Besoldung

Einleitend ist anzumerken, dass das Besoldungssystem des französischen Heeres, somit auch der Fremdenlegion, extrem kompliziert ist. Der Sold besteht aus einem “Grundsold”, der sich in erster Linie nach dem Dienstgrad und den Gesamt-Dienstjahren richtet, wobei aber auch die Anzahl der in dem jeweiligen Dienstgrad verbrachten Dienstjahre eine Rolle spielen. Es ist also z.B. möglich dass ein Mannschaftsdienstgrad wie Caporal-Chef (Haupt-/Stabsgefreiter) mit vielen Dienstjahren einen höheren Grundsold hat, als ein Sergent [(Stabs-)Unteroffizier] mit relativ wenigen Dienstjahren.

Auch der Familienstand und etwaige Kinder spielen eine Rolle, wobei ein Legionär beim Eintritt in die Legion immer und unabhängig vom realen Familienstand als “ledig ohne Kinder” aufgenommen (und auch so bezahlt) wird. Eine “offizielle” Heirat ist erst nach einigen Dienstjahren und mit Erlaubnis der Legion möglich.

Auf den Grundsold werden noch etliche Zuschläge gezahlt, bzw. sind diese möglich (Näheres dazu weiter unten). Zum Grundsold (ggf. incl. Zuschlägen) kommen weiterhin noch einmalige Prämien, die z.B. für mehrjährige Aufenthalte in einem der 2 Überseeregimenter gezahlt werden, oder auch -gestaffelt- für Vertragsverlängerungen nach einer gewissen Anzahl von Dienstjahren. Erstmals Anspruch auf solch eine Verlängerungsprämie hat man, wenn man nach 8 Jahren Dienstzeit den Vertrag nochmals verlängert. Es ist daher praktisch unmöglich im Voraus auch nur ansatzweise auszurechnen, was man als Legionär mit (beispielsweise) 3, 5, 8 oder 12 Jahren Dienstzeit verdienen wird, da dafür eine viel zu große Zahl “Unbekannter” im Spiel ist. Nachfolgend versuchen wir dennoch Ihnen zumindest einen kleinen Überblick zu verschaffen.

Anmerkung: Die Tabelle wurde gerade aktualisiert und stellt den Stand von 2020 dar. Alle Angaben bzgl. Sold und Zulagen sind “netto”.

Angehörige der Fremdenlegion werden grundsätzlich so besoldet, wie auch der Rest des französischen Heeres. Unten in der Tabelle sehen Sie zum einen den minimalen Grundsold, den ein Legionär bei erreichen des jeweiligen Dienstgrades bekommt. In der ganz rechten Spalte in der “Durchschnittssold” dargestellt, also das Mittel zwischen Minimum und möglichem (Grundsold-)Maximum

Legionäre bis einschließlich Dienstgrad Caporal haben sowohl Unterkunft in der Kaserne als auch die Verpflegung während der Dienstzeit gratis. Auch ihre Dienstbekleidung und persönliche Ausrüstung bekommen sie umsonst gestellt.

Der Eingangs-Sold für einen Legionär 2e classe beträgt aktuell 1.280,00 EUR netto monatlich.
Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf einen ledigen Legionär (ohne Kinder) der innerhalb der Kaserne wohnt (Nettosold, ohne Zulagen, Stand: 2020).

Hinweis: Der Eingangssold für einen Legionär 2e classe im Jahr 2021 beträgt 1.380,00 EUR netto monatlich. Da uns zur Besoldung der weiteren Dienstgrade bisher keine neueren Informationen vorliegen, sind in nachfolgender Tabelle weiterhin die Werte aus dem Jahr 2020 dargestellt.

DienstgradDienstgrad wird erreicht nach ca. minimaler Sold durchschnittlicher Sold
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx…bei erreichen des DienstgradesMittel zw. Minimum und Maximum
Legionär 1°classe11 – 15 Monaten1.348 €1.348 €
Caporal2,5 – 3 Jahren1.355 €1.363 €
Caporal-Chef5 – 7 Jahren1.366 €1.568 €
Sergent4 – 6 Jahren*1.442 €1.635 €
Sergent-Chef7 – 10 Jahren1.484 €1.714 €
Adjudant12 – 15 Jahren1.846 €1.946 €
Adjudant-Chef15 Jahren oder mehr1.997 €2.086 €
Minimaler und durchschnittlicher Grundsold ohne Zuschläge (Stand: 2020)
*bei der Beförderung zum Sergent wird der Grad Caporal-Chef in aller Regel übersprungen, daher ist es möglich früher Sergent zu werden, als man Caporal-Chef geworden wäre.

Zuschläge werden (z.B.) gezahlt für “Tage außerhalb der Garnision” ab 36 Stunden Abwesenheit (“Feldzuschlag”). Das betrifft z.B. Tage die man mit seinem Zug oder seiner Kompanie auf einem der verschiedenen Truppenübungsplätze in Frankreich verbringt, was bei den Kampfeinheiten der Legion relativ oft vorkommt. Weiterhin für Tage, die man an der Mission “Sentielle” teilnimmt (Bewachung von Flughäfen, Bahnhöfen usw.). Dieser Feldzuschlag macht, jedenfalls bei den Kampfkompanien, einen erheblichen Teil des Gesamtsoldes aus.

Die Höhe des Feldzuschlages beträgt je nach Dienstgrad zwischen rd. 33,00 und 49,00 € pro Tag (netto).

Die Fallschirmjäger des 2e REP erhalten eine Zulage für Luftlandetruppen (ca. 550,00 bis 700,00 € netto pro Monat je nach Dienstgrad), jedoch nicht den o.g. “Feldzuschlag”.

Während einer Stationierung im Rahmen einer “Sejour” (3-jährige Stationierung in einem Überseeregiment) im 3e Regiment Etranger d’Infanterie in Französisch-Guyana wird ein Aufschlag (sog. MAJDOM) von 25% auf den Grundsold gezahlt, zzgl. weiterer Prämien, z.B. für eine Verwendung im C.E.F.E., der dortigen Dschungelkampfschule. Im D.L.E.M. auf der Insel Mayotte gibt es diesen Aufschlag ebenfalls. Wird der Legionär von seiner Familie nach Franz.-Guyana begleitet, werden für die Ehefrau und jedes Kind ebenfalls Zuschläge gewährt. Angehörige des 2e REP verlieren jedoch während dieser Zeit den Anspruch auf die Zulage “TAP” (Zulage für Luftlandetruppen).

Eine weitere Zulage ist die “Jahresabwesenheits-Zulage”, die gezahlt wird wenn man min. 151 Tage pro Jahr “einsatzbedingt abwesend” vom Regiment ist. Dabei spielt es keine Rolle, welcher Art der Einsatz ist. Es kann sich z.B. um ein Manöver handeln, oder auch einen Einsatz im Rahmen der Mission Sentinelle. Die Höhe ist gestaffelt

Tage/Nächte der Abwesenheit pro JahrEuro pro Nacht der Abwesenheit
ab der 151. bis zur 175. Nacht10,00 €
ab der 176. bis zur 200. Nacht25,00 €
ab der 201. bis zur 250. Nacht50,00 €
ab der 251. Nacht85,00 €
Beispielrechnung: 90 Tage Einsatz in Afrika, 30 Tage Ausbildung in Franz.-Guyana, 43 Tage Mission Sentinelle, 40 Tage Manöver = insg. 203 Tage, davon 53 Tage zuschlagfähig = 1.025,00 € [25 Tage je 10,00 € + 25 Tage je 25,00 € + 3 Tage je 50,00 €]

Bei einem Auslandseinsatz (Einsätze in den festinstallierten Überseeregimentern 3e REI und DLEM sind keine Auslandseinsätze) steigert sich der Grundsold auf das 1,5 bis 3fache, je nach Art des Einsatzes. Bei Kampfeinsätzen wie in Afghanistan oder Mali (Sahel-Zone) wird der 3fache Grundsold gezahlt.

Prämien gibt es z.B., wenn ein Legionär für 3 Jahre in ein Überseeregiment versetzt wird, z.B. in das 3e REI. Hier wird eine sog. “Installationsprämie” (Umzugsprämie) gezahlt, die sog. INSDOM. Diese beträgt die Summe von 18mal dem “Militärbasissold” und wird in 3 Teilen ausgezahlt. Jeweils ein Drittel nach 3, 6 und 12 Monaten nach Ankunft. Ferner wird eine geringere Abfahrts- und Rückkehrpräme gezahlt, wenn der Legionär Richtung Guayana abreist, bzw. wieder nach Frankreich zurückkehrt. 1mal pro Aufenthalt besteht Anspruch auf einen vom Staat bezahlten Flug (Hin- und Rückflug), um seine ggf. in Frankreich verbliebene Familie (Ehefrau oder -seit mind. 2 Jahren- Lebensgefährtin und/oder Kinder) zu besuchen, während des Urlaubs. Begleitet die ggf. vorhandene Familie den Legionär für die gesamten 3 Jahre nach Guayana (was nicht selten vorkommt) übernimmt der Staat deren Flugkosten. Darüber hinaus wird in dem Fall auch noch ein “Familienzuschlag” gezahlt.

Bitte beachten Sie, dass -wie eingangs erwähnt- die Besoldung hier vorstehend nur sehr rudimentär dargestellt werden konnte und zahlreiche weitere, geringere Zuschläge, Prämien etc. nicht berücksichtigt wurden.

Die Sofort-Rente

Nach einer Dienstzeit von mindestens 17,5 Jahren erwirbt der Legionär (Mannschaftsdienstrad oder Unteroffizier) einen Anspruch auf eine sofortige Rentenzahlung nach seinem Ausscheiden, deren Höhe sich nach Dienstzeit, Dienstgrad, Anzahl der Auslandsmissionen, Zeiten in Überseeregimentern usw. richtet. Interessant für Kandidaten die bis zur Sofort-Rente dienen wollen ist die Tatsache, dass das Höchstalter für Mannschaftdienstgrade beim Ausscheiden 55 Jahre beträgt. Wer also erst im Alter von 38 oder 39 Jahre engagiert, hat nicht unbedingt die Chance die notwendigen 17,5 Dienstjahre für die Sofort-Rente zusammenzubekommen, es sei denn er wird Unteroffizier. Früher bestand dieses Problem nicht, da man seinerzeit die (volle) Sofort-Rente bereits nach 15 Jahren bekam. Hinzu kommt, dass -seit 2015- die Rente bei 17,5 Dienstjahren mit Abschlägen verbunden ist (ähnl. Vorruhestand). Um die “volle Rente” zu beziehen müssen nunmehr 2 Jahre über die Mindestzeit hinaus gedient werden, also 19,5 Jahre. Wie auch die Besoldung ist die Berechnung der Rentenhöhe extrem komplex und kann daher an dieser Stelle nicht pauschal dargestellt werden.

Ein reales Beispiel: Ein beim Eintritt 27jähriger, der 1988 engagiert hat, nicht bei den Fallschirmjägern war,  2 oder 3 Auslandsmissionen á 3-4 Monate hatte, davon 1 Kriegseinsatz (Golfkrieg), sowie 3 mal 2 Jahre in einem Überseeregiment stationiert war, bekam nach 22 Jahren Dienstzeit und Enddienstgrad Caporal-Chef ca. 1.350,00 € monatlich.

Ein höherer Dienstgrad, viele Jahre Dienstzeit bei den Fallschirmjägern, sowie häufigere Auslandsmissionen können einen siginifikant höheren Betrag bedeuten. Ein Fallschirmjäger-Hauptfeldwebel (Adjudant), der Anfang der 2000er mit 18 Dienstjahren ausgeschieden ist, mit einer 2jährigen Überseestationierung, entsprechend vielen “Kurzmissionen” (je 4 Monate) und 1-2 Kampfeinsätzen, wird bei ca. 1.600,00 bis 1.700,00 € liegen.

Dazu haben Legionäre aller Dienstgrade die Möglichkeit eine private Rentenversicherung abzuschließen, bei der ein ein erheblicher Teil der Beiträge vom französischen Staat übernommen wird. Nach Ende der Dienstzeit wird der so “angesparte” Rentenbetrag in monatlichen Zahlungen ausgeschüttet. Höhe und Dauer der Auszahlung richten sich danach, wie viel und wie lange eingezahlt wurde.

Weitere Informationen zur “Sofort-Rente” finden Sie unter den F.A.Q.

Besoldung im Auswahlverfahren

Bereits ab einem bestimmten Zeitpunkt im Auswahlverfahren (ab Status “Blau”, den man während des Auswahlverfahrens in Aubagne erreicht) bekommt man Sold in Höhe von ca. 35,00 EUR pro Tag. Im Falle des Ausscheidens aus dem Auswahlverfahrens wird dieser Sold dem Heimkehrenden ausgezahlt.

Besoldung in der Grundausbildung

In der Grundausbildung wird ein Sold in Höhe von 1.280,00 EUR gezahlt. Während der Grundausbildung selbst werden davon ca. 120,00 EUR wöchentlich ausgezahlt. Der Rest wird auf das “Gehaltskonto” überwiesen, das die Legion für den Legionär einrichtet.

Urlaub

Einem Legionär stehen 45 (Werk-)tage pro Jahr Urlaub zu. Abhängig von Einsätzen ist es nicht unbedingt jedem Legionär möglich, jedes Jahr den vollen Urlaub auszuschöpfen. Insbesondere im 1. Jahr sollte man nicht unbedingt mit dem vollen Urlaub rechnen.

Wiedereingliederung

Nach min. 8 Jahren aktivem Dienst steht einem ausscheidenden Legionär eine bezahlte Wiedereingliederung zu (Umschulung/Ausbildung), von je nach Dienstzeit 1- oder 2-jähriger Dauer. Während dieser Zeit ist man offiziell noch Angehöriger der Legion, wird also auch von ihr bezahlt, ist zugunsten der Umschulung/Ausbildung jedoch komplett vom Dienst freigestellt.


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