Versagen jedoch keineswegs alleine in seiner Verantwortung.

Der 15.03.1954 gilt im Nachhinein betrachtet als der Tag, an dem Frankreich die Schlacht um Dien Bien Phu verloren hat.

P.A. Gabrielle – © ecpad.fr
16.03.1954

Das 6e B.P.C. (Fallschirmjäger der Marineinfanterie, in Frankreich zum Heer gehörend) unter dem unmittelbar vor der Beförderung vom Commandant zum LCL stehenden Marcel BIGEARD wird über Isabelle abgesetzt. Die französische Artillerie in Dien Bien Phu ist bereits schwer getroffen, zahlreiche Geschütze zerstört, die Bedienmannschaften zu einem großen Teil gefallen oder verwundet. Auch die Ari-Munition wird knapp. In der Nacht vom 16.03. auf den 17.03. fällt Anne-Marie.

17.03.1954

Das 3e Bataillon Thai, das neben der 2e C.M.M.L.E. zur Verteidigung von Anne-Marie (auf Anne-Marie 1 und 2) eingesetzt ist, verlässt in der Nacht zum allergrößten Teil seine Stellungen und läuft zum Feind über oder versucht sich durch den Dschungel abzusetzen. Lediglich (ca.) 1 Zug der Thai zieht sich gemeinsam mit der 2e C.M.M.L.E. von Anne-Marie aus (nun unhaltbar geworden) ins Zentrum zurück. Die Männer der 2e C.M.M.L.E. werden nach Claudine verlegt, die restlichen Thai nach Isabelle. Die 2 noch verbliebenen Außenposten des P.A. Anne-Marie (Anne-Marie 3 und 4) werden dem P.A. Huguette einverleibt, als Huguette 6 und 7.

Die Flugpiste im Zentrum bei “Epervier” ist nutzlos geworden, da ständig von der Artillerie und der FLAK des Vien Minh bedroht, bzw. beschossen. Flugzeuge können nicht mehr landen, somit keine Verwundeten mehr evakuiert oder Nachschub entladen werden. Die Versorgung mit Nachschub erfolgt nunmehr aus der Luft, aufgrund der Bedrohung durch die FLAK des Viet Minh durch Abwurf aus großer Höhe, was dazu führt, dass ein Teil beim Gegner landet. Ein zunächst erfolgreicher Trick der Franzosen wurde nach 10 Tagen vom Viet Minh durchschaut und unterbunden. Und zwar ließen die Franzosen nachts beleuchtete Douglas C 47 “Dakota” über Dien Bien Phu fliegen, die das Feuer der FLAK auf sich zogen. Gleichzeitig gelang es weiteren unbeleuchteten Flugzeugen des selben Typs auf der Flugpiste von Dien Bien Phu zu landen und wichtige Güter die keinesfalls dem Feind in die Hände fallen sollten, auszuladen, vor allem medizinische Güter, wie Blutplasma. Auf dem Rückweg wurden Schwerverwundete evakuiert, insgesamt 223 innerhalb dieser 10 Tage. Nachdem die Sache am 27.03. von den Viet Minh durchschaut wurde, konnte kein einziger Verwundeter mehr ausgeflogen werden.

19. + 20.03.1954

Verwundete werden aus Dien Bien Phu ausgeflogen. Lieutenant-Colonel Maurice LEMAUNIER übernimmt das Kommando über die 13e D.B.L.E. und den zentralen Sektor von Dien Bien Phu.

20. – 22.03.1954

In der Nähe von “Isabelle” kommt es zu Zusammenstößen von Legionären der 12. Kompanie des 3e R.E.I. und den Viet Minh. 7 Legionäre fallen, 13 werden verwundet oder vermisst. Einheiten des 1er B.E.P. werden Richtung “Isabelle” entsendet. Sie müssen sich den Weg freikämpfen, mit Unterstützung von M24 Chaffee Panzern. Es kommt zu heftigen Kämpfen bei denen 6 Legionäre sowie die Lieutenants LECOCQ, RAYNAUD und BERTRAND fallen. 20 weitere Legionäre werden verwundet.

24.03.1954

Es kommt zu einem “inoffiziellen Putsch” der Fallschirmjägereinheiten in Dien Bien Phu. Der überforderte Kommandeur DE CASTRIES wird de facto abgesetzt. Das Kommando übernimmt der Befehlshaber der Fallschirmjäger, Lieutenant-Colonel LANGLAIS. Commandant BIGEARD wird “Feldkommandeur” aller Fallschirmjäger in Dien Bien PHU. Beide sind auf dem Bild weiter unten zu sehen, neben Commandant GUIRAUD, dem Kommandeur des 1er B.E.P., sowie den Kommandeuren vom 8e B.P.C. und 5e B.P.V.N, TOURRET und BOTELLA.

26.03.1954

Einheiten des 1er B.E.P. greifen eine Stellung der Viet Minh in der Nähe von Huguette 6 (ehem. Anne-Marie 3) an und töten 20 Gegner. 2 Legionäre fallen, 20 weitere und LTN DESMAIZIÈRES werden verwundet.

27.03.1954

Letzte mögliche Evakuierung von Verwundeten per Lufttransport aus Dien Bien Phu. Alle weiteren Verwundeten müssen ab sofort im Talkessel verbleiben und dort versorgt werden.


28. + 29.03.1954

LCL BIGEARD führt einen größeren Gegenangriff mit 5 Bataillonen, darunter das 1er B.E.P. und das I/2e R.E.I., auf Stellungen der Viet Minh. Etwa 350 Viet Minh werden dabei getötet, sowie mehrere Flugabwehrgeschütze ausgeschaltet. Allerdings hat auch die Kampfgruppe BIGEARD 20 Tote und 72 Verletzte zu beklagen.

Im Lazarett von Dien Bien Phu warten fast 200 Verwundete auf ihre Evakuierung per Luft, die seit 2 Tagen nicht mehr möglich ist. Der abgelegene P.A. “Isabelle”, besetzt durch Einheiten des 3e R.E.I.,ist von der Versorgung aus Dien Bien Phu abgeschnitten und muss einzeln per Abwürfen aus der Luft versorgt werden.

30.03.1954

Die Viet Minh starten ihre 2 große Offensive mit 2 Divisionen (312. und 316.) auf die Außenposten Dominique, Eliane und Huguette. Dominique 1 und 2 (besetzt u.a. von algerischen Schützeneinheiten) fallen im Laufe von 2-4 Stunden. Sollte auch Dominique 3 fallen, wäre der Weg für die Viet Minh ins Zentrum von Dien Bien Phu frei gewesen. Durch massives Unterstützungsfeuer der Artillerie konnte der Gegner jedoch zurückgeschlagen werden und hinterließ mehr als 200 Tote.

Eliane 1 wird bereits kurz nach Beginn des Angriffs von seiner Besatzung (marokkanische Schützen) aufgegeben und vom Gegner besetzt. Eliane 4 kann gehalten werden, ebenso wie Eliane 2, mit Hilfe einer Kompanie des 1er B.E.P., die dabei aber fast komplett aufgerieben wird. Die marokkanischen Schützen auf Eliane 2 wehren sich (im Gegensatz zu denen auf Eliane 1) verbittert gegen die Viet Minh. Mit Unterstützung einer weiteren Kompanie des 1er B.E.P. kann der Angriff auf Eliane 2 schliesslich abgewiesen werden.

Huguette 7 kann von seiner Besatzung (vietnamesische Fallschirmjäger – 5e B.P.V.N.) gehalten werden.

31.03.1954

Die Franzosen (genauer das G.A.P. 2) startet eine Gegenoffensive. In deren Zuge soll auch das III/3e REI von “Isabelle” aus (mit Unterstützung von M24 Panzern) vorstoßen, um die Verbindung mit der “Zentrale” von Dien Bien Phu wiederherzustellen. Es trifft jedoch bereits nach wenigen Kilomentern auf ein ganzes Viet Minh Rergiment und muss sich kämpfend nach “Isabelle” zurückziehen. 15 Legionäre fallen, 50 werden verwundet, darunter Capitaine PICARD.

Das 8e B.P.C. versucht von Eliane 4 aus Dominique 2 zurückzugewinnen, muss sich aber zurückziehen, da Dominique 2 mittlerweile von einem ganzen Regiment Viet Minh besetzt ist, welches zum Gegenangriff übergeht. Dominique 5 wird von den Franzosen aufgegeben. Die Besatzung (ein Thai-Bataillon) wird auf Dominique 3 verlegt.

Eliane 1 kann kurzfristig von Einheiten des 6e B.P.C. zurückerobert werden. Da es jedoch aufgrund der gesamtsituation unmöglich ist, den Posten zu halten, zieht sich das 6e B.P.C. nach kurzer Zeit wieder zurück. Eliane 2 wird nach wie vor von den Franzosen gehalten und wird nach Einbruch der Dunkelheit nächstes Angriffsziel der Viet Minh. Die Besatzung (ein Bataillon des 4. marokkanischen Schützenregiments) kann sich mit Hilfe von Einheiten des 1er B.E.P. und des I/2e R.E.I. mit knapper Not halten. Erst die Unterstützung von Panzern in der Nacht bereinigt die Lage vorerst, wobei jedoch auch Panzer abgeschossen werden. Eliane 4 wird von den Franzosen gehalten.

Huguette 7, de facto bereits gefallen, kann letztendlich durch einen direkten Gegenstoß doch gehalten werden (5e B.P.V.N.).

M24 Chaffee Panzer im Einsatz bei Dien Bien Phu

01.04.1954

Die Verteidiger von Dien Bien Phu bekommen Verstärkung in Form des 1er R.C.P. (Fallschirmjäger) unter Commandant BRÉCHIGNAC, welches über dem Talkessel abspringt.

Der Außenposten “Francoise” geht verloren, da sich die dort stationierten Thai-Hilfstruppen kampflos zurückziehen. Sie werden ins Zentrum von Dien Bien Phu beordert, zu Deserteuren erklärt und entwaffnet. Anschliessend schickt man sie zum Nam Youn Fluß, wo sich bereits andere -hauptsächlich nordafrikanische und vietnamesische- Deserteure zurückgezogen und eingegraben haben, die sog. “Ratten vom Nam Youn”. Der Posten “Francoise” wird nicht neu besetzt. Huguette 7 wird durch eine neue Compagnie Mixté besetzt, Eliane 2 erhält Verstärkung vom Flammenwerfertrupp des I/2e R.E.I.

Am späteren Abend wird die Situation für Huguette 6 und 7 besorgniserregend. Alleine Huguette 7 wird von 2 kompletten Viet Minh Bataillonen angegriffen. Huguette 6 kann aufgrund eigener hefiger Gefechte nicht unterstützen. Erst als 3 Züge (2 vom 5e B.P.V.N. und 1 von der 4e Cie. des I/2e R.E.I.) mit Panzerunterstützung über Huguette 6 nach Huguette 7 vorrücken, kann die Lage bereinigt werden. Die am selben Tag neu eingesetzte Kompanie auf Huguette 7 besteht nur noch aus 13 Mann.

02.04.1954

Die Überlebenden von Huguette 7 werden nach Huguette 2 verlegt, da Huguette 7 aufgegeben wird. Eine weitere Verteidigung macht keinen Sinn mehr. Es stehen keine geeigneten Truppen bereit und die Befestigungen auf dem Außenposten sind durch den Artilleriebeschuss der Viet Minh komplett zerstört.

03. – 05.04.1954

Huguette 6 ist der letzte noch von den Franzosen (Reste des III/13e D.B.L.E. und Teile des I/2e R.E.I.) gehaltene Außenposten im Nord-Westen. Als er zu fallen droht werden die verteidigenden Legionäre von einer Kompanie des 8e B.P.C. mit Panzern unterstützt, welche für zahlreiche Tote unter den Viet Minh sorgen. In der Nacht vom 03. auf 04.04. können Verstärkungen des II/1er R.C.P. abgesetzt werden, welche Stellungen auf Eliane 10 und Dominique 3 beziehen.

Eliane 2 ist vom 1er B.E.P. besetzt. Angriff und Gegenangriff folgen aufeinander. So wogt der Kampf hin und her – für mehr als 100 Stunden ununterbrochen. Am Morgen des 04.04. ziehen sich die Viet Minh überraschend von Eliane 2 zurück. Sie lassen mehr als 1.200 Tote zurück. Die Verteidiger haben rd. 300 Tote zu beklagen.

Am Abend des 04.04. beschießen die Viet Minh die Huguettes 1, 5 und 6 schwer mit Artillerie. Als sich 2 Regimenter des Viet Minh anschicken Huguette 6 anzugreifen, wird eine Kompanie des I/13e D.B.L.E. unter Capitaine VIARD zur Verstärkung entsendet, was jedoch nicht ausreicht. So wird eine weitere Kompanie (des 8e B.P.C.) mit 2 Panzern nachgeschoben, die jedoch beide ausgeschaltet werden. Huguette 6 steht kurz vor dem Fall, nur 20 Verteidiger sind noch am Leben. In dieser höchsten Not führt eine Kompanie des II/1er R.C.P. einen schnellen Angriff aus, kann die letzten 20 Kameraden retten und den Gegner werfen.

Am Morgen des 05.04. besteht die Besatzung von Dien Bien Phu aus noch rd. 6.300 einsatzfähigen Männern. 4 Panzer sind noch einsatzbereit. Munition und Verpflegung knapp. Die Artillerie verfügt noch über Granaten für 1 Kampftag.

06. – 08.04.1954

Diese Tage verlaufen mehr oder weniger ruhig. Befestigungen werden ausgebessert und 3 neue kleine Außenposten (Liliane/Lily 1-3) werden geschaffen, wobei nur 1 tatsächlich neu errichtet wird. Die beiden anderen entstehen durch Umbenennung von “Claudine 1” und “Huguette 4”.

09. + 10.04.1954

Das 2e B.E.P. unter Commandant LIESENFELDT springt auf Dien Bien Phu. Es verstärkt verschiedene Außenposten im Talkessel

Legionäre des 2e B.E.P. in 1953 an anderem Einsatzort© ecpad.fr

11.04.1954

In der Nähe von Huguette 1 kommt es zu einem Angriff der 4. Kompanie des 2e R.E.I., unterstützt von M24 Panzern, auf Viet Minh Truppen, welche sich geschlagen zurückziehen müssen. Allerdings verliert auch die Legionskompanie einen Zug bei dem Angriff.

12. – 17.04.1954

Östlich der Landebahn wird zwischen Huguette und Dominique ein neuer, kleiner Posten namens “Opera” errichtet. Besetzt wird wird er von einer Kompanie des 5e B.P.V.N. und Elementen der 13e D.B.L.E.

18.04.1954

Huguette 6 wird evakuiert. Zu der Zeit ist der Posten von Legionären des 2e R.E.I. unter LTN FRANCOIS besetzt, welche von einer Kompanie des 5e B.P.V.N. verstärkt werden. Da der Posten seit April abgeschnitten ist, ist eine Versorgung nur noch möglich, wenn sich jedesmal der Weg freigekämpft wird. Durch diese Umstände kommt es u.a. zu einer bedenklichen Knappheit von Trinkwasser. Es stehen auch nicht mehr genügend geeignete Truppen zur Verfügung, um den Posten signifikant zu verstärken. Während der Evakuierung fällt LTN FRANCOIS. Insgesamt hat die Besatzung von Huguette 6 seit Anfang April 100 Tote zu beklagen. Die Besatzung wird nach “Opera” verlegt.

Bereits am Vortag war ein Versuch der Evakuierung unternommen worden, der durch Einheiten des 1er B.E.P. und 8e B.P.C. (je 2 Kompanien) abgesichert werden sollte, jedoch scheiterte. Es entspann ein heftiger Kampf mit den Viet Minh, bei dem 17 Männer fielen und 78 verwundet wurden, unter anderem LTN MARTIN vom 1er B.E.P.

19. – 22.04.1954

Heftige Gefechte um “Huguette 1”, absehen von “Isabelle” nunmehr der abgelegenste Außenposten. Gehalten wird “Huguette 1” von einer Kompanie des 2e R.E.I., welche zuvor auf “Huguette 7” im Einsatz war. In der Nacht vom 19. auf den 20. April soll die Kompanie durch eine Kompanie der 13e D.B.L.E. ersetzt werden, welche schon auf dem Anmarsch (welcher die ganze Nacht dauert, für 300m) 40 ihrer 120 Legionäre verliert. Die Kompanie des 2e R.E.I. wird nach “Huguette 3” verlegt und verliert auf dem Weg dorthin ebenfalls einige Männer.

Die Hauptlandebahn wird durch die Viet Minh mittels eines Grabens in 2 Teile geteilt.

Auf Huguette 1 kam es unterdessen zu einem Drama. Die nur noch aus 80 Männern bestehende Kompanie der 13e D.B.L.E. unter Capitaine CHEVALIER wurde von einem kompletten Viet Minh-Regiment angegriffen und von der Unterstützung abgeschnitten. In Kenntnis dieser Situation beschlossen CNE CHEVALIER und seine nunmehr noch 50 Männer “bis zum letzten Mann” zu kämpfen (“a la Camerone”). Am 20. April wurden 3000 Handgranaten eingesetzt, um die Viet Minh zu stoppen. Am 21.04. forderte CNE CHEVALIER Artilleriefeuer auf die eigenen Stellungen an. Das letzte Lebenszeichen über Funk von “Huguette 1” kam am 22.04. Keiner der Männer der “Compagnie CHEVALIER” überlebte. “Huguette 1” wurde von den Viet Minh besetzt.

23.04.1954

In einem Gegenangriff soll “Huguette 1” zurückerobert werden. Eingesetzt werden dafür 380 Mann des 2e B.E.P. unter Commandant LIESENFELDT. Die französische Luftwaffe flog einen Angriff auf “Huguette 1” dem unmittelbar der Infanterieangriff folgen sollte. CDT LIESENFELDT verzögerte diesen jedoch, wodurch die Viet Minh die Möglichkeit hatten, sich zu sammeln, sich vom Luftangriff zu erholen und sich auf den Angriff vorzubereiten.

Zunächst griffen 2 Kompanien des 2e B.E.P. an, wurden jedoch abgeschlagen und verloren 80% ihrer Mannschaftsstärke. CDT LIESENFELDT forderte über Funk Verstärkung an, bekam jedoch keine Antwort, da sein Funkgerät defekt war. 2 weitere Kompanien des 2e B.E.P. griffen an, blieben jedoch im massiven MG-Abwehrfeuer liegen. Daraufhin befahl der mittlerweile zum LCL beförderte Feldkommandeur der Fallschirmtruppen in Dien Bien Phu, Marcel BIGEARD, den Angriff abzubrechen. Die “Huguettes” 1, 6 und 7 wurden verloren gegeben.

Während des Angriffs wurde der LTN GARIN, Zugführer in der 8. Kompanie des 2e B.E.P., an der Landebahn schwer an den Beinen verwundet. 2 seiner Legionäre, die ihn zu retten versuchten, wurden von Scharfschützen des Viet Minh abgeschossen. Daraufhin nahm sich LTN GARIN selbst das Leben um zu verhindern, dass weitere Legionäre bei einem erneuten Rettungsversuch ihr Leben ließen.

Nach dem Angriff wurde das 2e B.E.P. aufgrund seiner immensen Verluste außer Dienst gestellt und CDT LIESENFELDT seines Kommandos enthoben.

24.04.1954

Durch Zusammenlegung der Reste des 1er und 2e B.E.P. wird das “Bataillon de Marche Étranger de Parachutistes” (B.M.E.P.) aufgestellt. Das Kommando übernimmt CDT GUIRAUD (bisher Kommandeur 1er B.E.P.). Die Einheit besteht aus 4 Kompanien, welche von den Lieutenants LE COUR GRANDMAISON und PETRE (beide ehem. 2e B.E.P.), sowie LTN DE STABENRATH und CNE BRANDON (beide ehem. 1er B.E.P.) geführt werden. Die Einheit wird auf den “Huguettes” 4 und 5 stationiert. Einer der ersten Aufträge des B.M.E.P. besteht darin den Außenposten “Opera” zu evakuieren, da dieser aufgrund des Verlustes von “Huguette 1” nicht mehr gehalten werden kann. “Opera” wird am Folgetag von den Viet Minh besetzt.

Legionäre des 2e B.E.P.

25. – 30.04.1954

Tage relativer Ruhe. Die Viet Minh haben ihre Angriffe vorläufig eingestellt. Beim Kampf um die “Huguettes” haben sie mehr als 6.000 Mann verloren. Auf französischer Seite gab es rd. 700 Verluste. In dieser Woche sprangen etliche Freiwillige aus allen möglichen Einheiten der Fremdenlegion per Fallschirm über Dien Bien Phu ab, um ihre Kameraden zu unterstützen. Viele hatten keine oder nur eine sehr rudimentäre Fallschirmausbildung. Teile dieser Freiwilligen wurden vom Viet Minh noch in der Luft abgeschossen, oder landeten hinter den feindlichen Linien, wo sie entweder getötet wurden oder gefangen genommen, ohne einen einzigen Schuss abgefeuert zu haben. Am 28.04. kam es bei “Huguette 4” zu einem kleineren Zusammenstoß von Legionären des B.M.E.P. unter CNE LUCIANI und einigen Viet Minh, die sich in der Folge -um 20 Mann reduziert- zurückzogen.

Am 30.04. begangen die Legionseinheiten in Dien Bien Phu den “Tag von Camerone”. Für viele von ihnen sollte es der letzte sein.

Eine 120mm-Mörser-Stellung in Dien Bien Phu (1er C.E.P.M.L. – schwere Luftlande-Mörser-Kompanie der Legion) © ecpad.fr

01.05.1954

Die dritte und finale Offensive der Viet Minh beginnt gegen Abend. Vorgetragen von 3 Divisionen aus Richtung Ost und Nordwest. Im Osten werden die “Elianes” angegriffen im Nordwesten “Huguette 5”.

Die Besatzungen von “Eliane 1” (2 Kompanien des 1er R.C.P.) und “Eliane 2” (2-3 Kompanien der 13e D.B.L.E. unter CDT COUTANT) sehen sich, nachdem sie ab 17:00 unter mehrstündigem Artilleriebeschuss lagen, 2 Viet Minh Divisionen gegenüber. Die ganze Nacht toben schwere Kämpfe um die beiden Posten, die jedoch gehalten werden können.

Auf “Huguette 5” stellte sich die Lage ähnlich dar. Nach Artillerievorbereitung ab 17:00 Uhr griff 1 Viet Minh Division den Posten an, der von nur 1 Kompanie des B.M.E.P. unter LTN DE STABENRATH besetzt war. Den 120 Mann der Kompanie gelang es jedoch den Posten zu halten, wobei teils auch Gegenangriffe vorgetragen wurden. Die Kämpfe endeten morgens um 10:00 Uhr. Zu dem Zeitpunkt bestand die Kompanie DE STABENRATH noch aus 32 nicht verwundeten Männern. Der Rest war gefallen (12 Mann), verwundet oder vermisst.

02.05.1954

Gegen Abend fällt der Posten “Eliane 1”, der zuvor noch mit einer dritten Kompanie des 1er R.C.P. verstärkt worden war. Der letzte Funkkontakt mit “Eliane 1” bestand um 23:00 Uhr. Alle 3 Kompanien der 1er R.C.P. wurden vernichtet.

“Dominique 3”, die letzte Dominique in französischer Hand, fällt ebenfalls. Sie war von algerischen Schützen-Kompanien (R.T.A.) besetzt, welche durch Elemente des 6e B.P.C. verstärkt waren. Diese Einheiten konnten den anstürmenden Viet Minh (2 Bat.) nur kurzen Widerstand entgegensetzen, bevor sie überrannt wurden.

Auch “Huguette 5” fällt an diesem Abend. Dort sind nur noch die verbliebenen gut 30 Mann der Kompanie DE STABENRATH (B.M.E.P.), verteilt auf 3 Züge á 10 Mann unter Lieutenant BOISBOUVIER, Sergent-Chef (Oberfeldwebel) ZURELL und Sergent NOVAK. Gegen 3:30 Uhr führen nur noch 3 Mann den Kampf, Sergent NOVAK und 2 Legionäre. Ihnen wird befohlen sich abzusetzen. LTN BOISBOUVIER ist gefallen. LTN DE STABENRATH gerät schwer verwundet in die Gefangenschaft der Viet Minh (u.a. begleitet vom späteren Adjudant-Chef Salih GUSIC), in der er am 13.05.1954 verstirbt. SGT NOVAK fällt 1958 in Algerien, als Zugführer in der 2. Kompanie des 2e R.E.P.

03. – 05.05.1954

In der Nacht vom 02. auf den 03.05. springt die 2. Kompanie des 1er B.P.C. über Dien Bien Phu ab und verstärkt “Eliane 2”. In der nächsten Nacht folgt die 3. Kompanie des 1er B.P.C., welche ebenfalls auf “Eliane 2” stationiert wird. Die bisherige Besatzung (2-3 Kompanien der 13e D.B.L.E.) wird abgezogen und nach “Eliane 3” verlegt. In den beiden Nächten springt jeweils eine weitere Kompanie des 1er B.P.C. über Dien Bien Phu ab. Es ist die letzte Verstärkung die zugeführt wird.

Am Abend des 04.05. erfolgt ein Angriff der Viet Minh (1 Regiment) auf “Huguette 4”, besetzt mit Legionären des B.M.E.P. und marokkanischen Schützen (4e R.T.M.), zusammen etwa 220 Mann. Gegen 03:30 fällt “Huguette 4” und wird von den Viet Minh besetzt.

06.05.1954

Die letzten Kämpfe beginnen

Die Viet Minh starten einen Generalangriff auf die gesamte Festung. Es kommen Stalin-Orgeln zum Einsatz.

“Eliane 2”
Ein Regiment Viet Minh greift “Eliane 2” an, kann jedoch von den 2 Kompanien des 1er B.P.C., die zuletzt über Dien Bien Phu abgesprungen waren zurückgeschlagen werden. 200 Viets fallen. Die Viet Minh stellen den Angriff vorerst ein. Gegen 22:00 Uhr wird “Eliane 2” durch die Viet Minh in die Luft gesprengt. Sie hatten in den Tagen zuvor von Ihren Stellungen aus einen Stollen unter den Hügel vorangetrieben und diesen mit bis zu 3.000 KG (manche Quellen sprechen von 1.200 KG) TNT befüllt. Nur etwa 40 Paras incl. des Kommandeurs der Besatzung, Capitaine POUGET, überleben. Sie kämpfen weitere 5 Stunden, bis “Eliane 2” schließlich um 03:00 Uhr am Morgen des 07.05. von den Viet Minh überrannt und besetzt wird.

“Claudine 5”
Ein 3stündiger Angriff der Viet Minh am Abend kann durch die Besatzung, eine Kompanie des I/2e R.E.I. unter CNE SCHMITZ, sowie Überlebende des III./13e D.B.L.E. kann zunächst abgewiesen werden. Einem 2. Angriff kann jedoch nicht mehr standgehalten werden. Gegen 02:00 Uhr morgens am 07.05. wird “Claudine 5” überrannt und von den Viet Minh eingenommen.

“Eliane 4 und 10”
Um 22:00 begannen zeitgleiche Angriffe auf die “Elianes” 4 und 10. “Eliane 4” wurde von Elementen des 5e B.P.V.N. und Fallschirmjägern des II/1er R.C.P gehalten, unterstützt von der 1. Kompanie des 1er B.P.C.. Später in der Nacht kamen noch zwei B.M.E.P.-Kompanien (zusammen etwa 150 Mann) unter der Führung des Capitaine BRANDON und des Lieutenants LE COUR GRANDMAISON hinzu. Seitens der Viet Minh war 1 Regiment auf “Eliane 4” angesetzt.

“Eliane 10”, gelegen zwischen “Eliane 4” und dem Nam Youn Fluß, war besetzt von Thai-Hilfstruppen (B.T. 2) unter CDT CHENEL und marokkanischen Schützeneinheiten (R.T.M.). Verstärkung kam durch Fallschirmjäger des 6e B.P.C.

Beide “Elianes” wehrten zunächst alle Angriffe ab. Gegen 05:30 Uhr morgens zogen sich die Viet Minh vorübergehend zurück, um eine Stunde später erneut anzugreifen. Die Besatzungen konnten sich weitere 3 Stunden halten, bis sie schließlich gegen 09:30 Uhr überrannt wurden.

“Eliane 3, 11 und 12
Diese Stützpunkte lagen am Nam Youn Fluß. “Eliane” 11 und 12 wurden erst im Laufe der Schlacht errichtet, während “Eliane 3” ein “alter” Stützpunkt war, der gleichzeitig als “Auffangstellung” für alle “Elianes” diente. Er war besetzt von Legionären des I/13e D.B.L.E. und Marokkanern vom 4e R.T.M. und hatte u.a. die Aufgabe eine wichtige Verbindungsstraße zu schützen, sowie auch die Zugänge zu den “Elianes” 11 und 12. Letztere waren mit algerischen Schützen (R.T.A.), Thai-Hilfstruppen und Einheiten des 6e B.P.C. besetzt. Auf “Eliane 3” wurde beobachtet, dass Viet Minh Truppen sich nähern. Es traf der Befehl für das I/13e D.B.L.E. ein, sich von “Eliane 3” abzusetzen und Richtung “Epervier” (dem Hauptquartier) zu verlegen, um dieses zu schützen. Stationiert wurden sie auf “Junon”, welches das HQ vom Süden her schützte. Kurz darauf (15:00 Uhr) kapitulierten die Marokkaner auf “Eliane 3”. Derart entblößt konnten die Truppen auf “Eliane 11 und 12” nur noch etwa 1 Stunde Widerstand leisten, bis sie überrannt wurden. Alle 3 “Elianes” wurden von den Viet Minh besetzt.

Der Verlust der “Elianes” beendete die Kämpfe in Dien Bien Phu.

07.05.1954

Die Franzosen führen Verhandlungen über einen Waffenstillstand mit dem obersten Kommandeur der Viet Minh Truppen, General GIAP. Der Waffenstillstand wurde vereinbart. Um 16.30 Uhr wurden die verbliebenden Stützpunkte über den Waffenstillstand informiert. Um 17.00 Uhr erging ein Befehl alle schweren Waffen zu zerstören. Um 17.40 Uhr wehte die Flagge der Viet Minh über Dien Bien Phu. Eine weiße Flagge seitens der Franzosen wurde nicht gehisst.

Die Flagge der Viet Minh weht über Dien Bien Phu

Zum Zeitpunkt des Waffenstillstandes befanden sich folgende Posten (ggf. zum Teil) noch in französischer Hand:

“Claudine”
besetzt von Teilen des I/2e R.E.I. und einem Zug des III/13e D.B.L.E.

“Huguette”
besetzt vom Rest des B.M.E.P.

“Liliane”
besetzt von Teilen des I/2e R.E.I.

“Junon”
besetzt vom I/13e D.B.L.E.

Um 18:30 Uhr am 07.05.1954 legten die letzen Einheiten ihre Waffen nieder und ergaben sich, mit Ausnahme des abgeschnittenen und isoliert liegenden Außenpostens “Isabelle”, ganz im Süden des Tals.

08. + 09.05.1954

Letzte Kämpfe, Ausbruchsversuch und das Ende von “Isabelle”

Isabelle bestand aus 5 Außenposten, die den “Sektor Süd” von Dien Bien Phu bildeten und seit dem 02.04. durchgehend angegriffen wurden. “Isabelle 5”, durch den Nam Youn Fluß von den anderen “Isabelles” getrennt, fiel als erstes und wurde von der Viet Minh Artillerie sprichwörtlich “in Stücke geschossen”. Die Entfernung zum Hauptquartier betrug etwa 6 KM. Das Kommando führte LCL LALANDE, der Regimentskommandeur des 3e R.E.I. Folgende Einheiten waren auf “Isabelle” stationiert:

Das III/3e R.E.I., ein marokkanisches Schützenbataillon, eine Batterie Artillerie (ab dem 06.05. ohne Munition), sowie ein Zug M24 Panzer (2 einsatzfähig). Insgesamt etwa 1.500 Mann incl. weiterer lokaler Logistikeinheiten.

“Isabelle” schloss sich dem Waffenstillstand vom 07.05. nicht an. Die dortigen Truppen wollten einen Ausbruchsversuch wagen und sich mit in Laos stehenden französischen Truppen vereinen. Zu dem Zweck ließ LCL LALANDE 2 Marschgruppen (u.a. mit der 9. und 12. Kompanie des 3e R.E.I.) bilden, die sich entlang des Nam Youn Flusses durchschlagen sollten. Die 10. Kompanie des 3e R.E.I. unter CNE MARZEAU war dazu ausersehen, diesen Ausbruchsversuch von “Isabelle” aus zu decken. Am Morgen des 08.05. um 01:30 Uhr kam der letzte Funkspruch von “Isabelle”, der besagte, dass die Viet Minh angreifen. Der Stützpunkt wurde überrannt und von den Viet Minh besetzt.

Der Ausbruchsversuch der beiden Marschgruppen schlug zum größten Teil fehl. Im Laufe des 08. und 09.05. wurde beide Gruppen bei Zusammenstößen mit Viet Minh Einheiten größtenteils (zu etwa 2/3) vernichtet oder gefangen genommen. Einige zogen sich zunächst wieder Richtung des Stützpunktes zurück. Auch von der 10. Kompanie konnten sich lediglich 30 Mann von “Isabelle” retten und gaben sich am Bataillonsgefechtsstand, der bereits von den Viet Minh besetzt war, in Gefangenschaft.

Einem kleinen Teil der Besatzung von “Isabelle” gelang es sich in Kleinstgruppen oder teilweise einzeln durch den Dschungel zu schlagen und zu überleben.

Französische Truppen auf dem Marsch in die Gefangenschaft – © ecpad.fr

Am 08.05.1954 in Sidi-Bel-Abbes, dem Hauptquartier der Fremdenlegion in Algerien

Der Kommandeur, Colonel Gardy, läßt das 1er R.E.I. im Kasernenhof des Hauptquartiers in Sidi-Bel-Abbes antreteten. Mit Grabesstimme gibt er den Fall von Diên Biên Phú bekannt, sowie die Auslöschung der Bataillone der Legion in Diên Biên Phú:

“Le I/13e D.B.L.E.,
le III/13e D.B.L.E.,
le I/2e R.E.I.,
le III/3e R.E.I.,
le 1er B.E.P.,
le 2e B.E.P.

…aux morts.”

Auch die schwere Luftlande-Mörserkompanie der Legion, die 1er C.E.P.M.L., sowie die 2 gemischten (teils Legionäre, teils Reguläre) -schweren- Mörserkompanien, die 1er und 2e C.M.M.L.E. wurden vernichtet und nie wieder neu aufgestellt.


Legende:

Dienstgrade:
SGT = Sergent (Unteroffizier), ADJ = Adjudant (Hauptfeldwebel), LTN = Lieutenant (Oberleutnant), CNE = Capitaine (Hauptmann), CDT = Commandant (Major), LCL = Lieutenant-Colonel (Oberstleutnant), COL = Colonel (Oberst)
Weitere Dienstgrade und Abkürzungen siehe hier

Einheiten:
Fremdenlegion:
R.E.I. = Regiment Etranger de Infanterie (Infanterieregiment der Fremdenlegion)
(13e) D.B.L.E. = Demi Brigade de Legion Etrangere (Halbbrigade der Fremdenlegion)
B.E.P. = Bataillon Etranger de Parachutistes (Fallschirmjägerbataillon der Fremdenlegion)
B.M.E.P. = Bataillon de Marche Etranger de Parachutistes (Fallschirmjäger-Marschbataillon der Fremdenlegion)
C.E.P.M.L = Compagnie Etranger Parachutistes de Mortiers Lourds (schwere Luftlande-Mörserkompanie der Fremdenlegion)
C.M.M.L.E. = Compagnie Mixte de Mortiers de Legion Etrangere (gemischte Mörserkompanie der Fremdenlegion, neben Legionären auch zum Teil aus lokalen Truppen bestehend)
Übrige Verbände:
R.C.P. = Regiment Chasseurs Parachutistes (Fallschirmjägerregiment der französischen Armee – “Beret Rouges”)
B.P.C. = Bataillon Parachutiste Colonieux (Koloniales Fallschirmjägerbataillon) oder auch Bataillon Parachutiste de choc (Fallschirmjäger Stoß-Bataillon)
B.P.V.N. = Bataillon Parachutiste Vietnamiens (vietnamesisches Fallschirmjägerbataillon-unter französischem Kommando)
B.T. = Bataillon Thai (Thai-Bataillon – unter französischem Kommando)
R.T.A. = Regiment deTirailleurs Algerien (Algerisches Schützenregiment, französische Kolonialtruppe)
R.T.M. = Regiment de Tirailleurs Marocains (Marokkanisches Schützenregiment, französische Kolonialtruppe)


© www.legioplus.com -  © www.vinlegion.com