2° R.E.P.

Aufgestellt 1955 in Algerien – Standort: Camp Raffalli in Calvi/Korsika
Regimentsstärke 2018: 1316 Mann – Regimentskommandeur :
Colonel Christophe PASSERAT DE LA CHAPELLE

Die Fallschirmjäger sind wohl die berühmteste Einheit der Fremdenlegion, ohne dadurch die Leistungen und Verdienste der anderen Regimenter in irgendeiner Art und Weise abwerten oder schmälern zu wollen. Jedoch ist es kein Geheimnis, dass -zumindest früher- nahezu jeder Legionär während seiner Vertragszeit bei der Fremdenlegion wenigstens eine Zeit lang im 2ème R.E.P. gedient haben möchte. Heute, etwa nach der Jahrtausendwende, hat sich das etwas geändert und es kommt stark auf die Motivation des Bewerbes an, warum er zur Legion gegangen ist, ob das 2ème R.E.P. für ihn interessant ist. Während früher auf jede frei werdende Stelle im 2ème R.E.P. mehrere Bewerber aus den Grundausbildungskompanien kamen (hauptsächlich Bewerber die schon in den Armeen ihrer Heimatländer als Fallschirmjäger oder Fernspäher gedient hatten), gab es zwischenzeitlich Phasen, wo nicht einmal für jede neu zu besetzende Stelle ein freiwilliger Bewerber vorhanden war. Die Gründe dafür sind vielfältig. Das 2ème R.E.P. ist mit seinem Standort auf Korsika recht exponiert, ein z.B. Wochenendbesuch bei der Freundin in Paris also noch schwieriger zu realisieren, als von Nimes oder Laudun aus. Im 2ème R.E.P. dauern Beförderungen im Durchschnitt länger als in den „Festlandregimentern“ und nicht zuletzt herrscht im 2ème R.E.P. noch mehr der „Geist der alten Legion“, als in manch anderem Regiment. Letzeres ist für wieder andere Bewerber genau der entscheidende Grund, unbedingt Dienst im 2ème R.E.P. tun zu wollen. Auch die Tatsache, dass die Kampfkompanien des 2ème R.E.P. über sehr viele Jahre die mit Abstand am öftesten eingesetzten Einheiten der Legion waren, wenn z.B. irgendwo in West- oder Zentral-Afrika wieder ein Militärputsch stattfand, bei dem Frankreich intervenierte, zog diejenigen an, die zur Legion gegangen waren, um möglichst viele „scharfe Einsätze“ mitzuerleben.

Noch in den 1990er Jahren brachte es manche der Kampfkompanien auf 2 scharfe Einsätze pro Jahr, oder mindestens eine sog. „Präsenz-Mission“ auf dem afrikanischen Kontinent, also eine Mission wo eine Kompanie im Rotationsprinzip einen französischen Stützpunkt, z.B. im Senegal, der Elfenbeinküste oder Gabun temporär verstärkt. Heute erlebt mancher Legionär einer Kampfkompanie in seiner 5jährigen Erstvertragslaufzeit möglicherweise einen, oder gar keinen, scharfen Einsatz und vielleicht 2 oder 3 Präsenz-Missionen – je nach weltpolitischer Lage. Die Tatsache, dass die Legionäre im 2e R.E.P. durch die Zulage für Luftlandetruppen (troupes aeroportes) etwas mehr Sold bekommen als in den anderen Regimentern, spielt hingegen eine eher untergeordnete Rolle.

Struktur des Regiments

Das 2ème R.E.P. wird aus neun Kompanien gebildet, welche durch eine Reserveeinheit von 60 Mann (6ème Compagnie) ergänzt werden. Die 5. Kampfkompanie (Spezialisierung Wüstenkampf) ist die jüngste aller Kompanien und wurde am 15.12.2015 offiziell in Dienst gestellt. Damit reagierte die Legion auch auf die Rückverlegung der 13eme D.B.L.E., welche über Jahrzehnte die Wüstenkampfeinheit der Legion schlechthin war, von Abu Dhabi zurück nach Frankreich (näheres dazu siehe unter 13eme D.B.L.E.). Die bisherige 5. Kompanie des 2eme R.E.P. (Instandhaltung) die bisher den Namen 5eme Compagnie de Maintenance Régimentaire trug, hat „die 5“ an die neue 5. Kompanie verloren und heißt nunmehr nur noch Compagnie de Maintenance Régimentaire (C.M.R.)

Die 4eme Compagnie hat Ende 2016/Anfang 2017 zu ihrer Spezialisierung „Scharfschützenwesen/Sabotage“ die weitere Spezialisierung „Kampf in bewaldetem Gelände“ (Combat en zone Boisées) zugeordnet bekommen.

Die C.E.A. (Compagnie d’eclairage et d’appui) wurde gleichzeitig in C.A. (Compagnie d’appui) umbenannt und teilweise neu strukturiert. Der Panzerabwehrzug „Section Milan“ wurde in „Section Missiles moyenne portée“ (M.M.P.) umbenannt und entsprechend ausgerüstet. Weiterhin gehört nun eine Section d’appui mitrailleuses (Zug unterstützender Waffen) zur Kompanie.

– Compagnie de Commandement et de la Logistique (C.C.L.)
– Compagnie d’Administration et de Soutien (C.A.S.)
– Compagnie d’Appui (C.A.)
– Compagnie de Maintenance Régimentaire (C.M.R. – Instandhaltungskompanie)

5 Compagnies de Combat (Kampfkompanien) mit verschiedenen Spezialisierungen:
– 1er Cie. (Nacht und Häuserkampf)
– 2e Cie. (Gebirgskampf)
– 3e Cie. (Kampf in amphibischer Umgebung)
– 4e Cie. (Kampf in bewaldetem Gelände, Scharfschützen und Saboteure)
– 5e Cie. (Wüstenkampf)

– 1 Unité d’Intervention de réserve (U.I.R.- 6eme Compagnie)

Der Compagnie d’Appui (C.A.) ist die Kommandoeinheit des
2ème R.E.P., das G.C.P. (Groupement Commando de Parachutistes) angegliedert, sowie eine Section M.M.P. (missiles moyenne portée) zur Panzerabwehr, eine Section Tireur d’élite (S.T.E.) und eine Section d’appui mitrailleuses (Zug unterstützender Waffen)

Groupement  Commando Parachutistes (G.C.P., ehemals C.R.A.P.)

Wie jedes Fallschirmjägerregiment der französischen Armee verfügt auch das 2ème R.E.P. über eine Kommandoeinheit für Spezialeinsätze, das G.C.P., dessen Hauptaufgabe heute im Bereich Anti-Terror-Einsätze sowie Geiselbefreiung liegt. Die Einheit hat etwa die Stärke einer Section (Zug) und ist der Compagnie d’appui (C.A.) angegliedert. Der Vorgänger dieser Einheit, das „Commando de recherche et d’action en profondeur“ (C.R.A.P.) erfüllte hingegen die klassischen Aufgaben eines Fernspäh-Zuges. 

Das G.C.P. des 2ème R.E.P.

Unterhalb sehen Sie die Abzeichen der einzelnen Kompanien, wie sie an der Uniform getragen werden:

Heute gibt es nur noch ein Regiment Fallschirmspringer bei der Fremdenlegion, eben das 2ème R.E.P. in Calvi auf Korsika. Alle anderen Fallschirmjägereinheiten der Legion wurden entweder nach der Rückkehr aus Indochina oder nach der Entlassung Algeriens in die Unabhängigkeit aufgelöst. Das 2ème R.E.P. wurde am 1. Dezember 1955 durch Zusammenlegung des 2ème Bataillon Etranger de Parachutistes (2ème B.E.P.) sowie des 3ème Bataillon Etranger de Parachutistes (3ème B.E.P.) nach deren Rückkehr aus Indochina in Philippeville in Algerien aufgestellt und ist der direkte Erbe sowie der Wächter und Behüter der Traditionen der ehemaligen Fallschirmjägereinheiten der Legion 1er B.E.P., 1er R.E.P., 2ème B.E.P., 3ème B.E.P., 3ème R.E.P. sowie der Compagnie Parachutiste du 3ème R.E.I. in Indochina. 

Nach der Entlassung Algeriens in die Unabhängigkeit im Jahre 1962 verliess das 2ème R.E.P. als eines der letzten Regimenter der französischen Streitkräfte im Juni 1967 Algerien in Nordafrika und fand seine neue Heimat in Calvi auf Korsika.

Auch heute noch sind Einsätze des 2ème R.E.P. in Afrika -unter anderem im Tschad, in Zentralafrika, in Gabun oder der Elfenbeinküste – zur Unterstützung der einheimischen Truppen bei der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung in den jeweiligen Ländern an der Tagesordnung. Andere Einsätze hatte das Regiment beispielsweise 1982 in Beirut im Libanon, 1990 in Ruanda, 1993 in Somalia und Bosnien-Herzegowina oder im Kosovo. In jüngerer Vergangenheit waren verschiedene Kompanien des 2eme R.E.P. im Afghanistankrieg im Einsatz, wo insbesondere die 2. Kompanie mehrmals zum Einsatz kam, da die gebirgige Region um Kapisa zum französischen Sektor in Afghanistan gehörte. Ebenfalls die 2. Kompanie war es, die -verstärkt durch Elemente der 1. Kompanie sowie der C.E.A. – in 2013 einen Kampfabsprung über der Stadt Timbuktu in Mali durchführte (im Rahmen der Operation Serval). Im Rahmen der Folgeoperation Barkhane (Sahel-Zone) gab es einen weiteren Kampfabsprung von Elementen des 2eme R.E.P. im Norden des Nigers.

Bis Mai 2016 stellte -im Wechsel mit dem 2eme R.E.I.- je eine der Kampfkompanien (incl. C.E.A.) regelmäßig die „Compagnie Infanterie“ (CI) bei der 13eme D.B.L.E. in Abu Dhabi, jeweils für 4 bis 6 Monate Dauer (sog. Tournanté). Die letzte Kompanie, die dort vor dem Abzug der 13eme D.B.L.E.im Einsatz war, war die 4. Kompanie. Seltener gibt es auch noch derartige Einsätze in Dschibuti zur Unterstützung der dortigen franz. Einheit (5eme RIAOM), wobei die jeweilige Einheit des 2eme R.E.P. dann traditionsgemäß ihren alten dortigen Stützpunkt in Arta (Camp Lieutenant-Colonel Amilakvari) besetzt. Ferner stellt das 2eme R.E.P. zeitweise die Fallschirmjäger-Alarmkompanie auf der franz. Basis „Camp de Gaulle“ in Libreville (Gabun/Westafrika), von wo aus diese binnen kürzester Zeit in ganz Afrika eingesetzt werden kann.

Auf Brigadeebene ist das Regiment der 11. Luftlandebrigade des französischen Heeres unterstellt (11e Brigade Parachutiste), diese wiederum der 3. Heeres-Division.

Legionäre des Regiments beim Einsatz in Algerien (1955 bis 1967)

Auslands-Operationen (ab 1968) an denen Einheiten des Regiments beteiligt waren (Ort/Jahr(e)/Name der Operation):

-Tchad (1968, 1978 Tacaud, ab 1983, Manta und Epervier)
-Djibouti (1976, Loyada, 1992 Iskoutir)
-Zaïre (1978, Bonite/Leopard)
-Liban (1982, Epaulard)
-Rwanda (1990, 1992, Noroit)
-Gabon (1990, Requin),
-Irak (1991, Daguet – nur GCP)
-Somalie (1992, Oryx)
-Centrafrique (1996, Almandin, 2006, 2010 und 2013 Boali)
-Congo-Brazzaville (1997, Pélican)
-Ex-Yougoslavie (1993 bis 2003, ONU, Hermine, IFOR, KFOR )
-Côte d’Ivoire (2002, 2004, 2006, 2010 Licorne)
-Afghanistan (Pamir 2008 bis 2012)
-Mali (2013, Serval, Folgeoperation Barkhane, Sahel-Zone)

Inlands Operation Sentinelle

Seit 2015 läuft in Frankreich die Operation „Sentinelle“ die auf dem Anti-Terror-Plan „Vigipiraté“ aufbaut. Im Rahmen dieser Operation werden potenzielle Terror-Anschlags-Ziele wie Flughäfen, Bahnhöfe oder Sehenswürdigkeiten (Eiffelturm, Arc de Triumphe, Louvre usw.) durch französisches Militär bewacht. Auch die Regimenter der Fremdenlegion, somit auch das  2eme R.E.P., stellen regelmäßig Kompanien für diese Operation ab. 

Legionär der 5e Compagnie im „Sentinelle-Einsatz“
Regimentslied des 2e R.E.P. (Jahrzehnte alte Originalaufnahme)


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